Dunedin

———-[ Post von Petra ]———-
Heute morgen war mal nicht Packen und Abreisen angesagt und wir haben gemuetlich gefruehstueckt und sind gegen 10:30 Uhr nach gruendlichem Studium des Lonely Planet und des Stadtplanes in Richtung Otago Peninsula aufgebrochen. Das ist eine kleine Halbinsel vor Dunedin. Auf der Halbinsel gibt es einige interessante Ecken zum „Viecher gucken“, wie Thomas zu sagen pflegt. Unser erstes Ziel war der Leuchtturm am Ende der Insel. Dort leben und brueten Kormorane und es brueten zur Zeit auch einige Albatrosse. Im Doubtful Sound haben wir sie fliegen sehen und jetzt hier bruetender Weise auf ihren Eiern. Das Brutgebiet ist durch hohe Maschendraht- und Stacheldrahtzaeune abgeriegelt und so ging es nur mit Fuehrung durch das geschuetzte Gebiet. Der Aussichtspunkt ist auch verglast, damit Familie Albatros ihre Ruhe hat, was man ja verstehen kann. Wer laesst sich auch schon gern staendig auf den Kuechentisch und ins Schlafzimmer schauen!

Die lieben Tierchen legen ja einen eleganten Gleitflug hin und es ist doch beeindruckend, was da an Masse durch die Luft segelt. Die Voegel werden ca. 120 cm gross (stehend) und haben 3m Fluegelspannweite. Das Gewicht habe ich mir nicht gemerkt, aber schon das frisch geschluepfte Kuecken ist „maechtig,gewaltig“. Die Fuehrung war sehr anschaulich gestaltet, u.a. mit entsprechenden Plueschtieren, sodass man als Besucher eine Vorstellung fuer Groesse und Gewicht in den einzelnen Wachstumsphasen der Tiere bekommen konnte.

Leider ist der Flugbetrieb in der Brutzeit sehr eingeschraenkt und so konnten wir sie nach der Besichtigung nur von Weitem noch einmal segeln sehen. War aber auch wieder schoen.

Wusstet Ihr, dass die Jungvoegel, wenn sie denn fluegge sind und das elterliche Nest verlassen die ersten 5 Jahre nur fliegen und hoechstens auf dem Meer pausieren? Und wenn sie nach 5 Jahren das erste Mal auf festen Boden landen wollen, koennen sie dies nicht richtig und fallen erst einmal um 🙂 Sie erleben eben ihre Sturm- und Drangzeit im Fluge und wenn Nachwuchs angesagt ist, werden sie (etwas sesshaft). Irgendwie kommt mir das bekannt vor…..

Die Forschungsstation in Dunedin beobachtet die Voegel genau und das aelteste Exemplar ist uebrigens 62 Jahre alt geworden.

Allans BeachNach den Albatrossen und den vielen neugierigen und schon etwas dreisten Moewen haben wir uns noch einige Straende auf der Halbinsel angesehen. Leider keine Seeloewen gesehen, obwohl der Lonely Planet schreibt, dass sich die Surfer und Seeloewen den Strand teilen (Allans Beach). Die Sandfly Beach haben wir nach den Erfahrungen der letzten Tage gemieden….

Die Fahrt ging zurueck nach Dunedin mit einigen Fotostops unterwegs und endete am schoenen Bahnhof. Ich schaetze – Jugendstil pur!

Ich hoffe, unsere Fotos koennen in etwa dies alles widergeben.

Das Abendessen war heute unspektakulaer im Hostel – Stulle und Tee. Die anderen Bewohner haben Menus gekocht, aber uns war nach den opulenten Mahlzeiten der letzten Tage nicht danach. Ausserdem fehlt uns ein bisschen unser taeglicher 6 Stunden Marsch von Hokitika ;-).

HostelDas Hostel ist ganz nett. Ich war gestern nach der Ankunft und der Fahrt durch die Stadt leicht genervt. Diese steilen Strassen und das mit Linksverkehr, Linksschaltung und Anfahren am Berg! Dadurch konnte ich die liebenswerten Kleinigkeiten und Details der Unterkunft gar nicht sofort erkennen. Das Hostel heisst „Chalet Backpakers“ und der Lonely Planet schreibt darueber:

“ Das mehr als 100 Jahre alte gut gepflegte Haus hat viel Charme….Die Doppelzimmer sind geraeumig.Das Backpackers hat eine grosse Kueche und einen Speisesaal mit einer einzigen langen Tafel, was der Kommunikation recht zutraeglich ist (stimmt!). Was es sonst noch gibt? Einen kleinen Garten, eine Katze, ein Klavier und Geruechte, dass es spukt.“

Dies hatte ich gestern gelesen und heute Nacht, als ich kurz wach wurde, habe ich Sterne im Zimmer gesehen und irgendetwas hat mich spaeter beruehrt *grusel, grusel,grusel* !

Die Aufloesung des Ganzen?

Das Haus ist wie gesagt, etwas betagt und in unserem Zimmer ist ein Oberlicht, das nicht mehr gebraucht wird, mit einem schoenen hellblauen Himmel und weissen Woelkchen bemalt und nachts leuchtet dahinter eine Lichterkette. Fragt mich nicht wann und wer die einschaltet…

Der Geist, der mich beruehrte war Thomas, weil ich wahrscheinlich wieder einmal so entsetzlich geschnarcht habe. 🙂
———-[ Post von Petra ]———-

The hostel is an old hospitalZu dem Hostel moechte ich noch anmerken: Das war frueher ein Krankenhaus. Es ist sehr kitschig eingerichtet und hat unheimlich viel Charme. Ich warte nur darauf, am Kuehlschrank der verrueckten Krankenschwester aus Maniac Manson in ihrem Blutverschmierten Kittel zu begegnen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.