Von Dunedin nach Christchurch

———[ Post von Petra ]———
Wir sind inzwischen in Christchurch angekommen und haben ein schoenes Hostel gefunden….2-bett Zimmer mit Kuehlschrank und TV auf dem Zimmer…das hatten wir bisher auch noch nicht!
Das letzte mal schrieb ich aus Dunedin und nach der Mail waren wir noch ein Biertrinken und haben das schottisch gepraegte Nachtleben beobachtet. da steppt der Baer!!!!! Um das Octagon war in allen Gaststaetten, Cafes und Bars laute Musik, alle Tueren und Fenster offen und man verstand auf der Strasse kaum sein eigenes Wort. Und es kamen auch etwas eigenartig gekleidete Leute daher. Ich weiss nicht, ob das alles Junggesellenabschiede waren. Wir haben uns beim Zuschauen amuesiert.

Gestern sind wir dann weiter an der Ostkueste bis Oamaru (mit Zwischenstops) gefahren und haben gestern abend Pinguine in freier Natur beobachten koennen. Es war lausig kalt aber superschoen!!!!! Die kommen nach Sonnenuntergang an Land zu ihren Partnern, verbringen die Nacht gemeinsam und am naechsten Morgen 30 min. vor Sonnenaufgang geht der andere Partner ins Wasser und auf Jagd. Der andere behuetet das Nest. ja, da teils man sich die Brutpflege ganz genau!
Es war putzig, wie die Pinguine sich erst im Wasser versammelt haben und dann gemeinsam in Gruppen an Land gegangen sind. Manchmal verirrt sich auch einer und der stand dann am Strassenrand als wir zurueckfuhren. Wir sollten ja auch alle vor der Abfahrt vom Parkplatz unters Auto schauen, ob sich da nciht ein Pinguin gemuetlich eingerichtet hat.
———[ Post von Petra ]———

Oamaru, die Pinguinhauptstadt

Follow the white rabbit (Tunnel beach)Der erste Stop gestern morgen war der Tunnel Beach, benannt nach dem Tunnel, den man hinuntersteigen muss, um an den Strand zu kommen. Hier tuermen sich bizarre vom Wasser geschaffene Steinformationen.

moreaki bouldersAuf dem Weg weiter nach Oamaru sind wir in Moreaki an den Moreaki Boulders vorbeigekommen. Riesige Steinmurmeln, die am Strand rumliegen. Ziemlich beeindruckend, aber schwer abzulichten, zumal immer irgendwelche Touristen durchs Bild rennen 😉
Wie die Steine entstanden sind mag sich der geneigte Leser selbst durchlesen… [1] [2] [3].
Hauptziel des Tages war Oamaru, dort kann man gleich zwei Sorten Pinguine in freier Wildbahn ansehen. Zwergenpinguine, die kleinsten Pinguine der Welt und Gelbaugenpinguine, oft als eine der seltensten Pinguinarten bezeichnet, aber „tatsächlich gehören der Galápagos-Pinguin, gefolgt vom
Fiordlandpinguin zu den zahlenmäßig seltensten Pinguinarten
„. Naja, ich werde jetzt nicht mein Geld zurueck verlangen, zumal man gar nichts bezahlen muss, um die Gelbaugenpinguine zu sehen. Man faehrt einfach an den Bushy Beach und bringt warme Klamotten sowie Geduld mit. Wenn die Sonne den Horizont berueht, kommen die Pinguine von der Jagt in ihre Nester zurueck und koennen von der Aussichtsplattform wunderbar beobachtet werden. Petra hatte den ersten am Strand erspaeht, leider viel zu weit weg fuer mein Objektiv. Als wir zur zweiten Beobachtungsplattform gegangen sind, sass ploetzlich ein Pinguin keine fuenf Meter entfernt im Gras und hat uebers Meer geschaut. Die Plattform ist ca. 20 Meter ueber dem Strand, ich frage mich, wie die Tiere diesen Steilen Weg hinauf gekommen sind. Selbst fuer einen geuebten menschlichen Kletterer waere das nicht gerade ein Spaziergang.

Penguins crossing :)Um die Zwergenpinguine zu sehen, muss man Geld bezahlen, das ist es aber wert, die kehren Ebenfalls zum Sonnenuntergang in ihre Nester zurueck und watscheln direkt an der Besuchertribuene vorbei. Fotografieren ist nicht gestattet, von dem Verbot lassen sich aber japanische Touristen nicht beeindrucken (Neuseeland liegt geografisch einfach guenstig, und so sind viele Touristen Asiaten).
Als Hinweis fuer den Rueckweg wurde uns noch mitgegeben, vor der Fahrt unters Auto zu schauen, ob nicht ein Pinguin drunter liegt („some are clever and some are not…„). Tatsaechlich steht nach wenigen Metern ein Pinguin am Strassenrand und wartet, bis er die Strasse ueberqueren kann 🙂

Dunedin

———-[ Post von Petra ]———-
Heute morgen war mal nicht Packen und Abreisen angesagt und wir haben gemuetlich gefruehstueckt und sind gegen 10:30 Uhr nach gruendlichem Studium des Lonely Planet und des Stadtplanes in Richtung Otago Peninsula aufgebrochen. Das ist eine kleine Halbinsel vor Dunedin. Auf der Halbinsel gibt es einige interessante Ecken zum „Viecher gucken“, wie Thomas zu sagen pflegt. Unser erstes Ziel war der Leuchtturm am Ende der Insel. Dort leben und brueten Kormorane und es brueten zur Zeit auch einige Albatrosse. Im Doubtful Sound haben wir sie fliegen sehen und jetzt hier bruetender Weise auf ihren Eiern. Das Brutgebiet ist durch hohe Maschendraht- und Stacheldrahtzaeune abgeriegelt und so ging es nur mit Fuehrung durch das geschuetzte Gebiet. Der Aussichtspunkt ist auch verglast, damit Familie Albatros ihre Ruhe hat, was man ja verstehen kann. Wer laesst sich auch schon gern staendig auf den Kuechentisch und ins Schlafzimmer schauen!

Die lieben Tierchen legen ja einen eleganten Gleitflug hin und es ist doch beeindruckend, was da an Masse durch die Luft segelt. Die Voegel werden ca. 120 cm gross (stehend) und haben 3m Fluegelspannweite. Das Gewicht habe ich mir nicht gemerkt, aber schon das frisch geschluepfte Kuecken ist „maechtig,gewaltig“. Die Fuehrung war sehr anschaulich gestaltet, u.a. mit entsprechenden Plueschtieren, sodass man als Besucher eine Vorstellung fuer Groesse und Gewicht in den einzelnen Wachstumsphasen der Tiere bekommen konnte.

Leider ist der Flugbetrieb in der Brutzeit sehr eingeschraenkt und so konnten wir sie nach der Besichtigung nur von Weitem noch einmal segeln sehen. War aber auch wieder schoen.

Wusstet Ihr, dass die Jungvoegel, wenn sie denn fluegge sind und das elterliche Nest verlassen die ersten 5 Jahre nur fliegen und hoechstens auf dem Meer pausieren? Und wenn sie nach 5 Jahren das erste Mal auf festen Boden landen wollen, koennen sie dies nicht richtig und fallen erst einmal um 🙂 Sie erleben eben ihre Sturm- und Drangzeit im Fluge und wenn Nachwuchs angesagt ist, werden sie (etwas sesshaft). Irgendwie kommt mir das bekannt vor…..

Die Forschungsstation in Dunedin beobachtet die Voegel genau und das aelteste Exemplar ist uebrigens 62 Jahre alt geworden.

Allans BeachNach den Albatrossen und den vielen neugierigen und schon etwas dreisten Moewen haben wir uns noch einige Straende auf der Halbinsel angesehen. Leider keine Seeloewen gesehen, obwohl der Lonely Planet schreibt, dass sich die Surfer und Seeloewen den Strand teilen (Allans Beach). Die Sandfly Beach haben wir nach den Erfahrungen der letzten Tage gemieden….

Die Fahrt ging zurueck nach Dunedin mit einigen Fotostops unterwegs und endete am schoenen Bahnhof. Ich schaetze – Jugendstil pur!

Ich hoffe, unsere Fotos koennen in etwa dies alles widergeben.

Das Abendessen war heute unspektakulaer im Hostel – Stulle und Tee. Die anderen Bewohner haben Menus gekocht, aber uns war nach den opulenten Mahlzeiten der letzten Tage nicht danach. Ausserdem fehlt uns ein bisschen unser taeglicher 6 Stunden Marsch von Hokitika ;-).

HostelDas Hostel ist ganz nett. Ich war gestern nach der Ankunft und der Fahrt durch die Stadt leicht genervt. Diese steilen Strassen und das mit Linksverkehr, Linksschaltung und Anfahren am Berg! Dadurch konnte ich die liebenswerten Kleinigkeiten und Details der Unterkunft gar nicht sofort erkennen. Das Hostel heisst „Chalet Backpakers“ und der Lonely Planet schreibt darueber:

“ Das mehr als 100 Jahre alte gut gepflegte Haus hat viel Charme….Die Doppelzimmer sind geraeumig.Das Backpackers hat eine grosse Kueche und einen Speisesaal mit einer einzigen langen Tafel, was der Kommunikation recht zutraeglich ist (stimmt!). Was es sonst noch gibt? Einen kleinen Garten, eine Katze, ein Klavier und Geruechte, dass es spukt.“

Dies hatte ich gestern gelesen und heute Nacht, als ich kurz wach wurde, habe ich Sterne im Zimmer gesehen und irgendetwas hat mich spaeter beruehrt *grusel, grusel,grusel* !

Die Aufloesung des Ganzen?

Das Haus ist wie gesagt, etwas betagt und in unserem Zimmer ist ein Oberlicht, das nicht mehr gebraucht wird, mit einem schoenen hellblauen Himmel und weissen Woelkchen bemalt und nachts leuchtet dahinter eine Lichterkette. Fragt mich nicht wann und wer die einschaltet…

Der Geist, der mich beruehrte war Thomas, weil ich wahrscheinlich wieder einmal so entsetzlich geschnarcht habe. 🙂
———-[ Post von Petra ]———-

The hostel is an old hospitalZu dem Hostel moechte ich noch anmerken: Das war frueher ein Krankenhaus. Es ist sehr kitschig eingerichtet und hat unheimlich viel Charme. Ich warte nur darauf, am Kuehlschrank der verrueckten Krankenschwester aus Maniac Manson in ihrem Blutverschmierten Kittel zu begegnen 😉

Doubtful Sound, Dunedin

Ich lasse wieder Petra zu Wort kommen, sie schreibt viel interessanter (und schneller) als ich 😉

———[ Post von Petra 🙂 ]———

Wir waren gegen 17:30 Uhr in Dunedin und haben uns fuer die naechsten 2 Naechte in einem kleinen Hostel fuer umgerechnet 27 EUR pro Nacht eingerichtet. Im Supermarkt waren wir auch schon und haben in der City von Dunedin endlich ein Internetcafe gefunden, was so unseren Vorstellungen entspricht – lange Oeffnungszeiten, ordentlich schnelle und genuegend PCs und bezahlt wird hinterher 🙂

Anschliessend wollen wir vielleicht den Abend beim Inder beschliessen. 🙂

Aber jetzt der Reihe nach. Unser kleiner Abstecher per Schiff in den Doubtful Sound war wirklich schoen, obwohl das Wetter durchwachsen war. Ich kenn ja die Fjorde von Norwegen, aber es ist immer wieder faszinierend, was die Natur da hingezaubert hat. Dir Reise ging per grossem Motorboot zuerst ueber den Lake Manapouri (45min.) und danach per Bus (30min.) ueber eine Passstrasse zur Anlegestelle am Doubtful Sound. So einfach von Land kommt man da gan nicht ran.

Doubtful Sound Die Strasse war uebrigens zu ihrer Entstehungszeit die teuerste Neuseelands, da kostete der Zentimeter 2 Dollar! Es ging dann neben der Strasse auch gleich richtig zur Sache – tolle Vegetation (Regenwald) und viele Wasserfaelle. Und da waren wir noch nicht einmal auf dem Schiff! Dort angekommen gab es zuerst die wichtige Sicherheitseinweisung – wo sind die Schwimmwesten usw.. Anschliessend wurden die Kabinen bezogen….uuups….wir hatten ja gar keine Kabine! Die waren sicher schon Wochen/Monate vorher ausgebucht. Wir reisten “ obschzi“ . Alle Russlanderfahrenen wissen schon, was ich meine. Fuer die anderen kurz–> 4er Kabine und vorne nur ein Vorhang (den gab es in den russischen Eisenbahnwagen nicht mal!). Wir teilten uns die Kabine mit einem aelteren Ehepaar. Aber es waren auch Rucksacktouristen – wie fast alle im Unterdeck – und so gab es keine Probleme. Geschnarcht haben wir auch alle……was solls…..

Doubtful SoundAm Nachmittag war volles Programm auf dem Schiff mit vielen Erklaerungen der tausend Wunder „am Wegesrand „. Spaeter hatten wir dann die Wahl zwischen umsteigen in ein kleines Motorboot fuer ca. 15 Leute oder Kajakfahren (alleine) oder schwimmen im Fjord (da war die Besatzung alleine im Wasser und alle anderen schauten zu…uns war es zu kalt). Wir beide haben uns fuer das kleine Motorboot entschieden, bekamen „tolle“ Rettungswesten uebergezogen und sind in das schaukelnde Beiboot umgestiegen. Ein Foto von uns beiden mit Rettungsweste gibts nach dem Urlaub. Habe kein Kabel mit ins Internetcafee genommen. Im Beiboot sind wir dann ganz dicht ans Ufer gefahren, konnten 400 Jahre alte Baeume bestaunen, die sich an den Felsen mit ihren Wurzeln festhalten und den Voegeln beim Flirten zuhoeren. Ist ja immerhin Fruehling in Neuseeland! Die Vegetation in den Fjorden ist anders als ich sie von Norwegen kenne, weil die Fjorde hier nicht soweit am Polarkreis liegen.

Doubtful SoundNach der Rueckkehr von den kleinen Ausfluegen war der neuseelaendische Intelligenztest gefragt. Im grossen Vorraum zu unseren Schlafkojen wurden Waeschetrockner aufgestellt, um die feuchten Klamotten zu trocknen. Und ich…. ICH, Petra Mellenthin aus Deutschland, habe einer Neuseelaenderin erklaert, wie man diesen Waeschetrockner aufstellen muss 🙂 🙂 🙂 …. naja, vielleicht war sie ja auch woanders her, sprach jedenfalls fliessend englisch und kam mit dem Metallgestell nicht klar.

Getting some fresh waterUnd was folgt nach so einem feuchtfroehlichen Ausflug????? na klar, es gab eine leckere Suppe. Dir Kueche war ueberhaupt super und auch gut auf Vegetarier eingestellt. Nach der Suppe und dem Aufwaermen mussten/wollten wir alle wieder raus und Natur gucken. Und es hat sich gelohnt, denn nach einer kur zen Fahrt ueber die offene See (puuuuh, ist mir auch trotz Reisetablette nicht bekommen) gab es Seeloewen und Pinguine zu sehen. Och Gottchen waren die Punguine klein 🙂 Man hat immer die Kaiserpinguine vor Augen und denkt, alle Pinguine seien so gross. Aber ob gross oder klein, ein Schiff kam vorbei und man musste doch mal neugierig schauen, wer da an Bord war. Es passiert ja ansonsten nicht wirklich viel in so einer Kolonie, ausser wer mit wem…..usw. 😉

Am besten haben mir aber die Albetrosse im Flug gefallen. Das sind ja so elegante Segler! Traumhaft schoen!!!!!! Leider haben sich keine Delfine sehen lassen. Die gibts auch im Fjord und sie sind wohl auch sehr standorttreu. Nun ja….es muss ja auch einen Grund geben, noch einmal hierher zu fahren.

Inzwischen hatte die Besatzung ein schoenes Abendbueffett gezaubert und wir liessen es uns gut schmecken. Ich habe neuseelaendisches Lamm genossen und leckeren Nachtisch. Wir hatten im Laufe des Nachmittages die Bekanntschaft mit einem netten Ehepaar aus Queenstown gemacht. Die Frau hatte ihrem Mann zu seinem 60. Geburtstag diese Tour geschenkt. Er hatte vor vielen Jahren in der Naehe des Doubtful Sounds gearbeitet und war seit dem noch nicht wieder dort. Die beiden waren sehr nett, haben uns ueber Kleinigkeiten bei der Verstaendigung hinweggeholfen und die Speisen erklaert. Und auch so war die Unterhaltung sehr nett.

Aber gegen 22 Uhr sind wir dann alle muede ins Bett gefallen, nachdem uns gesagt wurde, dass es von 7-8 Uhr Fruehstueck gibt und wir dann bitte auch die Kojen und Kabinen raeumen mussten. Da wurde dann schon fuer die naechste Tour gereinigt und die Betten frisch bezogen. Das Personal arbeitet 7 Tage durch und hat dann 7 Tage frei. Diese 7 freien Tage brauchen sie auch, schon alleine um Sonne aufzutanken, denn in den Sounds regnet es seeeeeehr oft. Wie sollte sich sonst auch ein Regenwald entwickeln.

Heute hat es auch geregnet, was aber den Naturgenuss nicht eingeschraenkt hat. Gegen 12 uhr waren wir wieder in Manapoui und sind ins Auto gefluechtet und erst einmal losgefahren, um den Sandfliegen zu entkommen. Die eine oder andere hat mich trotzdem eingeholt……

Eigentlich wollten wir heute gar nicht bis Dunedin durchfahren, aber das nette Ehepaar hatte uns von einem Zwischenstop abgeraten und emfpohlen,lieber mehr Zeit in dieser Stadt zu verbringen. Ist ja auch mal schoen, wenn man nicht gleich wieder alles einpacken muss und einmal gaaaanz gemuetlich fruehsteucken kann. Einkaufen waren wir ja schon 🙂

Auf der Reise quer ueber die Suedinsel hat man alle Klischees von Neuseeland, die zu Hause so herumgeistern, gesehen –> gruene Weiden und viiiiiiele Schafe und sonst nicht viel in den kleinen Orten.

Ueber Dunedin berichte ich Euch morgen. Es ist jedenfalls wegen der schachbrettartigen Anlage sehr einfach, sich zurecht zu finden.Ansonsten gehts hier schottisch zu. Ob ich wohl Thomas zu einem Besuch in einem Pub ueberreden kann??????
———-[ Post von Petra ]———

Franz-Josefs-Gletscher, Wanaka, Te Anau

Franz-Josefs-Gletscher? Das hatten wir doch schon mal? Genau, aber heute mache ich mal was total anderes, ich lasse Petra zu Wort kommen 🙂 Es ist ganz interessant, wie sie die Reise sieht. Ausserdem bin ich zu faul alles zu bloggen und garniere einfach ihre Mail an die Familie mit meinen Handy-Fotos…

———-[ Post von Petra ]———-
Als ich das letzte Mal am Rechner in Franz-Josefs-Glacier-Village sass, kraxelte Thomas gerade auf dem Gletscher herum. es hatte eine 4 Stunden Tour gebucht. Mir war das nichts nach der „leichten“ Wanderung um den See. Also habe ich mir den Gletscher von weitem und den Ort ganz genau angeschaut. Ab und zu braucht Frau ja auch eine Auszeit zum Kartenschreiben, Shoppen usw. Es war auch fuer mich ganz kurzweilig und im Visitor-Center ganz interessant.

Thomas kam gegen 14 Uhr zufrieden zurueck und meinte, dass 4 Stunden reichen. Wir sind dann nach einer Kaffeepause in Richtung Sueden aufgebrochen. Verfahren kann man sich da nicht, denn es gibt nur eine Strasse..aber was fuer eine!!!!! Fuer mich gehoert diese Strecke nach Haast und weiter nach Wanaka mit zu den Traumstrassen dieser Welt. Da machen die Amis mit ihrer Strasse ins Monument Valley so viel Reklame….waren alle noch nicht hier!

Thomas hat auch erstaunlich viel Lust zum Autofahren. Hatte ich gar nicht gedacht, aber vielleicht fuehlt er sich da auch sicherer 😉

Vom FJ-Gletscher bis Haast sind es ca. 140 km und auf dieser Strecke ist nur Natur (zT. Regenwald, was ich dort nicht vermutet hatte)…und fuer uns war auch jede Menge Sonne 🙂 Oben am Gletscher war der Himmel bedeckt und je weiter wir gen Sueden und an die Kueste kamen,wurde es sonniger. Unterwegs gabs auch viele Fotostops und es war einfach nur toll!!!!!!!!

In Haast sind wir dann noch ein Stueck in Richtung Jackson Bay abgebogen….diese Straende…..Haast Beach…..superschoen. Und wenn wir uns wegen meiner Rueckreise nach Deutschland nicht an einen bestimmten Zeitplan halten muessten, haetten wir sicher in Haast beach oder weiter in Jackson Bay uebernachtet.

Haast hat ein ganz tolles, sehr moderndes Visitorcenter. Ich habe den Eindruck, dass in Neuseeland in den letzten Jahren sehr viel in den Tourismus investiert wurde. Die Visitorcenter sehen oft sehr modern und sehr neu aus. Jedenfalls steht die Groesse des Visitorcenters in Haast in keinem Verhaeltnis zur Anzahl der Einwohner! 🙂

Bitte schaut Euch in Google-Map mal den Haast River und seine Muendung an !!!! Das hat nicht aufs Bild gepasst. Wir sind eine Weile am Fluss entlang gefahren in Richtung Wanaka und es gab tolle Ausblicke, irre Taeler und und gewohnungsbeduerftige Breucken. An der Westkueste waren die Bruecken alle einspurig und die Vorfahrt mit entsprechenden Verkehrszeichen (rote bzw. schwarze Pfeile) geregelt. Wenn man keine Vorfahrt hatte, waren schon voeher Hinweise auf den Asphalt geschrieben „Achtung, Vorfahrt an der Bruecke beachten“. Einmal mussten wir uns die Bruecke nicht nur mit dem Gegenverkehr, sondern auch mit der Eisenbahn teilen…..es kam aber kein Zug 🙂

Dass die Bruecken in diesem Teil Neuseelands alle einspurig sind, hat sicher seinen Grund. Erstens gibt es jede Menge Fluesse, zweitens haben die meisten ein extrem breites Flussbett (ich schrieb schon davon) und bei dem Wetter ist es sicher alles in allem besser, eine kleine Bruecke verkehrssicher zu erhalten. Es sind in diesem Teil des Landes auch viele Hinweiseschilder zu sehen – fuer uns immer „Road open“ 🙂 🙂 🙂

The road to queenstownVon Haast waren wie ganz begeistert und glaubten,dass wir den rest auch eben mal schnell ab fahren koennen 😉 Aber die Strecke wurde wieder kurvenreicher, wieder superschoen, wieder auf 145 km Landschaft, Landschaft, Landschaft und ups….hui war das spaet als wir in Wanaka ankamen – 20:15 Uhr. Und in den Hostels waren bereits die rezeptionen geschlossen und einige Hostel ganz und gar. Also gings mal wieder in ein Motel, was voellig ok. war. Und mit einem eigenen Bad am Zimmer kann man (Thomas 😉 ) ganz andere rituelle Waschungen unter der Dusche veranstalten, als im Hostel. Wir hatten nach seiner Morgentoilette heute eine 1a Sauna. Aber was solls, die Waende bestehen aus wasserdichtem Kunststoff (oder sind mit solchem verkleidet).

Queenstown Nach dem Fruehstuek sind wir heute in Richtung Te Anau aufgebrochen, mit einem Zwischenstop im Queenstown. Dort haben wir eine ausfuehrliche Kaffeepause gemacht und wer laeuft uns dabei ueber den Weg? Ralf und Mod!!!!!!!!! Die beiden sind mit Campmobil unterwegs und machen unsere Tour in die andere Richtung. Ralf gab uns gute Tips fuer den Milford und Doubtful-Sound und so haben wir nach unserer Ankunft in Te Anau gleich eine Schiffstour in den Doubtful Sound gebucht mit Uebernachtung auf dem Schiff. Morgen 12 Ihr gehts los und uebermorgen 12 Uhr sind wir wieder zurueck. Ihr hoert also in den naechsten tagen nichts von uns. Internet gibts da sicher nicht und Handyempfang…???????….. mal sehen. ich freu mich sehr, denn ab und zu ist es auch schoen, wenn man sich um die Fortbewegung nicht kuemmern muss und einfach nur staunen kann. Die letzte Strecke nach Te Anau war allerdings schon seeeeehr windig und wenns morgen auf dem Kahn auch so wird……na gut, die Reisetabletten muessen alle werden 🙂
———-[ Post von Petra ]———-

Vom Franz Josefs Gletscher nach Wanaka

Wir haben nicht so viel Zeit fuer die Suedinsel. Petra fliegt am 28. November wieder nach hause und so haben wir einen straffen Zeitplan fuer den Sueden der Insel. Kaum bin ich vom Gletscher runter, brechen wir nach einem Kaffee auf. Das Ziel des Tages ist Wanaka, fast 300km Fahrt liegen vor uns.

Haast BeachHaast RiverHaast GatesLake HaweaAuf dem Weg weiter nach Sueden ist die Landschaft wie immer spektakulaer. Auf der Haelfte der Strecke halten wir in Haast. Hier muendet der Haast River ins Meer. Die Stadt ist unspektakulaer, aber der Strand hat es mir angetan. Zum ersten Mal in diesem Urlaub vermisse ich meine Drachen. Das Visitors Center ist total modern gestaltet. Kein Wunder, in Neuseeland gibt es jedes Jahr so viele Touristen, wie das Land Einwohner hat.

Es geht den Haast River hinauf, der sich an einer umwerfenden Landschaft hinaufschlaengelt. Ich wiederhole mich sicher, aber wie das hier aussieht, kann man schwer mit Worten beschreiben. Ein bisschen wie die Voralpen, nur *viel* besser. Mehr Kontraste und bessere Farben, ausserdem gibt es viele Schaafe 🙂
Wenn man sich daran noch nicht satt gesehen hat, bekommt man den Mund am Lake Wanaka und am Lake Hawea nicht mehr zu. Die Seen sind riesengross und die Strasse fuehrt genau am Ufer entlang. Man findet oft an der Strasse Haltebuchten oder Aussichtspunkte, an denen man halten und den Anblick geniessen kann. Wir machen, was alle machen: staunen.

Als wir in Wanaka ankommen, ist es bereits nach 20.00 Uhr. Damit verbunden ist die schmerzhafte Erfahrung, dass die Rezeption in den Hostels meist nur bis 20.00 Uhr besetzt ist. Selbst wenn es freie Zimmer gaebe, koennten wir keins Buchen. Nachdem wir ein paar Hostels abgeklappert haben und uns auch die YHA-Hotline nicht weiterhelfen konnte, finden wir eine Lodge mit freien Zimmern. Mir sind allerdings $179 fuer eine Nacht zu fett und so landen wir in einem Motel fuer $110 (Ein Euro sind fast genau zwei Neuseelaendische Dollar*).

Wanaka (Lake Wanaka)Ich bin ziemlich fertig nach dem Tag, wir haben fast nur im Auto gesessen. Der Plan fuer den Abend ist die Internet-Sucht zu befriedigen. In Neuseeland haben die Geschaefte meist nur bis 17.00 Uhr geoeffnet, Supermaerkte meist bis 20.00 Uhr. Internetcafes sind eher selten und wenn es sie gibt, dann halten sie sich an die normalen Oeffnungszeiten. Die letzte Chance ist das Muenzterminal im Motel. Das steht im Waschraum (also bei den Waschmaschinen). Waesche waschen kann man von 11.00 bis 20.00 Uhr. Wir haben also wieder Pech 🙁

Internetcafe-technisch ist das hier ein ziemliches Entwicklungsland. Meist hat man stark kastrierte Muenzterminals, an denen man nicht mal seinen USB-Stick anschliessen, geschweige den die dort installierten Programme starten kann. Der Preis schwankt zwischen $2 fuer 15 Minuten und 6-8 Dollar pro Stunde. Eine Webcam habe ich nur im Cafe auf dem Franz Josefs Gletscher gesehen.

Um noch ein paar Worte zu Wanaka zu verlieren: es sieht hier aus wie ein Rentnerparadies am Gardasee. Nur dass statt Rentner „normale“ Touristen hier herumrennen. Selbst ich finde die Gegend schoen. Es gibt unzaehlige Immobilienfirmen, man merkt, dass die Stadt rasant waechst.

Franz Josefs Gletscher

Frans Josefs GlacierFrans Josefs GlacierFrans Josefs GlacierFrans Josefs GlacierFrans Josefs Glacier

Mangels Rasur sehe ich aus wie ein Yeti, also steige ich natuerlich auch auf so einen Eisklotz rauf. Petra ist nicht so recht dafuer zu begeistern, vielleicht war der „Spaziergang“ gestern um den See doch anstrengender als gedacht. Ich begebe mich in das – sagen wir mal – Expeditionszentrum, in dem es schon morgens recht belebt ist. Die Bergfuehrer sehen aus wie eine Mischung aus Ski- und Surflehrer und haben fuer die aufgetakelten Touristinnen immer einen Spruch auf den Lippen („I would do anything for you…“). Es gibt Plastikkarten, die man in Bergstiefel, Regenhose, Regenjacke, Gletschereisen (? also die fuer unter die Schuhe…), Muetze und Handschuhe eintauschen kann. Es soll recht kalt auf so einem Gletscher sein und so habe ich mich recht dick angezogen. Mit den zusaetzlichen Klamotten drueber schwitze ich schon im Stehen. Wir duerfen im Bus Platz nehmen und werden dann 10 Minuten zum Gletscher gekarrt. Dort geht es nochmal 10 Minuten durch irgenwelche Buesche und dann sind wir im Gletschertaal angekommen.

Der Guide erzaehlt eine Menge zur Geschichte, von dem ich fast nichts verstehe. Die Kiwis haben eine sehr eigenwillige Aussprache, selbst wenn man die Woerter kennt, klingen sie total merkwuerdig, die Wiedererkennungsrate ist entsprechend klein. Es geht nochmal 3km zu Fuss durch’s Geroell und dann stehen wir am Fusse des Gletschers. An einigen Stellen fliessen kleine Baeche den Gletscher hinunter und aus seiner Mitte entspringt ein reissender Strom aus Schmerzwasser.

Auf dem Gletscher sind viele Leute unterwegs, die Touren sind ein Massengeschaeft. Wir ziehen uns die Krallen unter die Fuesse und tuen es ihnen gleich. Auf dem gesamten Weg sind schon Stufen ins Eis gehackt, die man nur entlangspazieren muss. Der Guide hackt alle paar Meter im Gletscher herum um die Stufen auszubessern. Man koennte den Weg in zwanzig Minuten laufen, aber durch das herumhacken dauert alles etwas laenger. Ich knipse ausfuehrlich. Schwierig ist es an so einem ueberlaufenen Ort Fotos zu machen, auf denen kein Mensch zu sehen ist…

Interssant ist der „Gletscherstaub“. Der Gletscher zermalmt durch seine Bewegung die Steine und uebrig bleibt ein Matsch, der – wenn er trocken ist – zu sehr, sehr feinem Puler wird. Das Schmelzwasser ist ebenfalls voll von dem Zeug und so ist der Schmelzwasserfluss eher eine ziemlich truebe Bruehe.

Von Hokitika zum Frans Josefs Gletscher

Hotika ist unspektakulaer, hat aber eine tolle Uhr auf der Hauptstrassenkreuzung, einen schoenen Strand und dort einen netten Aussichtspunkt. Wir haben alle Attraktionen des Ortes schon gesehen und wollen nach dem Fruehstueck einen Wanderweg um den See erkunden. Das Fruehstueck an sich ist ein Reinfall, in Neuseeland gibt es zum Fruehstueck meistens Ruehrei mit Speck, Ruehrei mit Wuerstchen, Ruehrei mit … aeh irgendwelchem anderen Zeug halt.
Auf dem Weg zum See geben wir $150 im Supermarkt aus. Davon Honig fuer $50 und die Nuesse fuer mein Muesli kosten $27… Egal, ist ja Urlaub. Es nieselt ein wenig, wir sind aber wetterfest verpackt. Der Wanderweg soll 4 Stunden dauern, das Level ist mit ‚moderate‘ angegenben. Wir sind ja fit.

Lake Kaniere Lake KaniereAuf dem Weg um den See merken wir, was moderate wirklich bedeutet. Es bedeutet, Du solltest kein Weichei sein und nasse Fuesse bekommst Du auch. Und manchmal musst Du auch ueber umgestuerzte Baueme klettern oder einen ziemlich steilen Hand hinaufklettern. Auch und Du solltest Ausdauer haben. Den Wanderweg meistern wir in der angegebenen Zeit. Bloed ist nur, dass wir am falschen Ende vom See sind. Wir muessen an der anderen Seite des Sees zurueck, dort steht das Auto. Der Weg auf der anderen Seite ist eine Strasse, man kommt also deutlich schneller voran. Zwischendurch passiert man noch einen sehr schoenen Campingplatz. Die Sonne kommt zwischen den Wolken hervor und so langsam sind die Strapazen des Weges ueberwunden. Nach weiteren 2 Stunden sind wir wieder am Auto und schwoeren uns Routendauer und -Level in Zukunft sehr ernst zu nehmen…

Auf geht’s zum Franz Josefs Gletscher. Die zwei Stunden Fahrt sind verglichen mit der Wanderung total erholsam. Die Landschaft ist grandios, links und rechts saeumen uebernatuerlich gruenen Wiesen die Strasse dahinter erheben sich die dicht vom Wald bedeckten Haenge und die Wolken werden von den schneebedeckten Berggipfeln durchbrochen.

Die Strasse ist gut ausgebaut, man kommt sehr gut voran. Den Kiwis geht das jedoch nicht schnell genug, sie fahren sehr, sehr schnell. Es gibt entsprechend viele Tote auf der Strasse. Ungelogen alle paar Kilometer sieht man ein totes Tier auf der Fahrbahn, seltener, aber auch regelmaessig zieren Kreuze den Wegesrand. Es gibt eine gute Kampagne fuer verantwortungsvolles Fahren, sie scheint aber noch nicht gefruchtet zu haben. Wenn auf einer Strasse 100km/h erlaubt sind, ist das fuer Kiwi ein muss, egal in welchem Zustand die Strasse ist. Aehnlich sieht es mit Klamotten aus, wenn laut Kalender Sommer ist, werden auch Sommerklamotten getragen…

Am Gletscher angekommen wird es etwas knifflig eine Unterkunft zu finden. Der Ort ist recht gut mit Touristen gefuellt und an vielen Unterkuenften leuchtet uns „no vacancy“ entgegen. Nachdem wir ein paar Hostels abgeklappert haben, bekommen wir doch noch ein Doppelzimer – sogar mit eigenem Bad. Das Hostel ist super eingerichtet und sehr sauber, die Kueche ist grandios, dort kann man bestimmt ein paar kulinarische Exzesse veranstalten. Nachdem wir uns und die Waschmaschine gefuettert haben, fallen wir ins Bett.

Von Christchurch nach Hokitika

Die Jagt nach optischen und kulinarischen Leckerbissen ist schwieriger als gedacht. Ich irre etwas planlos durch die Innenstadt und staune ein bisschen. Alles ist einen Tick niedlicher und bunter als erwartet. Der britische Einfluss ist hier unten nicht zu uebersehen, dazu ist alles extrem sauber und ordentlich. Die Stadt kommt mir vor wie eine Art Disneyland der Realitaet.
Eigentlich suche ich etwas zu essen, bin aber unentschlossen und langsam schlaegt die Muedigkeit zu. Es ist drei Uhr Nachmittags und ich fuehle mich, als ob ich die letzte Nacht durchgemacht habe. Dazu kommt die eigenartig grell blendende Sone und die etwas zu satten Farben der Stadt. Etwas desorientiert stapfe ich so vor mich hin und lange im botanischen Garten. Lustig sind die Enten hier, die kennen keinerlei Scheu und bleiben einfach auf dem Weg sitzen, wenn man an ihnen vorbei laeuft.Sign
Inzwischen versuchen sich Hunger und Muedigkeit gegenseitig zu uebertreffen. Freundliche Heinzelmaennchen haben Muesliriegel in meiner Fototasche versteckt, die ich mit grosser Erleichterung entdecke und verspeise. Erst hinterher geht mir auf, dass das nicht-deklarierte Lebensmittel sind, auf die bei der Einreise moeglicherweise eine fette Strafe steht (ab $200 aufwaerts). Die Neuseelaender sind ziemlich paraniod, was die Einfuhr von fremdartigen Lebensformen angeht. Selbst gebrauchte Campingausruestung wird penibel auf eventuell anhaftende Bodenspuren untersucht, jede Tasche bei der Einreise nochmal auf verstecktes Obst geroengt. Industriell verpackte Fressalien scheinen aber ok zu sein, meine eingereisene Schokolade war wohl kein Problem.

Gestaerkt beschliesse ich erstmal ins Hotel zu gehen und zu schlafen, bevor ich noch auf der Strasse umfalle. Nachdem ich eine Stunde geschlafen habe, trifft auch Petra ein. Wir beschliessen etwas essen zu gehen, was scheinbar gar nicht so einfach ist. Der freundliche Mensch an der Rezeption empfiehlt uns drei Restaurants, von denen zwei voll sind, das dritte haben wir gleich wieder vergessen. Eine Reservierung scheint hier Pflicht zu sein. Wir landen in einem extrem noblen Restaurant. Das ist zwar auch ausgebucht, wir koennen aber auf der Empore warten, bis ein Tisch frei ist. Es gibt andaechtige Musik vom Klavier, die Karte uebersichtlich, die Preise sind trotzdem nicht unangemessenen. Alle Bediensteten tragen Hut und der Kellner sieht ein wenig aus wie Frankenstein. Er scheint einen faible fuer alte Filme zu haben, ab und zu gibt es ein paar erklaerende Worte von ihm zum naechsten Song, der von einem Filmausschnitt eingeleitet wird. Alles wirkt sehr durchdacht. Ich fuehle mich etwas deplatziert, ein Qualitaetsburgerrestaurant haette es auch getan. Danach falle ich im Hotel nur noch ins Bett und schlafe wie ein Toter.

Helpful recommendation Am naechten Morgen sieht die Welt wieder normal aus, ich fuehle mich fit. Nach dem Fruehstueck in einem kleinen Cafe gegenueber vom Hotel holen wir das Mietauto von der Station ab. Lustigerweise ist es ein Schaltwagen. Das verspricht heiterkeit. In Neuseeland ist Linksverkehr, allerdings gilt trotzdem die Regel „Rechts vor Links“. Der Schalthebel ist auf der linken Seite vom Fahrer, geblinkt wird aber rechts vom Lenkrad. Es passiert nicht nur einmal dass wir mit eingeschaltetem Scheibenwischer statt mit dem Blinker abbiegen.

Southern AlpsSouthern AlpsSouthern AlpsSouthern AlpsDer freundliche Portier im Hotel hat mir auf die Frage, wie wir aus der Stadt herausfinden erstmal die alle Highlights der Suedinsel erklaert. Dank der exzellenten Tipps finden sofort den richtigen Weg und machen uns auf den Weg Richtung Gebirge. Der Arthurs Pass fuehrt auf die Westseite der Insel, zwischendurch gibt es viel zu bestaunen. Normalerweise kann mich Landschaft nicht besonders vom Hocker werfen, heute aber haenge ich an der Scheibe (Petra faehrt) und knipse meine Speicherkarte voll.

Man kann ueberall anhalten, oft gibt es kleine Parkplaetze, der Seitenstreifen tut es aber auch. Wir nehmen uns die Zeit und halten sehr oft fuer ein Foto. Am Arthurs Pass sind Keas die Attraktion, Bergpapageien, die keine Scheu kennen und den Gaesten im Cafe auf dem Tisch rumlaufen um etwas essbares zu erbeuten.
Nach einer ausgiebigen Fotosession geht es weiter Richtung Westen. Unser Ziel ist Hokitika, eine kleine verschlafene Stadt an der Kueste, in der es nur Jadeshops zu geben scheint. Wir erkunden den Strand, finden den im Anhalter beschriebenen Aussichtspunkt auf einer Landzunge und lassen uns den Wind um die Nase wehen.

Christchurch

Traveling to new zealand Nach 48 Stunden Reise bin ich endlich angekommen. Der Anflug ueber das suedliche Neuseeland ist sehr schoen, man sieht die „Southern Alps“ in ihrer ganzen Pracht und ist wenige Minuten spaeter schon fast in Christchurch.My backpack arrived too :) :) :)Mein Rucksack hat es ebenfalls heil bis nach Christchurch geschafft und wir liegen uns beim Wiedersehen erstmal minutenlang in den Armen.
Mit dem Bus geht es in die City, das Hotel ist schnell gefunden. Nachdem die blog- und flickr-Sucht gestillt ist, melden sich meine anderen Instinkte wieder: essen und fotografieren … 😉

Sydney

Das lustigste habe ich ja noch gar nicht erzaehlt: in Berlin wundert sich der Lufthansa-Mensch am Schalter, warum er mein Gepaeck nicht bis Christchurch schicken kann. Er schickt es bis Sydney und sagt mir, ich muss es dort abholen und wieder aufgeben. In Frankfurt flucht die Quantas-Dame „Sind die denn alle bekloppt? Sie sind schon der Dritte heute, der mit das erzaehlt.„. In Sydney hat man sich am sehr hilfsbereiten „Transfer Desk“ (der auch die
Boardkarten ausstellt) des Problems angenommen und mir versichert, dass jetzt alles gut gehen wird. Naja, in Christchurch wird sich rausstellen, ob ich die naechsten vier Wochen mit zwei Schluepfern auskommen muss.
Ich bin jetzt seit Donnerstag Nachmittag unterwegs, richtig anstrengend fand ich die Reise bis jetzt nicht. Ich will aber den Tag nicht vor dem Abend loben. Hier ist ja alles verkehrt herum und auch noch falsch beschriftet (hab ich gelesen, ich schwoer‘!) die Verwirrung kann also nur zunehmen.
Hinter mir scharren schon andere Reisende mit den Hufen, free internet access ist ja echt der Renner im Transitbereich 🙂

Singapur

Asian toilet...Herrlich, 27 Grad Celsius und die schon fast vergessenen asiatischen Gepflogenheiten empfangen mich. Im Flughafen muss ich beim Toilettenbesuch sehr lachen, ich habe eine Kabine mit asiatischer Kloschuessel erwischt: das Loch im Fussboden. Lustigerweise mit Wasserspuelung, aber das finde ich erst heraus, nachdem ich fuenf Minuten lang versucht habe mit dem nicht gerade potenten Wasserschlauch die Spuren meiner selbst zu verwischen.

Toller Service: Free Internet Access auf dem Flughafen. Daran komme ich natuerlich nicht vorbei ohne noch kurz mein Blog zu fuettern. Leider bleibe ich nur ein paar Minuten im Land, gleich geht es weiter.

Mitbringsel

SchokiNatürlich haben wir, allen Klischees entsprechend, Schokolade gekauft. Da kommt dann doch der Tourist in einem durch. Die Ausbeute ist äußerst lecker. Die großen Brocken gab es in einem Schokoladen am Bahnhof. Ursprünglich sind das ziemlich große Bleche voller Schokolade, von denen man sich dann wunschgemäß etwas abbrechen lassen kann. Ich habe einmal quer durch’s Sortiment brechen lassen und bin so meine letzten Franken losgeworden.

Grüezi

Die Schweizer sind nicht so langsam wie befürchtet. Andere Klischees werden aber mit Bravour erfüllt: die Preise befinden sich im oberen unangenehmen Bereich.

Aldi mit Kaffeeautomat Das Frühstück im Hotel kostet extra, wir geizen natürlich und versuchen extern preiswert zu schlemmen. Netter Versuch. Als wir verzweifelt und hungrig bei McDonalds stehen, fällt uns auf, dass genau in dieser Woche die komplette Kücheneinrichtung ausgetauscht wird und das „Restaurant“ eine Baustelle ist. Zum Glück ist ein paar Meter vom Coop-Supermarkt entfernt ein Coop-Restaurant. Coop ist soetwas wie Aldi, nur teurer 😉 Immerhin bekommt man für CHF 6.70 zwei Brötchen, ein Stück Butter, eine Marmelade und zwei Heißgetränke. Es geht also auch preiswert, man muss nur ein bisschen suchen.

Die größte Schwierigkeit ist jedoch Strom. Nicht, dass die Schweizer keinen hätten. Viel mehr haben sie andere Steckdosen. Wir haben zwar so viel Equipment mit, dass wir einen nuklearen Erstschlag ausführen könnten, aber an einen blöden Reiseadapter haben wir natürlich nicht gedacht. Das kommt davon, wenn man zu selten auf Firmenkosten durch die Welt jettet. Zum Glück erbarmen sich die netten Schweizer und spendieren zwei Adapter, die wir von nun an hüten, wie unsere Augäpfel.

Im Hause des Gastgebers gibt es nette Gepflogenheiten. Arbeitsbeginn ist eher früh am morgen und um 9.00 Uhr wird es auch höchste Zeit erstmal einen Kaffee in der Kantine zu trinken. Natürlich gibt es zum Nachmittag um 15.00 Uhr auch noch einen Kaffee. Die Zeit nimmt man sich und so kommt selten der Eindruck von Stress auf. Ich bin überrascht, wie gut ein Latte Macchiato aus dem Automaten schmecken kann.
Überhaupt ist die Kantine spektakulär. Jeder Gast wird gefragt, ob es so gut sei (*dreht den Teller hin und her*) oder ob man noch mehr von diesem oder jenen haben möchte. Sehr wohltuend, in Deutschland wird man ja eher angeschnauzt 😉 Gezahlt wird bargeldlos mit Geldkarte. Das ist dieser komische Chip auf den EC-Karten, die hierzulande niemand benutzt, außer ein paar Rauchern.

Bestens vorbereitet hat der Gastgeber auch einen DSL-Anschluss auf unseren Schreibtisch patchen lassen, damit wir mit der großen weiten Welt reden können. Leider gibt es nur ein Kabel für zwei Notebooks. Wir ergänzen die „Liste für’s nächste Mal“ um einen kleinen Switch.
Zum Glück kann der langhaarige Bombenleger mit einem WLAN-Kabel etwas löten. Ein Linux-Notebook wird zum Router, die Windows-Büxe wird in einem Ad-Hoc Netzwerk angebunden. Wenn man dann noch ganz lieb

flüstert, kommt der Windows-Kollege auch raus und kann mit seinem VPN-Dingsbums die Heimat erreichen.

Wenn man dann abends ermattet noch ein paar Mails schreiben möchte, ist man erstmal ziemlich verzweifelt. Es gibt haufenweise offene WLANs, die einem sehr günstige Angebote für 30 Minuten bis 7 Tage Nutzungsdauer machen. Bei den Preisen haben wir erstmal einen multiplen Lachanfall bekommen.
Zum Glück gibt es zu hause ein paar sehr nette Menschen, die Datenreisenden zu jeder Tages- und Nachtzeit behilflich sind. Wer ein kostenloses WLAN sucht und Hunger hat, dem sei das Café Domino in Bern wärmstens empfohlen. Extrem leckere libanesische Küche, sehr nette und hilfsbereite Besitzer sowie (für schweizer Verhältnisse) günstige Preise.

Ein Beweis, wie vorausschauend die Eidgenossen hier sind, befindet sich im Badezimmer des Hotels. Flaschenöffner und Korkenzieher sind in günstiger Nähe zum Klo fest an der Wand installiert. Somit steht der Völlerei nichts mehr im Wege 😉

Korkenzieher auf dem Klo

Bilderabend Thailand

Am 13.01. findet bei mir ein Diaabend statt, es gibt Bilder und Geschichten von meiner kleinen Reise. Für Getränke ist gesorgt, Essbares darf gerne beigesteuert werden 😉
Los geht’s um 19.00 Uhr, ich freue mich, wenn Ihr Euer Erscheinen ankündigt 🙂

Abreise

In touristisch veranlagten Orten kann mann einen Stein in eine beliebige Richtung werfen und trifft garantiert eine Reiseagentur. Der Begriff „Tourist Information“ ist nicht geschützt und dementsprechend viele dieser Shops heißen so oder ähnlich. Meist kann man gleich noch ein Moped mieten, seine Wäsche waschen lassen und wahrscheinlich auch eine Bypass-Operation durchführen lassen.
Also werfe ich einen Stein und betrete eine beliebige Reiseagentur um ein Taxi für den nächsten Morgen zu ordern. Das klappt auch soweit, inzwischen habe ich zu dem undurchsichtigen System so viel Vertrauen, dass ich bedenkenlos 300 Bath für einen unlesbaren Voucher bezahle 😉

Am Morgen packe ich meine Sachen, das Taxi ist für 8:30 bestellt. Entgegen sämtlichen thailändischen Gesetzmäßigkeiten ist das Taxi zu früh am Hotel! „Oh, no time for breakfest?“ Andrew beruhigt mich, serviert mir ein Müsli und Kaffee, das ich in mich hineinschlinge. Eine andere Option wäre das Frühstück auf dem Flughafen zu mir zu nehmen, aber es ist 8:20 und ich fürchte mich vor den Flughafenpreisen. Wie sich später herausstellen soll, gibt es am Flughafen rein gar nichts essbares zu kaufen. Ich kann nicht mal einen Getränkeautomaten entdecken.
Der Taxifahrer ist sehr gesprächig, er kann ein paar Brocken Deutsch, weil er einen deutschen Bekannten hat. Er würde auch gerne mal in Deutschland Urlaub machen, dafür reicht das Geld aber wahrscheinlich nicht. Als ich vorsichtig Zimmerpreise von 2000 bis 3000 Bath für ein sehr einfaches Zimmer erwähne, macht der Fahrer große Augen.

Ich bin natürlich viel zu früh am Flughafen, weil es hier rein gar nichts gibt, gebe ich schon mein Gepäck auf und schlage in der Transithalle Wurzeln. Check-in ist wohl 10:00 Uhr, los geht es mit einer halben Stunde Verspätung. Das Flugzeug ist alt aber soweit ok, das Prinzip Billigfluglinie wurde hier 1:1 wie in Europa umgesetzt.

In Bangkok möchte ich meinen Rucksack aufgeben und nur mit der Fototasche noch etwas die Stadt erkunden. Ich frage einen Sicherheitsmenschen, wo die Gepäckaufbewahrung ist. Er bedeutet mir zu warten und zieht einen zweiten Beamten hinzu. „Passport please!“ „???“ Was habe ich denn nun schon wider angestellt? 😉 Ich erkläre nochmal was ich möchte und reiche meinen Pass. Es wird darin geblättert, genickt und eine Hand zeigt auf den Informationsschalter. Ich lasse mir die Gepäckaufbewahrung auf der Flughafenübersicht einkreisen, gebe meinen Rucksack auf und muss nochmal zurück zur Information.
Dort ist die Dame gerade beschäftigt, eine andere in einer Art Uniform stürzt auf mich zu, fragt mich was ich möchte. Ich möchte mit das Jim Tompson House ansehen, das habe ich bisher nicht geschafft und es klingt recht vielversprechend. Laut Anhalter kann man dorthin mit dem Bus und dem Skytrain gelangen, wo der Bus abfährt möchte ich gerne wissen. Die Dame nickt fleißig und lotst mich zu einem Schalter. Scheinbar kann man hier Touren durch Bangkok buchen. „900 Bath only“. Nachdem ich nochmal erkläre, dass ich eigentlich nur den Bus suche, gibt sie auf und deutet eine ungefähre Richtung an, in der ich den Bus finden soll.
Das ist mir zu ungenau, ich gehe wieder zum Informationsschalter, leider ist die Informationsdame abhanden gekommen. Ich fluche leise 😉 Nach ein paar Minuten taucht sie wider auf und ich erkläre mein Anliegen. Dann erkläre ich es nochmal. Es ist gar nicht so einfach. Ich muss wohl den Bus 551 nehmen und dann den Skytrain. Sie sagt mir die Skytrainstation, zu der ich muss. Ich verstehe den Namen der Station kaum und bitte sie das in Thai aufzuschreiben.
Das hätte ich besser nicht machen sollen, sie schreibt alles auf, also von „Wo bitte finde ich den Bus 511“ bis zu „Ich möchte zum Jim Thompson Haus, können Sie mir bitte helfen?“. Bevor ich noch mehr Unheil anrichte, unterbreche ich sie nicht. Puh, so viel Hilfsbereitschaft … 🙂 Ich bedanke mich überschwänglich und versuche den Bus zu finden.
Eine Security-Dame erklärt mir den Weg auf Thai 😉 Ich kapiere nix, eine beliebige andere Dame wird herangewunken, die spricht etwas Englisch und sagt „Follow me!“. Ich folge.
Es gibt wohl einen Shuttlebus zum Busterminal, von dem dann die „richtigen Busse“ abfahren. Während der Fahrt zum Terminal unterhalten wir uns ein wenig, sie ist wohl aus Trang und hat ein Haus in Bangkok. Die Tochter wohnt in Trang bei der Mutter, der Sohn in Bangkok. Wie so oft werden meine Haare bewundert. Locken scheinen bei Thais sehr beliebt zu sein 😉

Am Busterminal werde ich in den Bus gesteckt, bezahlt wird während der Fahrt bei einer Art Schaffnerin. Das Prinzip findet man scheinbar überall in Thailand, unter anderem auch auf den Fähren in Bangkok. Die Schaffnerinnen haben eine Blechrolle mit Klappdeckel, in denen Fahrkarten und Kleingeld ist. Die Blechrolle wird geschüttelt, das Kleingeld klapptert und alle wissen, dass sie jetzt Kohle abdrücken müssen 😉
Man reicht Geld, ein Ticket wird der Rolle entnommen und an der scheinbar sehr scharfen Kante des Deckels eingerissen. Empfangene Geldscheine werden einmal längst gefaltet und in der Hand behalten. Den Sinn des Faltens habe ich nicht verstanden.

Ich versuche der Fahrerin verständlich zu machen, dass sie mir Bescheid sagt, wenn wir am Victory Monument sind. Sie spricht kein Wort Englisch, versteht scheinbar auch nicht viel, aber meinen Gesten sind wohl eindeutig, sie sagt mir an der richtigen Station Bescheid.
Bevor ich den Skytrain finde, meldet sich mein Magen. Ich finde eine Garküchengallerie. Leider gibt es keine Schilder in Englisch. Die Küchenmuttis sitzen an einem Tisch und machen sich scheinbar über mich lustig. Ich kapiere nix, lächle zu dem Gegacker. Irgendwer soufliert „What do you want?“. Einem etwas schwul wirkenden kann ich erklären, dass ich nur etwas mit Gemüse möchte. Eine Minute später bekomme ich gebratenes Gemüse mit Reis. Lecker 😉

Im Skytrain benutzen bin ich inzwischen Profi. Der Zug ist übrigens klimatieirt und das nicht zu knapp. Ich hatte mir noch einen Eiscafé geholt und beim Verlassen des Zielbahnhofes fallen mir Schilder auf, die essen (wie rauchen, Müll wegwerfen ect.) verbieten und eine Geldstrafe androhen. Komisch, hier wird überall wird Essen verkauft…

Tja, jetzt wird es schwierig, von der Skytrainstation zum Jim Thompson Haus soll ich mich durchfragen. Ich bin faul und frage einen Tuk-Tuk Fahrer. Er spricht kein Englisch, außer „200 Bath“. Ich lache einmal herzlich und sage etwas von 50 Bath. Ein weiterer Fahrer kommt hinzu, es werden ein paar Fetzen Thai ausgetauscht. „50 Bath, ok?“ Hm, das ist wohl eine sehr kurze Strecke, wenn der Fahrer den Preis von alleine anbietet.
Ich schwinge mich auf den Sitz, die Fahrt geht die Straße hinunter, nach 500 Metern wird gewendet. Wenden ist nichts ungewöhnliches, meistens kann man nur so rechts abbiegen, weil ein Grünstreifen in der Mitte der Straße verläuft. Wir halten an einem Schild „Jim Thompson House“, das nach rechts deutet. Der Fahrer macht gesten, dass ich die letzten Meter laufen soll. Ein paar Meter weiter sehe ich die Schilder der Skytrainstation, die ich gerade verlassen habe. Schön blöd, 50 Bath für einmal im Kreis fahren. Der Fahrer weigert sich auch mich bis vor die Tür zu fahren, also bezahle ich zähneknirschend mit einem 500 Bath Schein. Hehe, Rache ist süß. Zögerlich gibt er das Wechselgeld raus. Nach 400 Bath tut er so, als ob das alles gewesen ist. „50 please!“. Ich bekomme 2×20 Bath. „10 please!“. Er macht nichts. Ich reiche ihm 10 Bath in Münzen und deute auf den Zwanziger in seiner Hand. Endlich habe ich das Wechselgeld.
Christoph hat mir im Bamboo Riverside einen Spruch gesagt, der auf Deutsch bedeutet „Die Scheiße in Deiner Hand ist besser als Dein Furz den Du riechst!“. 10 Bath und dieser Spruch wären angemessen, leider kann ich mir so schon kaum die Standardphrasen in Thai merken 🙁

Das Jim Thompson Haus ist eine kleine Oase in dem gewühle der Stadt. Es ist recht klein, man bekommt für 100 Bath eine 15-minütige Zwangsführung. Taschen darf man nicht ins Haus nehmen, fotografiert werden darf im Haus ebenfalls nicht. Nach jedem Raum bekommt man aber den Hinweise, dass man nach der Führung die Zimmer von Außen fotografieren darf…

Danach fahre ich eine Station mit dem Skytrain zum Siam Square. Hier drängen sich die Shoppingtempel. In einem verlaufe ich mich fast in der Parfümerieabteilung, die riesengroß ist und duzende Marken aufführt, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Es ist alles sehr groß, verglast und sehr edel. Man sieht sehr viele Nobelthais und ein paar erstaunte Farangs. Im Keller gibt es wohl eine Aquariumlandschaft zu bestaunen. Als ich diese endlich gefunden habe, schrecken mich 450 Bath Eintritt, den selbst Thais zu berappen haben.

Also gehe ich vor die Tür und such mir ein letztes Mal ein Internetcafé 😉 Langsam wird es dunkel, ich werde mir noch irgendwo den Bauch vollschlagen und dann versuchen den Weg zurück zum Flughafen zu finden. Ralf und Mod treffe ich dort um 22:00 Uhr und eine halbe Stunde nach Mitternacht geht es zurück nach Berlin.

Ich muss mich also langsam wieder daran gewöhnen, auf der rechten Seite der Straße zu fahren und Bier ohne Eiswürfel zu trinken 😉

Trotz des guten Wetters und der vielen schönen Eindrücke freue ich mich auch auf zu hause und die Dinge, die ich vermisst habe. Da wäre etwa: endlich wieder warm duschen 😉 Ich habe sehr preiswert gewohnt und die meisten Unterkünfte hatte nur eine kalte Dusche. Irgendwann im Dschungel hatte ich plötzlich „Pocket Size Sun“ von Tiamat als Ohrwurm. Das würde ich gerne bei einer Tasse Tee hören. Überhaupt: laute Gitarrenmusik und Konzerte. Wie habe ich es nur drei Wochen ohne ausgehalten?

(mitlesende Mütter hören jetzt besser auf zu lesen)

Dann würde ich noch gerne diverse Reiseführer kaufen um meine insgeheim schon beschlossene Motorradtour durch Thailand, Laos, Kambotscha und Vietnam zu planen 😉

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The Beach

Aus der Abteilung thailändische Merkwürdigkeiten: Mülltonnen. Ich dachte Anfangs, das sind überdimensionierte Eintöpfe. Es sind aber Mülltonnen. Die werden scheinbar aus alten Reifen hergestellt, die Tonnen sind aus verschiedenen Gummiteilen zusammengetackert. Verwunderlich: wie kommt ein Land, das so viel Müll produziert mit so kleinen Mülltonnen aus?

Ein zweites Phänomen sind Lose: in jeder größeren Stadt pflastern Losverkäufer die Bürgersteige. Die Lose sind auf einen Tisch genagelt und der Käufer kann sich seine Lose aussuchen. Die Thais müssen sehr lottoverrückt sein. Der Losverkauf ist scheinbar für viele Menschen der Lebensunterhalt und Lose für andere wiederum Lebensinhalt.

Noch ein Wort zu den Internetcafés: es gibt sie an jeder Ecke. Allein Pai, das eigentlich nur aus vier größeren Straßen besteht hat mindestens 20.
Die Rechner sind alle hochgradig verseucht. Man findet diverse Virenscanner und Adware-Remover auf den PCs, trotzdem öffnen sich ständig Popups und Warnungen des (nicht lizensierten) Virenscanners. Vielleicht ist die Leitung auch nur deshalb so langsam, weil Bots von allen Rechnern permanent Spam in die Welt senden.
Viren scheinen ein Ärgernis zu sein, das man so hinnimmt, wie die Magen-Darmerkrankung, die von dreckigem Essen herrührt. Die Ursache für den ganzen Schlamassel nimmt hier niemand in Angriff.
Dafür kann man auf den Rechnern, dem Administrator-Account sei dank, machen, was man möchte. Meine Erste Amtshandlung ist immer Firefox runterzuladen. Das nächste Mal nehme ich mir einen USB-Stick mit den wichtigsten Tools mit 😉

So, zurück in die wirkliche Welt. Sagte ich gestern etwas von laschem Essen? Natürlich habe ich eine Garküche gefunden. Die Farangs am Nachbartisch lassen ihre Suppe stehen, weil sie zu scharf ist. Das sollte mir eine Warnung sein. Ist es aber nicht. Ich bestelle Somtam, den leckeren Papayasalat. „Spicy!“.
Eine halbe Stunde später schlagen Flammen aus meinem Mund. Über das Dazwischen möchte ich nicht reden 😉

Am Morgen gibt es wieder Müsli für den geschundenen Magen. Ein Fahrer holt mich mit seinem Luxus-Pickup ab. Am Pier ist Gewühle, ich reiche den Voucher über den Tisch und bekomme wieder einen Aufkleber auf die Brust.
Das Ausflugsschiff entpuppt sich als die Fähre nach Ko Phi Phi, auf der ich zwei Deutsche vom gestrigen Ausflug wiedertreffe. Als nach 90 Minuten Ko Phi-Phi in Sicht ist, werden die meisten Gäste auf ein anderes Schiff geladen. Sie tragen einen anderen Aufkleber und so verbleibe ich auf der Fähre. Auf dem Pier in Ko Phi Phi Don findet man das bekannte Bild – Werber über Werber. Ich will nach dem Ausflug weiter nach Krabi und habe ich meinen Rucksack dabei. Aufgrund dessen bekomme ich sehr viele Angebote für ein Zimmer.
Neben dem Pier werden die ausflugswilligen Gäste versammelt. Ich kann meinen Rucksack in einem Laden lassen. Meine größere Sorge ist nicht, dass der Rucksack wegkommt, ich befürchte eher den Laden nicht mehr wiederzufinden 😉

Koh Phi Phi

Zum Glück muss ich mir um den Rucksack in den nächsten Stunden gar keine Sorgen machen. Statt dessen sterbe ich, stellvertreten für meine Kamera, 1000 Tode. Ich bin davon ausgegangen, dass der Ausflug wieder auf einem großen Schiff stattfindet. Statt dessen werden wir in 6er Gruppen in Longtailboote gesetzt.
So ein Boot kann sehr wackeln. Besonders, wenn es sich durch
die von großen Booten verursachten Wellen kämpft. Ich rede mir ein, dass ein gekentertes Boot schlecht für’s Geschäft ist und dieser nette Herr am Steuer keinesfalls arbeitslos werden möchte.

Wir erreichen Ko Phi Phi Leh unbeschadet und arbeiten uns an den steil in den Himmel aufragenden Felsen voran. Es gibt ein paar Höhlen im Felsen, in denen auch Menschen zu wohnen scheinen. Wohnraum ist hier wahrscheinlich das, was man sich nimmt.

Wir halten in einer Bucht, die fast vollständig von Felsen umschlossen ist. Das Wasser ist glasklar und man kann in Ufernähe stehen. Ein paar andere Longtailboote entlassen ihre Gäste und auch wir nehmen ein erfrischendes Bad. Ich schwimme ein paar Mal ums Boot und genieße den Anblick von Wasser, Felsen und Himmel. Die Fische genießen meinen Anblick und knabbern an mir rum. Das zwickt und ich erschrecke mich jedes Mal 😉 Also zurück ins Boot, Fotos machen.

Ko Phi Phi Leh

Danach geht es weiter in eine andere Bucht. Hier drängeln sich die Speedboote und versuchen um die Longtailboote und die Horden von Schnorchlern einen Weg zu finden.

Snorkling stop at Ko Phi Phi Leh

Die Schnorchel sehen nicht sehr appetitlich aus. Ich frage mich wie gestern auch, ob die überhaupt jemals sauber gemacht werden. Ich reinige meinen ausführlich mit feuchten Instantwaschlappen, spühle ihn gründlich mit Wasser ab und betrete das Aquarium. Meine Brille ist undicht und ich lasse mir einen anderen Schnorchel geben. Den kann ich im Wasser nicht so gründlich sauber machen. Ach egal 😉 Das bisschen Herpes… 😉

Weiter geht es, wir hüpfen lustig über die Wellen und kämpfen uns entlang der Insel. Schliesslich öffnet sich vor uns wieder eine Bucht mit einem Strand. Es ist DER STRAND.
Es sieht wirklich aus wie im Film. Die Felsen sind hoch und grün, das Wasser glasklar und der Sand ist weiß wie Koks 😉
Wenn man genauer hinschaut: überall liegt Müll, es sind hunderte von Menschen hier, das Aufheulen der Speedboote hallt durch die Bucht 🙁

Overcrowded Maya Bay (also known as "The Beach")

Wir halten an einem kleinen Strand gegenüber vom Hauptstrand. Während die Ausflugsgäste den Anblick genießen, schleppt die Crew das Essen heran.
Ich mache Fotos und versuche die Momente abzupassen, in denen keine Menschen durchs Bild rennen. Das ist sehr, sehr schwer…
Das Essen gleicht dem vom Vortag, schmeckt aber trotzdem super.

Koh Phi Phi

Nachdem sich alle satt gegessen und gesehen haben, geht es wieder zurück nach Ko Phi Phi Don. In der Nähe vom Pier gibt es nochmals einen Schnorchelstop, die Crew verfüttert übrig gebliebenes Essen an die Fische. Dass die Viecher so sehr auf Omlets stehen, ist mir auch neu.

Ich bleibe dieses Mal lieber im Boot: meine Hose ist gerade so schön trocken, peinliche Flecken möchte ich vermeiden.

Auf dem Pier erbeute ich noch schnell einen Eiscafé. Auf der Fähre lerne ich, dass man auch mit Lichtschutzfaktor 30 einen prima Sonnenbrand bekommen kann. Die Theorie war mir ja auch soweit klar, es geht aber nichts über den Selbstversuch 😉

Auf der Fähre kann man für 50 Bath einen Bus zum Hotel buchen. Ich denke, dass es besser wäre mit dem Tuk Tuk direkt zum Hotel zu fahren, statt eine große Schleife durch die Stadt bei der alle Touristen auf den Hotels verteilt werden.
Am Pier in Krabi habe ich diesen Teil der Überlegung schon wieder vergessen und kaufe mir ein für 50 Bath ein „Busticket“. Als es heisst, „wait here 10 minutes“ fällt mir wieder ein, warum ich ein Tuk Tuk nehmen wollte 😉
Ich warte. Irgendwann geht es wohl los: der dicke Mann, der fleißig Fahrgäste geworben hat, winkt. Wir betreten eine Art Konservenbüchse. Als sich ein Mann mit Schirmmütze auf einen Sessel setzt und den Motor startet, stelle ich fest, dass wir im Bus sitzen.
Fahrziel ist wohl „Krabi Town“ und ein Strand. Ich hatte den dicken Mann zwei Mal gesagt, in welches Hotel ich möchte. Wir fahren an besagtem Hotel vorbei, ohne zu halten. Ich sage ihm, dass ich aussteigen möchte. Der Bus hält, ich mache Anstalten auszusteigen, der dicke Mann brüllt in Gestapotonlage „Ticket please!“.
Thais sind komisch. Ich hatte das Ticket die ganze Zeit in der Hand, weil es niemand sehen wollte. Plötzlich scheint das Fortbestehen des Universums von meinem Ticket abzuhängen.

Auf der Straße stoße ich fast mit Andrew zusammen, er ist sehr erfreut mich wiederzusehen. Ich bin sehr erfreut, dass er mir sofort meine 400 Bath wiedergibt, die ich für das nicht in Anspruch genommene Zimmer gezahlt hatte. Er ist sehr erfreut, dass ich wieder bei ihm einchecke und dazu noch ein Taxi für den nächsten Mmorgen möchte.
Als ich sein Angebot von 350 Bath für sehr teuer halte und etwas von 250 sage, ist er plötzlich nicht mehr erfreut und wendet sich einer seiner Mitarbeiterinnen zu.

Ich latsche ein bisschen durch die Stadt und versorge mich mit Ananas und Eiscafé.
In einem weiteren „7 eleven“ bin ich mutig und probiere „Milk Tea“. Oh, das ist genau der Tee, den ich schon mal hatte und sehr lecker fand.
Der Tee ist fast schwarz wie Kaffee und kommt geschmacklich in etwa an Roibostee heran. Unten in der Tasse ist ein dicker Klecks „Milch“, also diese geüsste Kaffeesahne. Wenn man dann umrührt wird aus der schwarzen Brühe hellbrauner Tee, in den man besser keinen Zucker mehr macht 😉
Soweit versorgt finde ich auf dem Markt noch einen Crepes-Stand, der dieses Mal echte Bananen zu bieten hat. Natürlich sage ich zu „Wid mild?“ Ja. Es gibt über die „Milch“ nochmal eine Extraportion Zucker. Das resultierende Backwerk ist sehr, sehr süß.
Als ich nach einer Überdosis Ananas meine Zunge nicht mehr spüre, beschliesse ich erstmal mit dem Essen aufzuhören 😉

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Die vier Inseln

Randnotiz: hier unten ist die Welt schon etwas muslimischer, der Einfluss aus Malaysia spürbar. Ein gewisser Teil der Frauen trägt Kopftücher, dafür habe ich hier unten das erste Mal eine weibliche Tuk-Tuk Fahrerin gesehen 🙂

Am Morgen soll es um 8.00 Uhr thailändischer Zeit losgehen, also frühestens um 8:30 Uhr 😉 Ich bestelle erstmal bei dem Ladyboy des Garden Home Müsli und Kaffee. In Chiang Mai hat man ja einige umgebaute Herren gesehen, die wahrscheinlich etliche Stunden pro Tag im Badezimmer verbringen. Dieses Exemplar hier geht etwas lockerer zu Werke, man sieht noch deutlich die Bartstoppeln.
Ich gebe ihm/ihr die Karte zurück, er/sie haucht „thank you“ und schlurf, schlurf, schlurft von dannen. Ich beobachte ihn/sie bei der Müslizubereitung, jedes Korn wird liebevoll einzeln in die Schale gelegt, die Bananen präzise positioniert und der Yoghurt extra cremig gerührt. Das Warten lohnt sich, der Geschmack kommt zwar nicht an Daos Müsli ran, aber es ist auf jeden Fall Platz zwei der Urlaubsmüslicharts.

Ich werde von einem Pickup abgeholt und zum Pier gefahren. Dort warten schon ein paar deutsche Touristen, denen wurde gesagt, es geht um 8.00 Uhr los, bei mir hiess es 9:00 Uhr. Nach 10 Minuten können wir aufs Schiff, und ich denke „das wird ja gemütlich, nur 6 Gäste“. Irrtum, in letzter Minute stößt eine Gruppe Japaner hinzu.
Es ist trotzdem genug Platz, die Crew ist sehr nett und die Sonne scheint mir auf den Pelz. Vielleicht ist Pauschalurlaub doch nicht so schlecht 😉

Die mitreisenden Japaner fotografieren sich ständig selbst und sprechen sehr schlecht bis gar kein Englisch, das erschwert die Kommunikation etwas. Beim ersten Schnorchelstop stellt sich auch heraus, dass einige von ihnen nicht schwimmen können. Ich frage mich, warum die Leute eigentlich eine Schnorcheltour gebucht haben.
Während in Japan noch die Rettungswesten angelegt werden, wird in Deutschland schon lustig geschnorchelt. Das Wasser ist recht klar, die Fische bunt. Es ist ungefähr so, als ob man durch das Aquarium der Lieblinscocktailbar schwimmt, bunte Fische und unter einem Korallen.
Die Faszination für die Unterwasserwelt führt zu gelegentlichen Zusammenstößen der Tauchenden. „Sorry!“ mit einem Schnorchel im Mund klingt sehr lustig.
Wir mir eine Deutsche später erzählt, ankert die Crew vorbildlich: der Anker wird an der Boje festgemacht um das Riff nicht zu beschädigen.
Ich finde mich plötzlich inmitten eines Fischschwarms wieder und schaue vielen verdutzten Fischen tief in die Augen. Der Grund dafür sind die weniger vorbildliche fernöstlichen Touristen. Reis und Kekse ins Wasser zu werfen, um die Fische anzulocken ist schon grenzwertig. Später werden die Fische aus dem Wasser genommen und aufs Boot gelegt um sie zu filmen/zu fotografieren. Von den entzürnten Hinweisen einer deutschen Touristin lassen sie sich nicht besonders beeindrucken.

Angesäuert und gleichzeitig erfrischt geht es weiter zu einer anderen Insel. Es wird ein Tisch am Strand aufgebaut und Essen aufgetafelt. Sehr lecker sind die Gemüseomlets, weiterhin gibt es undefinierbares Gemüse (lecker) und eine Art Zuchini mit Huhn (lecker – zumindest die Zuchini). Ich bin hungrig und schlage mir den Bauch voll. Danach kann ich mich nicht mehr bewegen und muss zurück ins Meer gerollt werden.

Als ich auf Deck langsam wieder zu mir komme, steuern wir schon die Emerald Cave an. Es wird eine Art Seesack herumgereicht, in den alle ihre Kameras packen. Ich frage den freundlichen Seesackbesitzer „Dou you think, this is safe?“ „Hey, I do this every day and never ever anything happened!“. Die Neugierde siegt, ich verabschiede mich liebevoll von meiner D70 und lege sie zu den anderen 10 Kameras in den Sack.

Die Höhle führt zu einem ringsum von Felsen umschlossenen Strand. Man muss etwas drei Minuten durch die stockdunkle Höhle schwimmen. Dieses Mal binden sich alle eine Schwimmweste um. Der Seesack mit Taschenlampe schwimmt voran. In der Höhle stößt man fast zwangsläufig zusammen, weil alle zur Taschenlampe schwimmen.
Die Strecke ist kürzer als erwartet, schon an der nächsten Biegung sieht man wieder Licht und steht kurze Zeit später an einem kleinen, traumhaften Strand. Die umliegenden Felsen sind grün bewachsen, sehr hoch und sehr steil.

Die Kameras sind trocken geblieben, ich versuche die beeindruckende Landschaft einzufangen, das klappt aber eher schlecht als recht.

Emerald's Cave Emerald's Cave

Alle finden wieder heil zum Boot zurück, unterwegs können noch die Fledermäuse in der Höhle bewundert werden.
Ein letzter Schnorchelstop wird angesteuert, auch hier ein buntes Treiben im Wasser. Durch die vielen Boote ist es jedoch etwas aufgewühlt. Von so viel körperlicher Anstrenung falle ich auf Deck wieder sofort ins Koma und verschlafe die Heimfahrt. Ich wache erst auf, als wir durch die Mangrovenwälder von Ko Lanta schippern.

Am Pier zeigt sich das übliche Bild, viele Hotels umwerben die ankommenden Gäste. Auch unser Boot hat unterwegs ein paar Leute aufgegabelt, die nun von Prospekten und „only 300 Bath, very beautiful“ bedrängt werden.
Meine Hotelmutter ist auch dabei und legt sich gut ins Zeug. Sie bedeutet mir am Auto zu warten. Ich beruhige die beiden geworbenen Gäste, dass die Zimmer ok und die Familie sehr nett ist.
Jetzt ist es dunkel und ich werde mal schauen, ob ich eine Ananas und einen Eiscafé erjagen kann. Vielleicht findet sich noch eine leckere Garküche, das Essen im Hotel ist mir irgendwie zu lasch 😉

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Urlaubspostkarte

Postcard from an island

Liebe Kollegen, ich freue mich Euch mitteilen zu können, dass sich mein Urlaub um unbestimmte Zeit verlängern wird. Ihr habt sicherlich Verständnis, dass ich bei dieser Aussicht hier ungerne ins kalte Deutschland zurück möchte. Plant mich am besten für die nächsten Projekte nicht ein. Ich lasse wieder von mir hören, wenn das Thermometer in Deutschland die 25 Grad überschreitet.

Viele Urlaubsgrüße von Thomas

p.s.: es wäre sehr nett, wenn Ihr mir mein Gehalt weiterhin überweisen könntet. Es ist hier zwar sehr preiswert, aber bei meinem exzessiven Lebenswandel ist regelmäßiger Nachschub von Nöten.

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Ko Lanta (2)

fishing

Puh, das ist ja ziemlich touristisch hier. Man kann Ausflüge buchen oder am Strand liegen. Ich buche Ausflüge und latsche am Strand lang.
Morgen geht es schorcheln zu vier Inseln, das Standardpaket hat wohl jeder hier im Programm. Übermorgen verabschiede ich mich auf dem Ausflug nach Ko Phi-Phi und nehme die Fähre nach Krabi. Von dort am nächsten Morgen nach Bangkok und abends dann weiter nach Helsinki und Berlin. Soweit der Plan.

Morgen nehme ich nur die Kamera, ein Objektiv und den Infrarotfilter mit, ich hoffe dass alles trocken bleibt. Falls nicht, ist zumindest der Rest der Ausrüstung noch zu verwerten 😉

Mich treibt es nochmal vor die Tür, Geld tanken und irgendwie habe ich Heißhunter auf Ananas 😉 Das schöne an Thailand ist, dass man überall am Straßenrand Garküchen und Obsstände hat. Hier sind diese großartigen Nahrungsmittelerwerbsstätten zwar spärlich gesäht, es gibt sie aber ebenfalls. Nachdem ich den Geldautomaten überfallen habe, bekomme ich an einem Stand eine frisch zerlegte Ananas. Lecker.

Achja, das liebe Geld: ich gebe weit mehr aus als geplant. Ich kann die Beträge auch nach drei Wochen nicht einschätzen. Wenn ich 1000 Bath in der Tasche habe, denke ich „Super, das reichte ja noch lange“. Dann bemerke ich, dass das gerademal 20 Euro sind. Zum Glück kann ich mit der Kreditkarte Kleckerbeträge abheben, wären die Gebühren nicht ausschliesslich prozentual, wäre ich schon ein Vermögen an Transaktionskosten losgeworden.

Huch, der Internetcafebetreiber will schliessen. Dann manche ich mal etwas ganz ungewöhnliches: früh ins Bett gehen 😉

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