Juni

Heute werden die neuen Fenster eingesetzt.

Zack, fertig. Die Holzwürmer fangen gleich mit der Fassade an. Die genaue Einteilung der Bretter ist eine Wissenschaft für sich.

Wichtiges Detail: Insektenschutz

Die Schwalben sind mäßig begeistert von den neuen Fenstern.

Der Gasanschluss ist zwar zurückgebaut, der Zähler hängt aber noch. Mitnehmen wollte ihn die Baufirma nicht („andere Abteilung…“), einfach abbauen darf ich ihn aber auch nicht, weil das wiederum ins Themenfeld „Erschleichung von Leistungen“ fällt.

Probesitzen im neuen Esszimmer. Noch etwas rustikal, der Ausblick ist aber super.

Die Wand sieht schon prima aus, allerdings sind noch Heizungsrohre entlang der Fußleiste verlegt. Bonus: es sind noch Wasserreste drin.

Ich bin so kluk! Druckluft drückt das Wasser aus den Rohren…

Allerdings landet nicht alles davon im Eimer.

Lecker.

Die Rohre sind schnell weggeflext, dann wird weiter Putz abgehackt.

Für gutes Internet auf der Baustelle strapse ich einen Access Point bei uns an den Schornstein. Es sind ja nur ~150m Luftlinie, da bekommt man ohne große Mühe genug Bits durch die Luft.

Der Heizungsbauer hat inzwischen die beiden Heizkessel auf die Baustelle liefern lassen. Eigentlich wären die noch gar nicht dran, aber da eine Preiserhöhung vom Hersteller droht, wurden die jetzt schon bestellt und kosten von nun an wertvollen Platz in der Scheune.

Warum eigentlich zwei Kessel? Wir haben viel und lange darüber nachgedacht. Zur Auswahl stehen bei uns Gas, Holz oder Strom.

Holz ist bei uns eigentlich gesetzt. Wir haben Wald, kommen sehr günstig an Holz. Deswegen war früh klar, dass wir einen Holzvergaserkessel wollen. Auch wenn der die Verbrennung automatisch regelt, muss er immer manuell bestückt werden. Wir sind jedoch auch mal im Urlaub, ich bin gelegentlich dienstlich unterwegs oder auch einfach mal faul. Wir brauchen also eine Automatiklösung.

Wenn man neu baut (und sich keine Gedanken macht), nimmt man vermutlich eine Wärmepumpe. Das kommt aber bei uns nicht in Frage, unser Wärmebedarf ist höher als ein KfW70 Neubau und letztendlich heizt man mit Strom. Gas als fossiler Energieträger kommt für uns aus Prinzip nicht in Frage – wir haben deswegen ja gerade den Gasanschluss zurückbauen lassen. Dann bleiben eigentlich nur noch Pellets. Eine Pelletheizung abeitet automatisch (gelegentlich verlangt sie die Leerung des Aschekastens), allerdings braucht man Platz für das Pelletlager. Hinzu kommt, dass man Pellets besser lokal bezieht. Es macht keinen Sinn, in Russland Wälder abzuholzen, die zu Pellets zu verarbeiten und dann mit einem LKW nach Deutschland zu fahren.

Wir haben dank des Scheitholzkessels erheblichen Platzbedarf, der Kessel erzeugt nämlich so viel Wärme, dass ein Pufferspeicher nicht ausreicht und man zwei braucht. Wenn dazu jetzt noch das Pelletlager kommt, können wir quasi sämtlichen Platz im Erdgeschoss für die Heizung verplanen. Nachdem aber T. noch eine sehr gute Idee zur Raumaufteilung im Erdgeschoss hatte, konnten wir zumindest auf dem Papier alles so anordnen, dass genug Platz für Pelletlager, Puffer und Heizkessel vorhanden ist.

Unschönes Detail: der Fensterbauer hat die Fensterbretter zu schmal angefertigt.

Jetzt ragen die Abschlussprofile unter dem Holz der Laibung hervor. Das wäre mir gar nicht aufgefallen, aber die Holzwürmer haben gleich auf das eigentliche Problem hingewiesen: Wenn Wasser von oben kommt, läuft es über das Abschlussprofil hinter die Fassade. Den Fensterbauer alle Fensterbretter nochmal bauen lassen wäre etwas übertrieben. Zum Glück hat er dann auch die rettende Idee: es werden andere – schmalere – Abschlussprofile verwendet, so dass das Wasser von der Laibung auf das Fensterbrett tropfen kann.

Z. war fleißig und hat das alte, mit Lehmsteinen zugemauerte Fenster „richtig“ zugemauert.

Stillleben.

Die Fassade ist im OG jetzt dran und 10 cm mehr hätten es bei dem Kabel schon sein können. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn ich versuche hier eine Lampe anzuschließen…

Noch so ein Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin: wohin mit dem Antennenmast. Das Tantchen hat einen Fernseher, also muss eine SAT-Antenne auf’s Dach. Ich will aber auch noch LTE-Antenne und ein bis drei Outdoor-Router montieren. Also kommt der Antennenziegel neben das Fenster vom Arbeitszimmer. Er wird so positioniert, dass ich von innen gut ran komme. Dass wir dann immer die Rückseite der SAT-Antenne angucken, geht mir auch erst auf, als ich nochmal länger drüber nachdenke.

Kurzer Test mit der alten Antenne bestätigt: es sieht scheiße aus 🙂

Erstmal Dielen im zukünftigen Kinderzimmer von dem ganzen Schmoder befreien, der im Laufe der Jahre drauf geklebt wurde.

So langsam erkennt man, was es mal werden soll.

Das Rohr für die KWL-Abluft sitzt jetzt auch.

Rettende Idee von Z.: warum kommt der Antennenziegel nicht eigentlich neben die Ausstiegsluke für den Schornsteinfeger? Gesagt getan.

Das Ergebnis ist um Längen besser. Ich kann vernünftig stehen, komme viel einfacher an den Mast und der Blick aus dem Arbeitszimmer wird nicht durch die SAT-Antenne getrübt.

Zwischendurch bastle ich etwas mit 1wire Sensoren. Zum Glück gibt’s bei Voltus lila Kabel, so komme ich mit meiner Nomenklatur nicht durcheinander.

Trockentest um das Lüftungsgitter für die KWL außen zentriert zu montieren.

Zack. Vier Schrauben und ordentlich Silikon – hält.

Die Fassade der unteren Etage ist auch fast fertig. Wir haben die Fassade im östlichen Viertel des Hauses auch im Erdgeschoss als Holzfassade geplant. So sieht es von jeder Seite anders aus. Von den Nachbarn sieht man die Natursteinwand des Gewölbekellers, von der Straße die geputzte Fassade, von Hof und Garten sieht man alles: Putzfassade, Holzfassade und den Gewölbekeller.

Derweil geht es in der schwarzen Küche weiter. Das Problem bei sanierten Häusern ist die Dichtigkeit. Wenn man einen Kaminofen aufstellt, ist der Schornsteinfeger sehr darauf bedacht, dass genug Zuluft vorhanden ist und dass es z.B. durch eine Dunstabzugshaube nicht zur Situation kommen kann, dass Abgase in den Wohnraum geraten. Weil ich keine Lust auf Diskussionen mit dem Schornsteinfeger habe, habe ich den Ofen raumluftunabhängig geplant. Das heißt aber, dass wir jetzt in der schwarzen Küche stehen und überlegen, wie wir das 125er KG-Rohr verlegen können, durch das mal die Zuluft für den Ofen im Wohnzimmer vom Tantchen strömen soll.

Das Ziel ist die andere Seite des Raumes, dort hat Z. schon mit dem Kernbohrgerät ein Loch gebohrt.

Der abgelaufene Boden bestand aus Ziegelsteinen, die letztendlich nur in den Dreck gelegt wurden. Bevor wir Beton drüber kippen, nehmen wir die Steine lieber raus und verlegen sie später an anderer Stelle.

Hier ist jetzt etwas genauere Planung angesagt. In der Ecke, wo die Türen stehen soll mal ein Bad hin. Ein Bad braucht Abwasserrohre. Und Wasser fließt nur in eine Richtung. Wir müssen also das Zuluftrohr für den Ofen so tief verlegen, dass wir mit dem kreuzenden Abwasserrohr gut drüber hinweg kommen…

Der grobe Plan für die Badwände.

Das nächste Problem: Wir brauchen für die Schlafzimmerfenster im Dachgeschoss einen französischen Balkon. Die Maße der Fassadenbretter sind so ungünstig, dass keine Fertigware von Amazon passt. Ich rufe beim Schmied zwei Dörfer weiter an. „Nee, keine Zeit, alles voll“. Verflixt, das Gerüst ist bald weg und wir finden keinen Schmied…

Z. sitzt plant und zeichnet. „Das machen wir selbst!“.

Stahl gekauft, das Rohmaterial zugeschnitten und damit geht es dann zum Bekannten S., der hat ein Spezialschweißgerät mit dem das noch etwas besser geht.

Und kurze Zeit später steht ein französischer Balkon auf der Baustelle ❤️ Er muss nur noch verzinkt werden.

Leider sind die Holzwürmer schon fertig und bauen das Gerüst ab 🙁

Allerdings sehen wir das Haus jetzt erstmalig in einem (zumindest von außen) fast fertigen Zustand. Das ist schon relativ beeindruckend, insbesondere, wenn man weiß wie es vorher mal aussah. Plötzlich kommen (mir wildfremde) Menschen vorbei und gratulieren zur Fertigstellung und „da könnt Ihr ja bald einziehen!“. Ich lächle und verdränge die Gedanken an den Innenausbau für einen Moment.

Nachdem wir uns gefreut haben, stellt Z. fest, dass in der Scheune ein Balken gebrochen ist. Unsereins wäre das vermutlich nie aufgefallen… Nach kurzer Diagnose und Erörterung der Optionen läuft die Therapie auf ein Exoskelett hinaus. D.h. es wird eine Stahlkonstruktion gebaut, die den gebrochenen Balken stützt. Das ist einfacher als den Balken zu wechseln oder anderweitig zu sanieren.

Kleinere Anpassungsarbeiten…

Schon sitzt alles wie es soll.

Zwischendurch planen wir super professionell die Küche und legen Zollstöcke als Möbel aus.

Der Französische Balkon wurde ins Zinkbad getaucht und funkelt uns an. Wir grübeln noch, wie wir ihn ohne Gerüst in 9m Höhe montieren können.

Fortschritt derweil in der schwarzen Küche: das Zuluftrohr für den Ofen liegt. Blöderweise ist mir ein 2m Stück KG-Rohr umgefallen und hat ein Loch davongetragen. Wir tapen es mit Gaffa – es muss ja nur Luft durch’s Rohr, kein Abwasser.

So sieht das Zuluftrohr draußen aus. Es kommt in einem 1m breiten Stück zwischen unserem Haus und einem kleinen Schuppen der Nachbarn raus. Hinten im Bild: Die Rolle Rundstahl, die mal die Erdung für unseren Elektroanschluss werden soll. Es müsste ihn nur noch mal jemand verbuddeln…

So langsam müssen wir uns für eine Konkrete Aufteilung von Küche und Bad entscheiden, damit das Abwasser gelegt werden kann.

Zusammen mit den Leerrohren für Elektro soll hier auch das Abwasser entlang gelegt werden.

Erstmal müssen ein paar der alten Fundamentsteine weg.

Wir gucken uns die Treppenstufen zum Gewölbekeller an. Die würden unterm Beton verschwinden. Wäre eigentlich schade.

Als ich mich das nächste Mal umdrehe ist die „Operation Hinkelstein“ schon in vollem Gange. Z. und Kind 2 operieren die oberste Stufe unter Anwendung der Helbegesetze und mit den Tricks aus dem alten Ägypten Richtung Haustür.

Die nächste Stufe ist ein anderes Kaliber. Mindestens doppelt so groß und garantiert mindestens doppelt so schwer. Wir schätzen 400-500kg bringt der Stein auf die Waage.

Wir bauen erstmal eine Art Gerüst darüber.

Vierfach hält besser.

Trommelwirbel

Tataaa! Physik fetzt.

Jetzt noch vorsichtig drehen und dann Zentimeter für Zentimeter Richtung Tür bugsieren.

Aber wir wollten ja eigentlich Abwasser verlegen. Das graue Rohr führt Richtung Hof, dort ist die Klärgrube. 2006 wurde die Straße erneuert inclusive Kanalisation. Es gibt auch im Hof ein Rohr an das wir direkt anschließen könnten, aber der Ort selbst hängt noch nicht am Klärwerk. Wenn der große Tag X kommt, müssen wir theoretisch nur im Hof an der richtigen Stelle ein Loch buddeln und das Rohr zur Klärgrube Richtung Straße umleiten.

Was man auf dem Bild nicht so gut erkennt: das PVC-Rohr mündet in ein größeres Steinzeugrohr. Verbunden sind beide mit einer „Zementplombe“. Z. kann sich auch noch genau erinnern, wie er das zusammen mit Onkel W. in den 80ern gemacht hat. Leider war er schon damals sehr gewissenhaft und hat sicherheitshalber eine Kelle Zement mehr genommen.

Der Versuch das PVC-Rohr sauber zu entfernen schlägt fehl. Wir würden nur das Steinzeugrohr beschädigen.

Wir sind also pragmatisch und weiten das PVC-Rohr etwas um dann neues KG-Rohr dort direkt anzuschließen.

Fundstücke: Ein Stück von einem Schrank, an dessen Rückseite ein Stück einem Postformular (?) von 1905 klebt.

Mai

Auf dem Dach wird gedeckt. Also… das Dach wird gedeckt

Die Dämmung für die Fassade wurde geliefert.

Der Heizungsbauer deponiert ebenfalls schon sein Material im Hof. Langsam wird es eng,

sehr eng…

Z. denkt derweil sehr weit in die Zukunft und schneidet aus den alten Dachlatten Zaunlatten. Gute Vorbereitung ist alles: die Latten werden mit einem Brett und Schraubzwingen eingespannt, dann mit der Handkreissäge 45° schräg abgeschnitten.

Zack.

Nächstes Puzzlestück: das Rohr für die Lüftung muss mit eingebaut werden. Zum Glück haben wir ein Sägeblatt für Gasbeton.

Das Thema Lüftung ist nicht ganz frei von Diskussionen. Einerseits planen wir viel Wohnfläche, dreifach verglaste Fenster und Lehmputz. Ob man da eine Lüftungsanalge wirklich braucht, ist fraglich. Außerdem sind das nochmal 10k€ oben drauf.

Andererseits habe ich gesehen, was Feuchtigkeit im Laufe der Zeit mit Holz anstellt. Ich habe keine Lust auf Feuchteschäden. Frische Luft finde ich auch gut, ich bekomme schon mal Kopfschmerzen, wenn zu viel CO2 in der Luft ist. Und natürlich spekuliere ich auf den Spaß bei der Automatisierung.

Weil wir unentschlossen sind, gucken wir uns auch nach dezentralen Lüftungsgeräten um. Ein Anbieter projektiert 5 dezentrale Geräte – die ungefähr so unauffällig wie ein Heizkörper sind – sowie 7 Abluftventilatoren. Der Preis ist dann in der gleichen Liga, die Komplexität ist jedoch erheblich gestiegen. Wer weiß schon, wohin die Luft später wirklich strömt? Plus x Motoren und Elektronik, die irgendwann ausfällt.

Wenn wir bei einer Sache nicht sicher sind, machen wir das, was wir immer machen. Wir sehen baulich alles dafür vor und verschieben die Entscheidung darüber. Ein KG-Rohr kostet nichts und wenn wir die Lüftung doch nicht einbauen, kommt halt ein Deckel drauf. Besser so, als sich hinterher ärgern.

Zur Entspannung suche ich mir Loch in der Wand aus, das genau mein „Maurer-Level“ zu sein scheint.

Ich lerne beim Betrachten des Resultats von Innen: Ich bin kein Maurer.

Oha, die Dachfenster sind da.

Eingebaut…

…und für gut befunden.

Der Heizungsbauer montiert die Halterung für die Solarthermie, und die Dachdecker dürfen dann erstmal weiter eindecken.

Hier wieder so ein Kompromiss, als Folge unserer Unentschlossenheit bezüglich der Lüftungsanlage (KWL): wir haben zwei Lüfterziegel einbauen lassen.

Einen brauchen wir auf jeden Fall, um das Abwasserrohr zu entlüften (sonst saugt der Unterdruck beim Spülen die Geruchsverschlüsse leer). Den zweiten haben wir montieren lassen, für den Fall, dass wir uns gegen eine KWL entscheiden: dann kann das Bad mit einem Kleinraumventilator nach oben hin entlüftet werden (Kondensatfalle nicht vergessen!).

Falls wir doch eine KWL einbauen, wäre ein Lüfterziegel überflüssig. Aber was sind schon 235 Euro netto zusätzlich, wenn man dafür eine Entscheidung weiter vor sich her schieben kann.

Schlafzimmerpanorama.

Arbeitszimmer. Noch etwas staubig.

Bei dem Wetter ist Dachdecker der schönste Beruf der Welt.

Zack, fertig:

Das ist das erste Mal, dass ein Stück vom Haus richtig neu und fertig aussieht. Der Anblick ist zumindest für uns beeindruckend, weil wir natürlich die ganze Zeit mit dem Mindset gearbeitet haben, dass wir seit 1.5 Jahren ein 200 Jahre altes Haus sanieren.

Jetzt ist aber ein Teil abgeschlossen, der dem Haus ein komplett neues Gesicht verleiht und uns plötzlich bewusst macht, was für ein krasses Projekt das eigentlich ist und dass endlich ein für uns sichtbarer Meilenstein erreicht ist. Das fühlt sich ziemlich gut an.

Genug gefreut, jetzt wartet der nervige Kleinkram bei den Innenwänden im Erdgeschoss auf uns.

Die Schwalben probieren es in diesem Jahr wieder…

Das Lehmlager #2 wächst.

Ich spiele zwischendurch mit 1wire Sensoren herum. Die Einliegerwohnung für die Tante soll eine KNX-Installation bekommen, aber ich will das so günstig wie möglich machen. Ein KNX-Lichtschalter mit Temperatursensor bei einem Markenhersteller kostet mal eben 300 Euro, bei 5 Räumen ist klar, dass hier eine andere Lösung her muss.

Als Lichtschalter bekommt die Tante ganz normale Taster, die auf einen Binäreingang gelegt werden. Mit einem Doppeltaster kann man zwei Lampen schalten und mit einem langen Tastendruck zwei weitere Funktionen auslösen. Das sollte an Komplexität genügen.

Die günstigsten Binäreingänge kosten 8-9€ pro Kanal. Wenn ich die Öffnungskontakte der Fenster pro Raum brücke, brauche ich je Raum nur einen Binäreingang für die Information, ob irgendein Fenster offen ist. Das genügt um die Heizung abzudrehen oder beim Abschließen der Haustür eine Warnung auszulösen.

Da jetzt kein KNX-Taster mehr die Temperatur liefert, sollen hier 1wire-Sensoren einspringen. Diese kosten < 1€ pro Stück via Ali-Express. Allerdings scheint die Zuverlässigkeit von 1wire Systemen eher zu schwanken, wenn man sich im Netz so umschaut. Ich lasse es drauf an kommen und plane erstmal in jedem Raum einen Sensor. Wenn es nicht funktioniert, kann ich immer noch teurer KNX-Lichtschalter verbauen.

Wir sind zwar noch nicht fertig mit dem Ausmauern der Gefache, die Zimmerer fangen trotzdem schon mal mit dem Ausgleich der Fassade an. Das Haus steht schief, die Fassade soll gerade sein, die Dämmung muss mindestens 12cm betragen. Es wird gelotet und gegrübelt…

Ich hole noch schnell den letzten Lehm aus den Wänden.

Beschäftigungstherapie für die Kinder: Rasen mähen. Der Andrang ist groß, die Nachbarskinder wollen auch.

Der auf 1/3 seines Durchmessers reduzierte Balken hat zwar die letzten 50 – 80 Jahre gehalten, wir stützen ihn aber sicherheitshalber doch mal ab. Rechts vorm Fenster: eine Schwalbe versucht es mal wieder…

Kind 3 lernt jetzt Mauern beim Profi.

Eine größere Menge Elektromaterial ist angelandet. Große Vorfreude bei mir: Elektro mache ich am liebsten.

Dieser Balken ragte aus dem Haus raus und ging direkt in die angrenzende Scheune über. Die Scheune wurde 1983 abgerissen, das Stück Natursteinmauer mit dem Balken oben drauf, blieb übrig. Wir wollen die Mauer erhalten, aber der Balken muss weichen. Die Schnittfläche sieht super aus, dem 200 Jahre alten Balken geht’s prima.

(Als Z. knapp zwei Jahre später den abgeschnittenen Teil spaltet, riecht es nach frischem Harz).

Ausgleich an der Nordseite.

Und die Westseite ist jetzt auch dran.

Die Schwalben probieren es dieses Mal in der schwarzen Küche. Über dem Balken ist Lehm rausgefallen, dort gab es erste Nestbauversuche. Wir mussten das leider sofort unterbinden.

Wir ernten sehr vorwurfsvolle Blicke.

Blick an der Nordseite nach oben, hier kann man die Neigung des Hauses erahnen.

Top Catering.

Nicht so schön: ein Paket Dämmung war nicht ganz dicht und es hat geregnet. „Ach, das macht gar nix, kein Problem!“. Nunja, ich vertraue mal auf die Meinung der Profis.

Es ist zwar noch Kraut und Rüben, aber ich fange schon mal an Kabel zu ziehen, die in der Fassade verschwinden. Dort wo die Leiter steht, kommt später mal der Stromkasten hin.

Der Heizungsbauer montiert die Solarthermiemodule.

Size matters.

Als Naturfreunde kompostieren selbstverständlich auch die Katzen.

Leerrohr für die Nebeneingangstür.

Die Stalltür wird mal unsere Haupteingangstür, hier kommt auch ein Rohr für die Klingel + Gegensprechanlage hin. Ich will eigentlich einen RFID-Reader auf Hosentaschenhöhe haben, aber da noch gar nicht klar ist, wie hoch der Weg außen wird, kann ich das Rohr nur so ungefähr verlegen…

Z. hat derweil etwas sehr schlaues gemacht: Es gab „Lüftungsöffnungen“ im Bereich über dem Gewölbekeller. Diese wurden irgendwann zugemauert. Damit war der Luftaustausch eingeschränkt, die Balken über dem Keller hatten bessere Chancen wegzugammeln.

Also wird ein KG-Rohr eingemauert, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann. Eine passive Lüftung durch den Wind sollte dafür genügen.

Die Dämmung ist an der Fassade und ist gegen Wasser geschützt verpackt.

Unterm Dach gucken die Anschlüsse für die Solarthermie vor.

Sichtbarer Fortschritt ist bester Fortschritt.

Ich habe den Rolladen eines Dachliegefenster mit der beiliegenden Fernbedienung getestet und bereue es etwas. Wie ich im Internet lerne, sind Steuerung und Rolladen jetzt „smart“.

Das Problem bei Velux: die Steuerung ist zunächst „dumm“ und lässt das Rollo mit +/- 24V einfach hoch und runter fahren. Sobald aber das Rollo einmal mit einer Steuereinheit („KUX 110“) verbunden ist, spricht es auf den beiden Adern ein proprietäres Protokoll und ignoriert die einfache Ansteuerung über die Polumkehr.

Ich möchte aber die Velux Steuereinheit nicht verwenden: dann kann ich die Außenrollos nur über die Funkfernbedienung ansteuern. Das Problem mit Fernbedienungen: sie sind nie dort, wo man sie sucht, sondern in der Sofaritze. Außerdem haben sie eine Batterie, die irgendwann mal leer ist. Bei 6 Rollos ist das insgesamt einfach nur nervig.

Ich möchte meine Rollos mit dem Lichtschalter oder per cronjob steuern. Die Lösung von Velux für dieses Problem heißt „KLF 050“ und übersetzt potentialfreie Eingangssignale in Funksignale, die dann an die KUX-Steuereinheit gesendet werden, die dann das Rollo hoch und runter fahren lassen. Das ist doch eine einzige smarte Scheiße.

Ich baue mir erstmal in meinem Test-Kasten ein Setup zusammen, um die verbliebenen Rollos mit einem 24V Jalousieaktor zu testen. Der sendet einfach nur 24V in der richtigen Polung an das Rollo und spricht auf der anderen Seite KNX. So muss das sein.

Die anderen fünf Rolläden funktionieren an dem Setup und ich bin erleichtert, könnte mich aber auch in den Hintern beißen, dass ich mich meiner Neugier hingegeben habe und die blöde KUX-Steuerung angeschlossen habe.

Aber zum Glück ist auch dieses Problem eins, das man mit Geld lösen kann: Techniline, eine sehr freundliche Firma in Polen, baut Controller-Platinen, die zu Velux Rohrmotoren kompatibel sind und nur mit +/- 24V angesteuert werden.

Der Controller-Wechsel ist einfach, an ihn heranzukommen, wenn alles schon auf dem Dach montiert ist, gestaltet sich etwas schwieriger. Zum Glück sind die Dachdecker hilfsbereit und ich kann den Austausch schnell vornehmen.

Erste Dosenbohrung beim Tantchen im Wohnzimmer.

Z. hat schweres Gerät ausgeliehen. Ein Kernbohrgerät. Wir wollen große Löcher bohren.

In die Wand über dem Gewölbekeller soll ein zweites Lüftungsloch, damit der Luftwechsel zuverlässig stattfindet.

Größtes Problem: man muss das Gerät irgendwie verankern. Die Mauer ist zum Glück noch etwas löchrig unter dem neuen Balken, so dass wir einen Gewindestab durchstecken können, an dem das Gerät an die Wand geschraubt werden kann.

Die Bohrkrone dreht sich langsamer als bei einer Bohrmaschine. Das Wasser wird in die Krone geleitet, um den Abrieb abzutransportieren. Dann kann man sich langsam in die Mauer arbeiten.

Mit Geduld kommt man durch die Wand.

Bohrung Nummer zwei wird zum Garten hin vorbereitet. Hier sollen Leerrohre Richtung Scheune und Carport durchgelegt werden. Erstmal muss die große Flex ran: ein paar Steine ragen ungünstig in den Arbeitsbereich rein.

Das Gerät sitzt.

Solide Befestigung.

Wenn das Wasser schon durch die Wand kommt, ist es nicht mehr weit.

Hurra!

Nächster Punkt auf der Liste: die Fensteröffnungen in der Einliegerwohnung müssen etwas vergrößert werden. Wenn wir die große Flex schon mal ausgepackt haben, müssen wir sie schließlich auch gebührend benutzen.

*hust* *hust*

Nun sind es doch ganz ansehnliche Fensteröffnungen.

Wem werfe ich das Ding jetzt über den Zaun?

Die neu geschnittenen Laibungen werden verputzt, damit das Quellband sauber anliegen kann.

Ok, und wir betonieren hier noch etwas hin, weil die alten Betonfensterbänke so einen hässlichen Krater hinterlassen haben. Natürlich kommt Stahl mit rein, sicher ist sicher.

Wir wollen keine fossilen Energieträger mehr. Deswegen ist eine Firma da und klemmt den Gasanschluss ab (das ist sogar kostenlos). Weil die Dämmung unten am Haus sonst keinen Platz hätte, muss der Hausanschlusskasten für Strom umgesetzt werden (das kostet ein paar hunter Euro…).

Die Suche nach der Gasleitung gestaltet sich langwieriger als gedacht. Ich lerne viele neue Schimpfwörter.

Der Neue Stromkasten sitzt. Angeblich darf man die großen Sicherungen nur mit Spezialhandschuhen einsetzen, aber was weiß ich schon von Sicherheit bei Elektroinstallationen…

Die Baufirma sieht das mit der Ordnung eher entspannt.

Das Haus wird immer weiter eingepackt.

Die nächste Kernbohrung nimmt die Elektrofirma in der schwarzen Küche vor (4€/cm). Hier soll der neue Hausanschluss durch. Ich ärgere mich kurz, dass wir das nicht selbst gebohrt haben.

Letzter ungedämmter Teil ist die Gartenseite.

Letzter Blick auf die Kabel auf Höhe der Terrasse bevor sie verpackt werden.

Ein paar Wohnzimmersteckdosen habe ich schon von außen gelegt. Es gibt firmen, die machen das nur so, damit man von innen das Fachwerk sichtbar lassen kann. Das ist bei uns nicht relevant, weil ja Lehmputz an die Wand soll. Trotzdem eine elegante Lösung, weil man keine Balken schlitzen muss.

Z. dichtet die Fassade von unten gegen Viechzeug ab. Die Dämmung ist sonst vermutlich schnell bewohnt.

Terassenbeleuchtung.

Fluchen von den Klempnern, weil es keine Zeichnung o.ä. gibt. Wir sagen immer nur ad-hoc wie es gemacht werden soll.

Fundstück: Eine eingestaubte Motte oder so etwas ähnliches.

April

Die Baufirma, die Dach und Fachwerk macht, will jetzt die andere Seite des Daches inspizieren. Im November hatten wir die unteren Ziegel auf der Westseite entfernt und jetzt ist die Ostseite dran.

Die Dachrinne muss auch runter. Z. macht das mit der großen Flamme aus der Propangasflasche. Mir ist etwas mulmig, weil das Haus nunmal aus Holz ist. Aber die Sorge ist unbegründet, die Dachrinne ist ab, das Haus steht noch.

Nachdem die Rinne und Dachlatten runter sind, bleibt noch ein Haufen Kleinkram über. 1 Millionen kleiner und großer Nägel. Zeug, was aus unklaren Beweggründen an die Sparren genagelt wurde…

Der spannende Teil ist dann, das Dach wieder wetterfest zu machen. Die Planen sind riesengroß, das Gerüst viel zu klein und der Wind ist auch noch im Spiel. Das Tantchen muss mit auf’s Gerüst und wird zum Mithelfen verdonnert. Im Hintergrund rücken schon die Regenwolken an.

Drinnen sieht jetzt alles grün aus und man kann sich noch schwerer vorstellen, dass hier mal ein Schlafzimmer entstehen soll.

Ach und Gerümpel steht hier auch noch rum.

Am nächsten Tag ruft wieder der Schornstein. Genauer gesagt der Schornsteinkopf, das Ding, was oben drauf sitzt und auch einiges auf die Waage bringt. Zum Glück gibt es den Bauaufzug.

Ein paar Schornsteinteile kommen auch noch mit nach oben.

Innen werden sie mit dem Flaschenzug auf den Spitzboden gezogen. Da liegen nur ein paar lose Bretter und Schaltafeln auf den Kehlbalken. Wir verteilen das Gewicht gleichmäßig und hoffen das beste.

Montag früh steht die Baufirma im Hof und will am Dach loslegen. Es sollen erstmal die Aufschieblinge hergestellt werden.

Die Aussicht ist mal wieder prächtig.

Es wird alles ganz genau untersucht.

An der Ecke des Hauses gibt es nachdenkliche Gesichter, Bartkratzen und „hm…“.

Die Motorsäge erklingt und den Rest kann man sich ja denken.

Der Ersatz ist ordentlich eingepasst und der hintere Teil des Balkens wird auch gleich zurechtgeschnitzt.

Der Giebel an der Straßenseite sieht auch nicht so toll aus. Finstere Gesichter bei den Holzwürmern bedeuten meist nichts gutes. Die Gesichter sind sehr finster, es wird viel im Bart gekratzt und in den Balken Probebohrungen gemacht. Die Faustregel ist wohl, wenn mehr als 1/3 vom Querschnitt des Balkens marode sind, muss er getauscht werden.

Zwischen der alten Gastherme links und altem kram Rechts (Türen, lauter Türen…) liegen die Schornsteinrohre.

Wir sollen die Ziegel auswählen und über die Farbe der Ziegel entspinnen sich heftige Diskussionen. Ich versteife mich auf „Hellrot engobiert“, es stellt sich raus, die Farbe gibt es gar nicht. Naja. Wir entscheiden uns für die Farbe, die dem am nächsten kommt. Alles eine Gewohnheitsfrage.

Oben am Giebel finden sich diverse Kabelwege, über die früher der Strom ins Haus kam.

Das sieht aus wie ein Knochen, ist aber eine Art eingegipstes Leerrohr, ebenfalls für die Zuleitung.

Oha, hier wurde auch etwas ausgebessert.

Die Scheune ist voll, ich habe aber immer noch Lehm, der irgendwohin muss. Also wird in einer weiteren Ecke der Scheune etwas abgeteilt.

Noch mehr Möbel müssen außer Haus. Dieses Element hätten wir natürlich auch die Treppe runter tragen können, aber wir haben einen Bauaufzug, den wir maximal ausnutzen wollen.

Vertrauen ist gut…

(Die Gurte haben 2 Tonnen Maximallast)

Die Elektriker haben Telefonkabel, Erde, Stromkabel verlegt, ich hab noch ein Leerrohr mit dazu gepackt. Falls mal Glasfaser kommt. Ich weiß, wir sind in Deutschland. Man wird ja noch träumen dürfen. Das ganze Ensemble muss so verpackt werden, dass kein Wasser durch die Löcher aufsteigen kann.

Z. Besorgt aus dem Spezialhandel Quellmörtel. Der – wer hätte es gedacht – quillt noch etwas vorm Aushärten. Wir rühren etwas an und benutzen eine leere Acryl-Kartusche und einen Gummischlauch um dem Mörtel in die Löcher zu bekommen.

Der Giebel zur Straßenseite ist dank Außenputz in schlechtem Zustand. Als sich die Holzwürmer den genauer angeschaut haben, ist klar, dass hier nichts mehr zu retten ist. Die Reparatur war nicht im Budget eingeplant, aber wenn man einmal an der Substanz ist, will man ja keine halben Sachen machen.

Ich verbringe also den Tag mit Lehm aus der Wand holen (Goldstaub!), ihn mit der Schubkarre über den Dachboden fahren, an der anderen Seite ist der Bauaufzug, dort kommt der Lehm rein, Aufzug runter, Lehm raus und ab ins Lehmlager…

Wir sind geizig und wollen alles selbst machen. Das Dach abdecken ist dann aber eine größere Nummer, zumal die Dachziegel erhalten bleiben sollen. Der Nachbar kann sie noch auf seiner Scheune verwerten. Was wir nicht bedacht haben: statt sie einfach nach unten in den Container zu schmeißen, müssen wir sie jetzt vorsichtig nach unten transportieren. Zum Glück haben wir fleißige Helfer.

Wir haben mehr Ziegel als gedacht, also landen dann doch noch ein paar im Container.

Die Schweinearbeit hinterher ist, das Dach wieder regensicher zu machen. Wir sind so mittelmäßig geschickt. Aber irgendwann sind wir mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Ausbeute für den Nachbarn ist beachtlich.

Ich lerne: Betonziegel fängt man besser mit dicken Handschuhen.

Am nächsten Tag schaffen wir Zeug, was das Tantchen temporär nicht braucht zu einer Bekannten im Dorf. Das Tantchen selbst wird zu ihrer Schwester ziehen und eine Rentner-WG gründen.

Wie in jedem guten Haushalt gibt es auch hier einen Brockhaus, der natürlich nicht weggeschmissen wird.

Während am nächsten Tag die Holzwürmer den Dachstuhl ausbessern…

… tragen wir noch mehr Möbel aus dem Haus.

In dieser Bauphase ist Z. hauptsächlich damit beschäftigt das anfallende Holz kleinzusägen.

Es muss doch einiges ausgebessert werden.

Die Wohnung vom Tantchen ist fast leer. Nur noch der Ofen und ein paar Schränke, die niemand möchte (aber verbrannt werden dürfen sie auch nicht…).

Ich bin gerade auf Montage in der großen Stadt als T. anruft: „Es hat in der Scheune gebrannt!“. Achduscheiße!

Es war wohl so, dass Z. Holz geschnitten hat und die Kreissäge nicht mehr ging. Die Sicherung war draußen. Also Sicherung wieder rein, weiter geschnitten. Als die Säge wieder nicht ging, stiegen Rauchwölkchen aus der Scheune auf.

T. war auf dem Gerüst, relativ weit weg und hat den Wunsch nach Wasser in seiner Dringlichkeit nicht ganz erkannt. Als dann klar war, worum es geht, war sie dann doch ganz schnell unten und mit vereinten Kräften war der Brand auch schnell gelöscht.

Gebrannt hat die Steckdose oder die Verteilerdose, das ist nicht mehr so ganz eindeutig zu identifizieren. Ich hatte damals das ankommende Alu-Kabel mit Wago 221 Klemmen auf die Kupfer-Leitungen geklemmt. Es ging auch recht eng in der Dose zu.

Entweder sind die Alu-Kontakte korrodiert, damit steigt der Widerstand unter Wärmeabgabe an. Für das Problem gibt es eigentlich spezielle Kontaktpaste, die man in die Klemmen schmiert. Blöd, wenn man das erst hinterher lernt.

Die alternative Erklärung ist, dass ein Draht rausgerutscht ist und einen Fehlstrom erzeugt hat. Eigentlich ist dafür der FI-Schutzschalter vorgesehen, aber wie wir hinterher mit Haus- und Hof Elektriker B. feststellen, sind nicht alle Sicherungskreise am FI angeschlossen. Nur die Wohnung selbst war abgesichert. Das kommt davon, wenn man kein Fachmann ist und an maroder Elektrik rumbastelt.

Alles in Allem sind wir echt glimpflich davon gekommen. Mein Plan, die Elektrik im Haus selbst zu machen, genießt verständlicherweise nicht mehr das Vertrauen der Familie.

Ich ordere erstmal drei Feuerlöscher und verteile sie strategisch in Scheune und Haus.

Der Plan für den Giebel wird professionell auf eine rumliegende Pappe gekritzelt.

Bevor es losgehen kann, müssen erstmal die alten Dachboden-Dielen raus. Die sind vermutlich seit längerer Zeit dort oben verlegt, es wurden nämlich handgeschmiedete Nägel verwendet. Ich habe keinen Sinn für Nostalgie und schneide die Dielen mit der Handkreissäge nach einem Meter ab und versuche den kurzen Teil zu entfernen. Die Dielen sind sehr wurmig und zerbröseln teilweise sehr schnell.

Z. zerstört inzwischen den Kachelofen in der Wohnung.

Das Konzept war schon sehr durchdacht: der Ofen wurde vom Flur aus beheizt. Die Abgase gingen durch den Wärmetauscher und erst dann in den Schlot. Mit den Warmluftklappen wurden Bad und Wohnzimmer und Schlafzimmer beheizt.

Am Abend ist das alles Geschichte. Den eigentlichen Ofen will Z. noch aufheben, auf der Baustelle ist ja auch irgendwann mal Winter.

Ich knuspre mich derweil durch die Decke, die muss für die Giebelerneuerung auch weichen.

Als ein großer Regenschauer kommt, merken wir, wo die provisorische Dachabdeckung Schwächen hat. Ich stelle erstmal ’ne Gießkanne hin und versuche andere Wasserwege mit einer Styroporplatte umzuleiten.

Hier wurde die Unterspannbahn wohl etwas grob behandelt. Ich markiere die Fundstellen mit Sprühfarbe und mache in meiner endlosen ToDo-Liste einen Punkt „Löcher abkleben“.

Im ehemaligen Wohnzimmer vom Tantchen, was mal eins der Kinderzimmer werden soll, geht es weiter. Die Wände sind mit Styropor-kaschierten GK Platten verkleidet. Also quasi eine Innendämmung ohne Dampfbremse. Mit wird leicht blümerant, aber Z. sagt „da passiert nichts“ und ich muss zugeben, dass die Balken dahinter recht gut aussehen. Erstaunlich ist doch Theorie und Praxis der Bauphysik.

Wenn man es geschickt macht, kann man die Platten am Stück von der Wand abziehen. Allerdings hat man dann auch das ganze Gewicht der Platte in der Hand, und das Gewicht ist kein kleines.

Unter den Platten findet sich Kalkputz und wenn man diesen anhustet, fällt er von der Wand und gibt den alten Lehmputz frei. Hurra.

Wie immer, wenn ich nicht weiß, wohin, lagere ich den Bauschutt erstmal irgendwo. Blöderweise ist das nicht einfach Bauschutt, sondern sogenannter Baumischabfall. Gerade ist auch eine kleine Hysteriewelle in der Dachdecker-Branche, weil Styropor nur noch entsorgt werden kann, wenn man ein Zertifikat über das verwendete Flammschutzmittel vorweisen kann. Das ist natürlich super bei ca. 35 Jahre alten Platten – zu der Zeit war Flammschutz vermutlich noch gar kein Thema bei Styropor.

Die Futterstelle der Katzen ist jetzt in der Scheune. Der Umzug wäre bei diesen eigenwilligen Tieren vermutlich ein größeres Drama, also bleiben sie auf dem Grundstück und das Tantchen radelt dann zweimal her um die armen Tiere vorm Verhungern zu bewahren.

Wenn man früh auf die Baustelle kommt und bereits der Giebel weg ist, waren die Zimmerer schon fleißig.

Futter für die Säge (und später den Ofen…)

Der Anfang des neuen Giebels.

Er nimmt Gestalt an.

In die ausgebesserten Fensterlöcher kommen erstmal die alten Fenster. Das kleine Loch unterhalb muss „nur noch“ zugemauert werden…

Raketenwissenschaft: wie teilt man die Dachlatten ein, dass genug Überlappung ist und die Länge der Ziegel genau aufgeht, d.h. man oben oder unten keine halben Ziegel benötigt. Oh und das Dach ist leicht schief…

Das unter dem Putz versteckte zugemauerte Fenster lassen wir wie es ist. Die Lehmsteine halten noch und man muss ja nicht alles aufrupfen. Unklar ist, wann das Fenster verschlossen wurde. Vermutlich vor 1900, denn zu der Zeit wurden Häuser aus Feuerschutzgründen verputzt. Außerdem würde man nach dieser Zeit vermutlich Ziegelsteine verwenden.

In einem kurzen Anfall geistiger Umnachtung hatten wir beschlossen, dass wir die Bretter für den Dachkasten selbst streichen. Das muss vor dem Einbau geschehen, weil später das Holz etwas schwindet und dann unterstrichene Streifen sichtbar werden.

Also stehe ich mit dem Topf Lasur da und fluche. Die Bretter sind sehr lang und müssen natürlich zum Trocknen irgendwo hin. Ich baue mir mir Steinen und Paletten irgendwas…

Das Problem ist die begrenzte Lagerfläche. Natürlich müssen die Bretter mehrfach gestrichen werden und brauchen Zeit zum Trocknen.

Der Container ist auch wieder voll.

Wir sind mit dem Schornstein beim Dach angekommen und jetzt kommt wieder etwas um Einsatz, von dem ich nicht mal wusste, dass es das gibt: ein Schornsteingerüst. Zusammen mit diesem Gerät, das Material genau auf den Dachlatten entlang rollen kann, ist das doch ein sehr entspanntes Arbeiten.

Auch spektakulär: die Konstruktion, um den Flaschenzug zu befestigen. Damit können wir auch den letzten Stein bequem hochziehen. Die Konstruktion ist gleichzeitig die vertikale Führung, weil wir ab hier keine Schnur mehr zur Orientierung haben.

Zack, letzter Stein:

Schornsteinkopf, Deckel druff, fertich:

Kind 3 will aufs Gerüst.

Dachziegel werden geliefert und bei den Nachbarn im Garten gelagert.

Auf der anderen Hausseite kommen auch ein paar Paletten hin.

Der Dachkasten ist inzwischen montiert, die Streicherei hat sich gelohnt.

Von innen sieht’s auch dufte aus. Ich wollte eigentlich sehen, ob man ggf. noch Spots im Dachkasten montieren kann, die dann den Weg und die Fassade beleuchten. Diese Idee wurde jedoch abschlägig beschieden. Ich trage mich trotzdem mit dem Gedankten „sicherheitshalber“ Strom dort hinzulegen – falls T.’s Meinung zur Fassadenbeleuchtung sich noch einmal ändert 🙂

Mein liebster Sport ist Trapezleisten nageln… Aber wer viel Löcher in der Fassade hat, muss viel Mauern, sprich muss viel nageln…

Z. ist mit Kind 2 am neuen Giebel schon fleißig am zumauern.

Natürlich werden die Steine trocken möglichst lange hingepuzzelt, damit wenig Verschnitt anfällt.

Der Merkwürdige Spalt zwischen Dachsparren und äußerem Aufschiebling wird verfüllt. Z. rührt mit Zement und einer Schüttung aus leichten Tonkügelchen etwas an, das dann dort reingeschmiert wird. Dank der Nägel fällt es hoffentlich auch nicht mehr raus.

Kind 3 nagelt derweil irgendwas aus alten Dachlatten zusammen.

Fundstücke: alte Knochen.

So ein Gerät um Bohnerwachs zu verteilen.

Eine Futterwaage 1:10, d.h. man stellt einen 50kg Sack drauf und auf die andere Seite 5kg Gewichte, dann ist sie ausgewogen.
Außerdem der Holztrog mit dem wohl schon W. und Z. in der Jüchse (lokales Gewässer) in See gestochen sind.

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März

Fast geschafft, die Stützen können bald raus.

Jetzt habe ich auch verstanden, wie man die letzte Reihe Steine setzt: Stein so zurecht sägen, dass oben und unten 1-1.5cm Platz bleiben, Mörtel oben drauf, Stein hochkeilen, Mörtel mit Fugenkellen unten drunter. Fest werden lassen, Keile raus, den Rest verfugen. Das klingt fummelig, ist es auch.

Wir wenden uns dem Schornstein zu. Er wird zwei Züge bekommen (der alte hatte nur einen), weil wir Heizkessel und Kaminofen anschließen wollen. Die Teile sind recht schwer. Weil Z. ein sein Geld früher mit Hebelgesetzen verdient hat, holt er natürlich gleich den Flaschenzug. Es ginge auch ohne, aber wir wollen die Teile genau positionieren, das soll beim ersten Mal im Mörtel klappen. Wir üben erstmal trocken.

Ganz unten im Schornstein sitzen zwei Töpfe, die Kondens- und Regenwasser auffangen und ableiten sollen. Hoffentlich denke ich daran, hier einen Abwassereinlauf vorzusehen…

Die Schnüre gehen bis ganz nach oben unters Dach und sind natürlich perfekt ausgerichtet. Mit so viel Planung kann ja fast nichts schief gehen.

In die nächste Etage kommen die Rußklappen. Also zumindest die Löcher dafür.

Ab dann müssen wir eigentlich nur immer weiter machen, bis wir oben angekommen sind.

Draußen ist Frühling.

Drinnen kämpfen wir mit den Details. In den Schornstein muss nämlich noch Dämmung – die sehr gerne an dem groben Betonelementen hängen bleibt – sowie das eigentlich Rauchrohr aus Keramik. Das Rohr muss mit einem speziellen Kit verklebt werden. Dieser ist ein Mysterium für sich, man darf nur drei Tropfen Wasser zum Pulver geben, knetet dann mühsam die staubtrockene Pampe ewig durch, aber nach fünf Minuten Wartezeit hat das ganze dann genau die richtige, fast zu flüssige Konsistenz.

Die Rohre und die Steine außen haben nicht das gleiche Maß. Wir kürzen das nächste Rohr möglichst exakt, weil das darüber liegende Rohr einen Rauchrohramschluss hat und der muss auf der richtigen Höhe liegen. Planung ist alles.

Top Trick, wenn es im Rohr dunkel ist: unten eine Taschenlampe rein legen.

Das arbeitet sich gleich viel besser.

Jetzt wird es kompliziert.

Von Oben kommt man noch nicht gut ran, von unten ist es verdammt eng.

Herausfordernd ist auch, wann man das innere Rohr setzt. Es hat fast Armlänge. man muss aber noch den Kit innen abwischen können. Wir vollführen unter Fluchen einige bizarre Verrenkungen um die Rohre ordentlich zu verkleben.

Der kurze Moment, an dem das Arbeiten echt angenehm ist.

In der nächsten Etage soll am linken Zug der Kaminofen angeschlossen werden. Auch hier messen wir dreifach nach, bevor wir das nur einmal vorhandene Rohr mit Rauchrohranschluss zersägen.

Rien ne va plus.

Zwischen Stall und Flur kann man inzwischen bewundern, welchen Schaden Feuchtigkeit anrichten kann. Das War mal ein Eichen(?)balken mit bestimmt 16er Kantenlänge.

Zwischendurch werden ein paar Löcher zugemauert.

Was einem ja keiner sagt: Der Schornstein wird 11 Meter hoch, ein Element hat 25 cm Höhe, d.h. wir müssen 44 dieser 50kg schweren Teile durchs Haus schleppen. Die Hälfte davon auf den Dachboden…

Die Baustelle ist voller angefangener Baustellen. Im Flur der Einliegerwohnung habe ich die Zwischendecke nur soweit runtergerissen, dass wir die Wände aufmauern können. Den Rest … später dann mal. So wird man ständig beim Gang durchs Haus daran erinnert, was man noch alles machen wollte / sollte / müsste.

Wir fangen erstmal etwas neues an, nämlich die Wand zwischen Stall und Flur rauszureißen.

Erst abstützen, dann kaputt machen!

Zwischendurch werden diese unheimlich günstigen, aber schwer zu koordinierenden Bauhelfer geliefert.

Zum Glück können sie ihre überschüssige Energie beim Fundamente ausschalen abbauen.

Inzwischen ist die Wand weg, man hat freien Blick auf den Stall. Die frei hängende Treppe kommt jetzt erst richtig schön zur Geltung.

Jetzt ist die andere Flurwand zur schwarzen Küche dran.

Der Querschnitt des Balkens zeigt ganz gut, dass er von rechts im Beton gesteckt hat und dort die Feuchtigkeit ganze Arbeit geleistet hat.

Kurzer Prozess.

Ich versuche mich auch einmal daran einen Holznagel mit einer Schraube rauszuklopfen. Die Schraube bleibt stecken und beim Versuch sie zu befreien, klopfe ich auch zuverlässig den zu Hilfe genommenen Meißel im Holz fest. Einmal mit Profis…

Zack! Weg ist die Wand.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten in den Ofen.

Das Haus hat noch ein paar Löcher, die geschlossen werden müssen. Man kann aber ahnen, was es mal werden soll.

Super Kinderbeschäftigung: Holz zum Anzünden hacken. Es klappt auch fast ohne Verletzungen.

Februar

Ordnung auf der Baustelle ist wichtig, Z. hat erstmal mit zwei Böcken und Bohlen einen Tisch gebaut. Andererseits ist Aufräumen auf dem Bau fatal, weil nichts mehr an seinem gewohnten Platz liegt. Wir versuchen den gesunden Mittelweg und räumen nur auf, wenn es absolut sein muss. Dann aber richtig.

Heute sollen die Fundamente betoniert werden. Z. hat erstmal Rampen gebaut, damit wir mit der Schubkrarre überall gut hin kommen.

Ich stehe am Mischer und habe kein Gefühl für das richtige Verhältnis. Zu wenig Zement ist nicht gut, weil dann wird der Beton nicht fest. Zu viel Zement führt zu Schwundrissen. Bei zu wenig Wasser kann der Beton nicht abbinden, bei zu viel Wasser schwimmt er weg.

Lieblingswerkzeug des Tages: die Rüttelflasche, holt die Luftblasen aus dem Beton und sorgt so für höhere Festigkeit. So tief wie möglich in den Beton stecken und dann langsam hoch ziehen.

Fertig.

Auf das Fundament kommt Sperrbahn. Hält die Feuchtigkeit von unten aus der Mauer raus. Sparfuchs Z. zersägt mit einem alten Blatt auf der Kreissäge die 1m breite Bahn in zwei 50cm Stücken. 2€ haben und nicht haben…

Die neuen Wände parallel zum Giebel werden 17.5cm dick, die entlang des Firstes 24cm. Dickere Wände bringen mehr Stabilität, kosten aber auch Raumvolumen… Wir hätten vermutlich auch alle Wände gleich dick machen können, aber wir wollen auch in den nächsten 100 Jahren das nicht noch einmal machen müssen, also gehen wir auf Nummer sicher und machen die Wände dicker, bei denen wir den größeren Lasteintrag vermuten.

Wir bestellen Steine mit höherer Dichte und erhoffen uns damit mehr Druckfestigkeit und Schallschutz. Gegenüber „normalen“ Porenbetonsteinen (leichter, bessere Wärmedämmung) sind das Exoten und der Baustoffhandel kündigt schon mal an, dass wir nicht verbrauchte Steine nicht zurück geben können. Die Mengenkalkulation ist also schon eine kleine Herausforderung.

Innen geht es erstmal mit zwei lagen alter Steine los, Kalksandstein und Ziegel im bunten Mix. Damit sind wir knapp über dem Fußbodenniveau mit dem Porenbeton und die letzten Promille Wahrscheinlichkeit, dass Feuchtigkeit in der Wand nach oben steigen kann sind gebannt. Außerdem haben wir gleich ein paar Steine verarbeitet, die schon ewig auf dem Hof rumlagen.

Damit es losgehen kann, muss irgendjemand die Steine an Ort und Stelle schaffen. Doppelte Druckfestigkeit bedeutet auch doppeltes Gewicht…

Gemauert wird auch nicht einfach mit Zement-Mörtel, sondern mit einem Kalk-Mörtel.

Z. besorgt dafür extra hydraulischen Kalk aus einem Spezialbaustoffhandel.

Der Grund ist nicht etwa gesteigertes Interesse an historischen Bauverfahren, sondern ganz trivial: „Der verarbeitet sich viel schöner“.

Der abgestützte Balken wird in der Mauer enden und soll auch wieder durch einen Holzpfosten abgestützt werden. Damit er nicht wegrutschen kann, hat Z. extra eine Aussparung in den Sockel betoniert.

Die Operation ist dann recht knifflig. Der neue Balken soll exakt passen, zu viel Spiel ist nicht gut, hat er zu wenig, bekommen wir ihn nicht eingebaut. Erstmal den Balken oben sauber ausklinken.

Dann das Gegenstück genau anpassen.

Keinen Fehler machen.

Unten rum sieht’s auch schon ganz gut aus.

Jetzt kommt der spannende Teil: wie bekommen wir den eigentlich fest? Wie sich rausstellt: mit Keilen. Der Balken wird damit so weit wie möglich „hoch gekeilt“ und in die Lücke zwischen Sockel und Balken stopfen wir mit Fugenkellen Mörtel. Die Keile kommen am nächsten Tag raus und dann sitzt der Balken bombenfest.

Tadaa.

Die nicht mehr zu verwertenden Balken wurde inzwischen in ein handliches Format konvertiert.

Wir üben erstmal demütig mit Lehm an der Fassade.

Die Gefache sind geschwunden und ausgewaschen. Wir stopfen Lehm in die Ritzen zwischen Holz und Gefach und gleichen den ausgewaschenen Lehm aus. Später kommt von außen die Dämmung drauf und je weniger Luft zwischen Dämmung und Fassade ist, desto besser. Angesicht der Matscherei, die wir veranstalten ist es auch ganz gut, wenn unsere Gehversuche später hinter der Fassade verschwinden.

Das Resultat ist nach ein paar Tagen nicht ganz überzeugend.

Gelernt: Der Quirl ist nicht ganz so effektiv, wenn Stroh im Lehm ist.

Wir matschen uns so langsam an der Fassade entlang.

Ein großer Spaß.

Wir haben für den südlichen Schornstein eigentlich keine Verwendung, aber das Tantchen hat sich einen Kaminofen gewünscht, falls mal Krieg ist und -30°C oder so. Also wird zumindest ein Zug angeschlossen, vielleicht können wir den anderen noch für Installationszwecke Nutzen.

Mauern ist jetzt anstrengender, weil wir auf dem Gerüst arbeiten und dort alles hoch schleppen müssen. Die Decke hängt doch recht tief und ständig fallen mir die Kellen runter…

Kind 1 darf mithelfen und pinselt fleißig Steine mit Wasser ein. Ohne einpinseln würden die Steine das Wasser aus dem Mörtel saugen und so sein Abbindeverhalten verschlechtern.

Der Sturz an unserem Spezialbalken muss auch noch rein. Das Auflager ist recht schmal geraten, aber wir beschließen, dass es schon ok sein wird und bauen ihn so ein.

Die anderen Stürze kommen auch rein.

Jeder Stein ist jetzt fummelig, viele müssen geteilt werden – es stehen ja immer noch die ganzen Stützen herum und stützen die Decke ab.

Fast geschafft.

Fundstücke: Mäusenest mit Zeitungsfetzen in Frakturschrift.

Algebra am Schornstein.

Januar

Erwacht aus dem Weihnachtsfresskoma ist klar, dass wir wohl die kompletten Innenwände im Erdgeschoss erneuern müssen. Das ist erheblicher Aufwand, aber ohne die verfaulten Schwellen haben wir auch keine Stabilität.

Die Stützen werden mehr, die Wände weniger.

Die Schwelle vom Flur in die schwarze Küche ist in ähnlichem Zustand wie die zwischen Schlafzimmer und schwarzer Küche: außen bombenfest und die zubetonierte Seite ist weggefault.

Draußen derweil knackiger Frost.

Drinnen wachsen die Eisblumen.

Ich nehme erstmal die Lehmgefache in der Flurwand raus. Von unten ist es ganz einfach, die Schwerkraft ist dabei behilflich.

Für den Ofen klein schneiden oder gleich in die Feuerschale?

Das wird mal das Wohnzimmer.

Top Trick beim Fachwerk zerlegen: zuerst die Holznägel rausklopfen. Dann muss man überhaupt nichts zersägen.

Ich nehme eine alte Maschinenschraube mit einer Mutter am Ende. Holznägel sind konisch, wenn man von der richtigen Seite klopft geht es auch relativ einfach.

Die Wand Flur / Wohnzimmer ist geschafft, jetzt ist das Stück zur schwarzen Küche bis zum Schornstein dran.

Top Idee: die alten Fenster erstmal in die neuen Fensterlöcher setzen. Zieht nicht so und im Frühling hält es die Schwalben draußen.

Pfusch am Bau. Die Dachdecker haben eine Falte in die Plane gebaut, an der das Wasser an die Fassade läuft. Kein großer Schaden, aber das müssen wir erstmal reparieren.

Weiter geht’s im Flur. Putz ab, Lehm raus, Balken zurückbauen.

Das Lehmlager füllt sich weiter. Mit der Schubkarre die schmale Bohle hoch ist auch ein Riesenspaß.

Stück für Stück.

Draußen ist auch schön.

Hier sieht man den ganzen Schlamassel sehr schön: die Eichenschwelle war rechts einbetoniert und ist dort weggefault. Unter der Last vom Haus hat sie sich langsam weggedreht und die Wand ist ebenfalls nach rechts gewandert. Also, auch wenn sich Eichenschwellen super fest anfühlen, wenn sie schräg liegen, stimmt etwas nicht. Im Zweifel einfach mal eine Probebohrung machen.

Jetzt kann eingeschalt werden, hurra. Die Fundamentsteine können liegen bleiben, so lange genug Überdeckung der Bewehrungsmatte sichergestellt ist.

Das sieht doch schon ganz gut aus.

Die Bewehrung wird auch nicht einfach reingeknallt, sondern so geschnitten, dass man sie räumlich biegen kann. D.h. an der Seite der Matten wird noch ein Bein nach unten gebogen, das gibt mehr Festigkeit.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Schnittplan, den Z. anfertigt. Damit können wir die 6m x 2.3m große Matte gleich beim Abholen so zuschneiden, dass möglichst kein Verschnitt entsteht.

Zwischendurch finalisiere ich die Beleuchtung der Scheune.

Das schwarze Alu-Erdkabel kommt vom Haus, darunter ist die Abzweigdose, aus der Steckdose und Lampen gespeist werden. Dieses Bild bitte gut merken, das wird später noch wichtig…

Zack, Licht in der Scheune. Tantchen I.: „Super! Das hat uns schon immer gestört, dass man da Abends nichts mehr drin gesehen hat.“. Nunja, ich freue mich auch, wenn ich nicht mehr im Dunkel über den ganzen Kram stolpere, der dort so herumsteht.

Äußerst wichtiges Detail: Trapezleisten. Das frische Holz schwindet etwas. Wenn man einfach so ein Feld ausmauert, wackelt nach 1-2 Jahren die Mauer, weil dank des Holzwschwundes das Loch größer geworden ist. Die Trapezleisten halten den Mörtel fest und dann wackelt es nicht.

Trapezleisten reinnageln ist so eine richtig schöne Trottelarbeit. Ich haue jeden zweiten der 30mm Nägel krumm, die Quote steigt noch beim über Kopf Nageln…

Nichts hält länger als ein Provisorium.

Zack, weg damit!

Fundstück: Ein Hühner(?)knochen.

Eine Holzrolle, war vermutlich die Umlenkrolle um eine Luke für die Hühner im Stall zu öffnen.

Weihnachtsüberraschung

Die ortsansässige Baufirma L. rückt an, um den Fußboden im Erdgeschoss rauszunehmen. Das war eigentlich für Januar geplant, aber jetzt hat es noch vor Weihnachten reingepasst, warum auch nicht.

Durch geschicktes Parken kann der Schutt gleich aus dem Fenster in den LKW geworfen werden.

Natürlich kommt auch der Boden in dem Zimmer dran, das jetzt keine Innenwand mehr hat.

Kurz darauf wird klar, dass die Innenwand nicht „eben mal schnell“ aufgemauert werden kann. Der Eichenbalken hat von der sichtbaren Seite einen sehr guten Eindruck gemacht, von der anderen Seite kann man ihn aber mit dem Finger auskratzen, er ist zu zwei Dritteln verfault.

Was wir da genau machen, überlegen wir uns später, erstmal den Bagger Hausflur umparken…

Weiter geht’s im Wohnzimmer.

Z. hat aus einer alten Straßenlaterne, ein paar „Beinen“ und einem Fahrradkorb eine neue Baulampe gebaut. Sie ist schwer, undhandlich, das Kabel ist zu kurz, aber sie ist auch irgendwie recht hell und weil sie schon mal auf der Baustelle ist, nutzen wir sie doch recht häufig.

Im Stall soll der Boden auch teilweise raus, leider stehen die Schornsteinteile etwas im Weg. Mit Brechstange und ein paar Gerüstrohren wird die sauschwere Palette aber doch beweglich.

Schweres Gerät im ehemaligen Stall.

Aus der Nähe betrachtet sieht die Stallinnenwand schon mal nicht so geil aus.

Jetzt geht’s dem Flur an den Kragen

Das Podest vor der Treppe kommt auch weg.

Im zukünftigen Wohnzimmer / Schlafzimmer ist der Boden jetzt raus. Kaum vorzustellen, dass hier mal eine fertige Wohnung entstehen wird.

Inzwischen ist im Flur der Beton raus und auch hier ist der von außen so solide und feste Eichenbalken auf der anderen Seite total verfault 🙁

Aus Frust verfalle ich in Aktionismus und elektrifiziere die Scheune. Analoge Bewegungsmelder für ’nen 10er und LED „Leuchtstoffröhren“ sind schon geshoppt, doch erstmal müssen die Kabel gezogen werden.

Am nächsten Morgen dann erstmal Schadensermittlung. Die Wand ist notdürftig abgestützt. Man kann dort durchgucken, wo mal der Balken war.

Schöner Mist 🙁

Im Stall ist es auch nicht so rosig, ein Bauarbeiter hat sich von der anderen Seite an die Wand gelehnt und von dort die Ziegel etwas eingedrückt. Innerlich streiche ich die Wand auch aus der Liste der Dinge, die wir in dem Haus erhalten bleiben können.

Die andere Hälfte vom Stall behält den Fußboden, wir brauchen nur einen kleinen Graben um die Abwasserrohre zu verlegen. In der Ecke soll ein kleines Klo hin, die Waschmaschinen sollen auch über diese Strecke ihr Abwasser loswerden.

Die Wand zum Hof sieht zwar kunterbunt aus, ist aber an sich noch gut in Schuss.

Die Treppe schwebt jetzt frei.

Wir klopfen erstmal ein bisschen Lehm aus den Gefachen und stecken Balkenreste durch, um die Wände an den oberen Balken abstützen zu können.
Pro Tipp: Türen sind ein super Indikator, ob man die Baustützen zu stark angezogen hat. Das Tantchen musste immer von oben zurückmelden, ob die Türen noch gut schließen…

Das neue Bodenniveau führt fast zu einem kleinen Unfall in der Familie, daher haben wir jetzt ein hoch professionelles Schild an der Tür, das zukünftige Unfälle verhindern wird 😉

Fundstücke: eine Kiepe

Ein Stück Plastikfolie mit irgendwas russischem drauf.

Ein Hals einer Bügelflasche Meininger Bier (in den Balkenresten…)

Dezember

Das Dach ist jetzt „winterfest“. An der Ecke wurde ebenfalls noch etwas ausgebessert. Auch dafür musste ein Stück der Decke raus.

Im Esszimmer wird der Lehm auf den Deckenhölzern rausgeschippt, auch hier muss an den Balken etwas gerichtet werden.

Corpus delicti: der Deckenbalken ist gebrochen. Bekannte Problemlage: unten war der Stall, feuchte Luft steigt auf und kondensiert dank der kalten Kellerwand, die Balken bekommen Feuchtigkeit ab. Schöner Mist 🙁

Im Ergeschoss derweil Lagebesprechung mit dem Tantchen. TL;DR: die Innenwand muss weg. Das Holz ist hin, sanieren lohnt nicht, lieber gleich neu aufmauern.

Das Holz ist so schlecht, dass der größte Teil direkt in der Feuerschale landet.

Zack, halb fertig:

Zack, ganz fertig. Die alte Küche wirkt gleich viel geräumiger.

Das täuscht nicht darüber hinweg, dass auch hier verflixt viel Müll rumsteht.

Kurz durchatmen, Winterwald bestaunen, dann weitermachen.

Ich versuche mich im Gewerk Elektro. Das schwarze ist das alte Ost-Erdkabel und führt rüber zur Scheune, von dort zieht die ganze Baustelle den Strom. Aufgrund der Leitungslänge schwächelt der ❤️ Kompressor ❤️, deswegen klemme ich direkt hier eine Steckdose an, damit er besser anläuft. Man sieht auf dem Bild sieht man sehr deutlich, warum ich kein Elektriker bin….

Der Fensterbauer kommt vorbei zum Raffstorekästenanprobe. Sieht super aus. Der Plan ist, dass die Kästen später in der Dämmung verschwinden. Mal gucken, ob das so aufgeht.

Fliegender Wechsel beim Bauschuttcontainer.

Der gebrochene Balken ist inzwischen repariert.

Balken außen, ordentlich durchnummeriert.

Balken außen, leicht eingedrückt vom Gewicht des Hauses.

T. beschäftigt sich noch ein wenig mit Archäologie über dem Gewölbekeller. Ich würde am liebsten den ganzen Dreck in den Container hauen. Andererseits wird der Raum nie genutzt werden, also kann man den Dreck auch liegen lassen.

Zur Entspannung spiele ich ein wenig mit dem MDT-Glastaster rum. Kollege T. war so nett ihn mir auszuleihen. Ich will u.a. testen, ob man Präsenzmelder sinnvoll im Schlafzimmer einsetzen kann. Es soll ja nicht das Licht angehen, wenn man sich im Bett rumdreht.

Stellt sich raus: es geht. Man definiert ein Sperrobjekt für die Lampe, das vom Taster ausgelöst wird. So kann man zwischen Automatik-Betrieb mit Präsenzmelder und „Licht aus!“ umschalten. In der Praxis fühlt sich das dann wie ein normaler Lichtschalter an, den man aber nur zwei Mal am Tag betätigt.

Leider klappt Dimmen mit dem Taster nicht so gut, da man den Taster gedrückt halten muss, statt sich in 10% Einzelschritten ranzutasten. Vermutlich ist es in der Praxis einfacher feste Helligkeitswerte in Szenen zu hinterlegen.

Fundstück: Sippschaftstafel von unseren Vorfahren.

Die Speisekammer, die mal Bad wird

Heute ist die Speisekammer dran. Sie wurde in den 90ern von innen gedämmt, ich will unbedingt dass das Zeug von der Wand kommt, um zu sehen ob dadurch Schäden am Fachwerk entstanden sind.

Der effektivste Weg ist die Rigips/Styroporplatten mit der Flex zu zersägen und dann abzubrechen. Das staubt wie Sau. Später steige ich auf den Elektrofuchsschwanz um, genug Ersatzsägeblätter habe ich ja.

Außerdem war ich gerade wegen der Flex beim Augenarzt. Nehmt immer eine Schutzbrille, egal was die coolen Kids so erzählen. Schutzbrillen gibt’s billig bei Amazon. Augen gibt’s nur zwei für’s ganze Leben…

Botschaf von Z. und Onkel W. an der Wand.

Das wird mal unser Wohnzimmer, bzw. der Teil neben dem Esszimmer, in dem Couch und Beamer beheimatet sein werden. Für die Balkenreparatur und -Inspektion haben wir die Dielen abgenommen. Darunter ist ca. 1m Luft und dann kommt der Gewölbekeller. Oben drauf liegen 200 Jahre Staub und diverser Schutt, der von den Generationen vor uns dort rein geworfen wurde…

Das ist die Speisekammer, nachdem ich drin gewütet habe. Sie wird mal unser Bad. Weil es schnell gehen musste, habe ich die Dielen aufgesägt. Glück im Unglück: die Balken hier sind in einem super Zustand.

Das mit den Dielen ist zwar ärgerlich, aber wir müssen hier eh alles umbauen, der Wasser & Abwasserstrang muss ja unterm Bad entlang und eigentlich wollten wir Fliesen und keine Dielen im Bad.

Die Holzwürmer wollen heute den Traufbalken anschauen, da hängt wohl einiges dran. Also wird erstmal das Dach teilweise abgedeckt.

Das Haus wird irgendwie immer weniger. Drinnen stapeln sich dafür die abgedeckten Dachziegel (wie immer: zu gut zum Wegschmeißen, zu schlecht um sie selbst zu verwenden…).

Fachsimpeln am Dach. Es geht wohl darum, wie man die Aufschieblinge wieder vernünftig aufbauen kann.

Später sind die Aufschieblinge drauf und das Dach ist erstmal mit Bauplane abgedeckt. Der Winter kann kommen.

Jetzt werden die ersten Innenbalken saniert, konkret wird seitlich je ein halber Balken rangebolzt. Doppelt hält besser.

Fundstücke:

Eine 1000W (!) Glühlampe. Außerdem: ein Posthorn von vor 100 Jahren. Der (Ur?) Opa von Z. war wohl bei der Post.

Runter mit dem Putz

Ein wunderschöner Morgen auf der Baustelle.

Jetzt wo Licht durch die aufgerissene Decke in den Stall fällt, sieht man erstmal, wie viel Gerümpel dort noch steht.

Apropos Gerümpel. Wir nutzen erstmal den Gerüstaufzug um ein Paar Möbel nach unten zu transportieren.

Im Raum neben dem Esszimmer ist auch noch ein Stück Schwelle auszubessern. Weil die Situation es nicht anders zulässt, wird hier noch ein Balken oben drauf geschraubt, was zur Folge hat, dass die Öffnung nicht mehr die geplante Tür, sondern nur noch ein fast bodentiefes Fenster hergibt. Unschön, aber wird sind ja flexibel.

Ein Bauschuttcontainer wird auch geliefert, mal sehen wie schnell wir den voll bekommen.

Der Plan ist simpel und staubig. Wir wollen die Fassade von altem Putz befreien.

Die Aussicht vom Gerüst ist grandios.

Trümmerfrau T.

Der Kalkputz geht total einfach ab, leider ist er mit Draht bewehrt und das macht die Sache etwas nervig.

Der Wahrscheinlich originale Fensterrahmen von anno dazumal muss leider auch weichen. Zum Glück leide ich nicht an Nostalgie.

Die Stuckleiste muss auch weg. Man bekommt sie sowieso nicht am Stück ab (siehe Bewehrungsdraht) und wohin will man sich so einen Klotz auch schrauben. Bevor Überlegungen in der Richtung angestellt werden können, haue ich das Teil in den Container. Zack!

Natürlich fällt alles erstmal runter, statt in den Container.

Das Fenster vom Esszimmer ist ausgebaut und die Balken sehen so mittelgut aus. Es ist aber völlig unklar, welche Kriterien zum Urteil „geht noch!“ oder „muss weg!“ führen. Wir hoffen nur dass die Baufirma ihr Handwerk versteht und weiß was sie tut.

Wie es sich für eine richtige Baustelle gehört, haben wir natürlich auch ein Dixi-Klo.

Die Balken vom Küchenfenster sehen noch schlimmer aus, das „hm, naja“ der Zimmerer klingt eher nach „muss weg!.

Im ehemaligen Stall wollen wir noch eine Nebeneingangstür haben. Damit die Balken umgebaut werden können, müssen erstmal die Ziegelsteine dazwischen raus. Der Container steht nur einen (Ziegel-)steinwurf entfernt, das geht schnell.

Zwischendurch machen wir uns bei der Nachbarschaft beliebt und pusten mit ❤️ Druckluft ❤️ den Staub vom Gerüst.

Der inoffizielle Zugang zum Gerüst führt jetzt über eine Bohle über den Stall. Wir schärfen den Kindern mehrfach und deutlich ein, dass sie nicht auf das Gerüst dürfen und müssen ab jetzt höllisch aufpassen, dass sie es nicht doch versuchen…

Womit wir sie aber super beschäftigen können: Bretter entnageln.

Z. ist auch ganz emsig dabei, das ganze alte Holz, was zu nichts mehr taugt, gleich auf ofenfertige Länge zu schneiden.

Außerdem müssen immer noch Möbel aus dem Haus und irgendwo verstaut werden. Das kommt davon, wenn 40 Jahre lang jeder seinen Kram ungestraft in dem großen Haus zwischenlagern durfte.

Heute ist eigentlich die Speisekammer vom Tantchen dran.

Schrieb ich schon wie großartig der Bauaufzug ist?

Fundstück: totes Tier.

Die Holzwürmer legen los

Ich bin verliebt – wieder einmal in Werkzeug. Konkret in die Schlauchwaage. So simpel, so flexibel, so hilfreich…

Alte Häuser sind selten genau gerade, unser Haus ist keine Ausnahme. Wir wollen es genau wissen und messen mit der Schlauchwaage nach.

Über die gesamten 17 Meter des Hauses stellen wir 18cm Neigung fest. Oha, nicht gerade wenig, aber für Fachwerk sind 1% Neigung nicht unüblich. Da das Haus so groß ist, müssen wir versuchen die Neigung pro Raum auszugleichen und mit kleinen Stufen zu arbeiten. Über die Details machen wir uns später Gedanken, erstmal will Baufirma D. das Grobe richten.

Ins Esszimmer sollen zwei bodentiefe Fenster geschnitzt werden.

Ins Schlafzimmer ebenfalls. Dafür müssen die beiden Balken weiter raus gesetzt werden.

Über den Hof schallt die Kettensäge.

Der alte Lehm ist noch nicht raus, das neue Holz muss aber irgendwo hin.

200 Jahre hat der Zapfen gehalten.

Auch interessant: Holzwürmer meiden das Kernholz und gehen nur in das Splintholz. Selbst der zerfressenste Balken hat immer noch einen soliden Kern.

Am Nachmittag kann man schon erahnen, wie das mit den neuen Fenstern im zukünftigen Schlafzimmer aussehen wird.

Am nächsten Tag geht’s in der Etage darunter der Wand für’s Esszimmer an den Kragen.

Wiedermal gibt es eine Überraschung. Die Schwelle ist in teilweise desolatem Zustand und muss getauscht werden. Für die Baufreiheit werden erstmal die Dielen des Esszimmers aufgeschnitten. Die wollten wir eigentlich nur abschleifen, jetzt können wir neue einplanen. Die Decke wird auch gleich noch rausgerissen und nach unten befördert.

Die anderen Balken in der Gegend sehen auch nicht sonderlich gut aus. Glück im Unglück: die innere Fachkwerkwand wollten wir sowieso rausnehmen, um das Esszimmer zu vergrößern.

Die Ursache ist eigentlich eindeutig: Der Raum darunter wurde als Stall genutzt. Das heißt, warme feuchte Luft ist aufgestiegen, die Räume darüber waren aber nicht beheizt, die Wände waren Außenwand bzw. die Wand über dem Gewölbekeller, beide kalt. Die Balken waren also immer Feuchtigkeit ausgesetzt.

Die Wand ist quasi weg, durch den Fußboden kann man auch eine Etage tiefer fallen 🙁

Am nächsten Mittag ist die Schwelle schon getauscht und die ersten Balken stehen auch schon wieder.

Abends ist die Wand schon fast „fertig“, incl. ein paar alter recycelter Balken.

Fundstücke: diverse Flaschen und Krüge aus jetzt zugänglichem Zwischenraum über dem Gewölbekeller.

Schwarze Küche, Lehmgefache ausbauen

Noch ein paar Bilder von der schwarzen Küche. Richtung Keller:

Gegenfoto vom Keller aus:

Der Eingang vom Flur:

Und nochmal quer durch den Raum:

Blick ins Wohnzimmer:

Tja, aber da war ja noch irgendwas zu tun, oder? Ah, genau. Die Zimmererfirma soll zuerst im Fachwerk Reparaturen und Anpassungen vornehmen, dafür müssen vorher die umliegenden Lehmgefache raus. Das könnten wir machen lassen, aus Geiz machen wir es aber selbst.

Bei den Innenwänden war kein Zeitdruck (und ich hatte keinen Plan), dort habe ich noch vorsichtig mit dem Hammer den Lehm weggeklopft und mich so Stück für Stück an die Steckhölzer vorgearbeitet. So war ich locker eine Stunde mit einem Gefach beschäftigt.

Inzwischen habe ich ein neues Lieblingswerkzeug, mit dem es in fünf Minuten geht: der Elektrofuchsschwanz aka Makita Reciprosäge (afiliate Link).

Ich kann einfach an drei Seiten des Gefaches die Steckhölzer direkt durchsägen und dann das ganze einfach nach innen klappen.

Das Vorgehen ist super schnell, hat aber ein paar Nachteile:
a) die Sägeblätter werden durch den vielen Lehm extrem schnell stumpf.
b) die Gefache im Ganzen sind viel zu schwer zum Abtransport.

Für Problem a) konsultiere ich Amazon und klicke mir einhändig (prime sei Dank) einen Vorrat an Ersatzblättern. Problem b) verschiebe ich erstmal und lasse die Gefache so wie sie sind auf dem Dachboden liegen. Hauptsache die Baufirma kommt erstmal weiter.

Im Dachgeschoss ging es recht schnell, weil hier die Gefache schon stark ausgewaschen waren und man oft am Rand durchgucken konnte. Leichtes Spiel für den Elektrofuchsschwanz.

In der Etage darunter ist noch Lehmputz zu beseitigen, bevor ich an die Gefache komme. Zum Glück habe ich emsige Helferlein.

Perspektive von außen:

Es ist schon spät, als ich das letzte Gefach draußen habe.

Erkenntnis: Wenn man erstmal mit ’nem Gerüst sein Haus von außen betrachten kann, fallen so einige Sachen ins Auge, die man von unten gar nicht bemerkt. Schöner Mist. Von innen sahen die Balken alle so gut aus…

Einrüsten

Hurra, heute geht es los. Und zwar mit dem Gerüst.

Wir haben vergessen, dass zwischen Haus und Scheune ein Stahlseil hängt, an dem die Stromversorgung der Scheune hängt. Z. packt das ganze erstmal in ein Stück Entwässerungsrohr ein, damit man wenigstens sieht, worüber man gerade gestolpert ist.

Wir befassen uns derweil mit dem Schornstein. Vom Spitzboden bis zum Fundament werden erstmal Schnüre gezogen, damit der Schornstein auch gerade wird.

Ein neuer Wechsel kann auch nicht schaden.

Die super Idee von T. das Bautagebuch direkt an die Wand zu nageln trägt leider nicht dazu bei, dass wir es in irgend einer Weise akkurat geführt wird (statt dessen sattle ich später auf geofency um), der „Sanikasten“ daneben erfreut sich dafür aber reger Beliebtheit.

Fundstück vom Dachboden: Filterkohle, Z. und Onkel W.’s hatten früher mal versucht Schnaps zu brennen…

Langsam wird’s ernst

Die gute Nachricht kommt per Post, die Bank schickt uns einen unterschriebenen Kreditvertrag. Die Baufirma des Vertrauens wird angerufen und sichert zu, demnächst anfangen zu können. Hurra!

Ich will endlich das Türloch in die Wand hacken und hole den restlichen Putz im Wohnzimmer runter. Die betreffende Stelle wurde scheinbar schon oft geändert: zwei Öfen standen hier, man erkennt aber auch deutlich die zuvor betriebene Feuerstelle. Am Rand des verrußten Öffnungsloches finde ich auch noch zwei Haken, in denen offenbar die Ofentür eingehängt war.

Von der anderen Seite kann man gut die Mischung aus Ziegel-, Natur- und Lehmsteinen sehen, aus denen die Wand zusammengefrickelt wurde.

Es hilft alles nichts, die Wand muss weg.

Ich Fuchs hebe natürlich die Lehmsteine auf, inzwischen ist für mich Lehm soetwas wie Goldstaub und ich versuche jeden Krümel zu retten und ins Lehmlager zu schaffen.

Fast geschafft.

Jetzt muss nur noch der Haufen in den Container…

Kinderstatus: sie spielen auf dem Haufen Gerümpel hinterm Haus „Schrottplatz“.

Zwei Tage später klingelt der Postmann zwei Mal und bring…. einen neuen Schornstein. Also Sechs Paletten Schornsteinteile. Wir müssen ihn halt nur noch schnell zusammenbauen.

Problem: die Paletten will der Fahrer wieder mitnehmen. Wir versprechen hoch und heilig so schnell wie möglich die Teile abzuladen, damit er am nächsten Tag die leeren Paletten wieder mitnehmen kann.

Weil uns nichts besseres einfällt, verteilen wir die empfindlichen Keramik-Innenrohre und die Dämmmatten halbwegs gleich auf den Etagen, damit wir alle Teile möglichst dort haben, wo wir sie beim Einbau brauchen. Die schweren Schornsteinteile lagern wir erstmal im Hof und hoffen, dass die Baufirma einen kleinen Kran mitbringt, auf den wir zurückgreifen können.

So ein Schornstein kann ja nicht schwerer als Lego sein. Fangen wir mal mit dem Fundament an.

Wenn das Fundament fest ist, kommt der erste Stein drauf.

Der wird nochmal mit Mörtel ausgefüllt. Wir Sparfüchse legen ein paar Knochensteine mit rein um Mörtel zu sparen. Zum Schluss schön glatt abziehen und warten bis alles fest ist.

Überraschungen

Z. war fleißig und hat eine äußert unangenehme Aufgabe erledigt: verfugen. Die restliche Mauer mus ebenfalls Wetterfest gemacht werden (das schützende Dach ist ja weg). Damit eventueller Schlagregen nicht den Lehm zwischen den Steinen auswäscht, werden die Spalten halt verfugt. Das heißt eine Millionen Mal: Dreck rauskratzen, auspusten / aussagen, Mörtel reinschmieren…

Ich habe mir einen anderen Gegner ausgesucht: die Wand zwischen schwarzer Küche und zukünftigem Wohnzimmer. In die Ecke rechts dem Schornstein soll eine Tür, deswegen muss erstmal der Putz runter.

Interessant ist natürlich, wie die Wand drunter aussieht. Wie sich rausstellt: einerseits Fachwerk mit Lehmgefachen, andererseits eine wilde Mischung verschiedener Mauertechniken – beides ist im Bild nicht besonders gut zu sehen.

Ich will die Wand von der anderen Seite ebenfalls inspizieren, also muss im zukünftigen Wohnzimmer von I. erstmal die Tapete ab. Man kann natürlich direkt den Putz abklopfen und mit der Tapete in den Container hauen, aber dann zahlt man für den Bauschuttcontainer nicht 11€ / Tonne, sondern viel viel mehr. Mir ist nicht klar, wie groß die Kosten genau wären, aber wenn man Z. dem Sparfuchs zuhört, kann man den Eindruck bekommen, es ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag. Wir sind geizig und trennen unseren Müll artig.

Durch die Tür geht’s zum zukünftigen Schlafzimmer. Natürlich stehen noch irgendwelche Dinge herum, die eigentlich auf den Sperrmüll sollen, aber die Abholtermine sind ungefähr so gut zu bekommen, wie ein Termin auf dem Berliner Bürgeramt. Also manövriere ich um die Müllberge herum.

Das lustige Spiel „welche Sicherung ist es dieses Mal?“ wird auch wieder gespielt…

Die Seite des Hauses grenzt direkt an die Straße. Wir wissen, dass es hier ein Wasserproblem gibt. Das wird auch langsam sichtbar, nachdem die kaschierende Tapete runter ist und die Fußleisten quasi in der Hand zerbröseln.

Im zukünftigen Schlafzimmer sieht es noch übler aus.

Blöd, aber mal gucken was die Baufirmen dazu sagen.

Die nächste Überraschung kommt zu Tage, als der Putz an einer Innenwand entfernt ist.

Man kann den Balken unterhalb des Fußbodenniveaus praktisch mit dem Finger rauskratzen. Es gibt dort keinen Balken mehr, nur noch fauligen Holzstaub.

Das ist die gleiche Wand, die schon an anderer Stelle durch marode Balken aufgefallen ist. Schöner Mist.

Überraschung Nr. 3 kommt zu Tage, als ich den Unterzug freilege. Ich dachte immer „Welcher Trottel sägt einen Balken an, um Platz für die Gardinenstange zu machen?“.

Wie es sich rausstellt, ist das Problem viel gravierender. Der Balken wurde noch viel weiter geschwächt, damit er auf den Sturz des Fensters passt.

Wir messen nach und stellen fest, dass der Balken um 2/3 geschwächt wurde, es liegt nur noch ein Drittel auf. Warum unbedingt an der Stelle das Fenster gesetzt werden musste, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Wir haben jetzt jedenfalls drei handfeste Probleme, die wir irgendwie lösen müssen.

Erfreulich hingegen: Z. hat den Eingang zum Keller bereits gefliest. Es ist vermutlich der schönste Gewölbekellereingang in ganz Südthüringen…

Fundstücke: Zeitungsartikel über den Pershing II Song der Bundeswehr.

Betonbuckel

Der Kellereingang sieht schon gut aus, aber das Gewölbe oben drüber könnte noch etwas Liebe vertagen. Erstmal baut Z. ein provisorisches Dach, damit der Regen nicht den Lehm zwischen den Steinen rausschwämmt.

Dann muss sämtlicher loser Dreck zwischen den Ritzen rausgekratzt und gesaugt werden. Die Kinder klettern sofort auf dem Gerüst und dem Gewölbe herum und helfen eifrig mit.

Am besten geeignet ist dafür mein absolutes Lieblingswerkzeug: der Baustaubsauger. So wie ein normaler Staubsauger, nur größer, ohne Beutel und saugt alles ein, was ihm vor den Rüssel kommt. Gelegentlich ist der Filter vom Staubsauger voll und dann kommt ein neuer Geselle ins Spiel, den ich bisher total unterschätzt habe: der Kompressor.

Das Modell von Z. ist schon etwas fußlahm und wird deswegen in einem extra Wagen umhergefahren. Auch was die Steckdose angeht, ist er wählerisch, nicht an jeder läuft er an, ist das Kabel zu lang, zuckt er nur kurz. Wenn er aber läuft, ist er das vielfältigste Ding auf zwei Rädern, von dem ich bisher keinen blassen Schimmer hatte.

Liste der Dinge, die man mit einem Kompressor machen kann:

  • verstopfte Staubsaugerfilter auspusten – Super, wenn die Nachbarn gerade Wäsche aufgehängt haben und der ganze Hof voller Staubwolken ist
  • Elektrowerkzeuge gelegentlich mal durchpusten. Unglaublich, wie viel Staub aus einem Akkuschrauber kommen kann
  • Diverse Mauerritzen auspusten, wo man sonst nicht ran kommt
  • Staub von den Steinen pusten, damit der Mörtel besser hält
  • Bohrlöcher auspusten, damit der Dübel besser sitzt
  • Seine dreckigen Klamotten nach der Arbeit abpusten
  • Und und und…

Die Kinder finden den Kompressor auch toll und es zischt und kichert ständig.

Die Kante des Gewölbes ist zwar beeindruckend und wirkt fest, wir wollen aber auch auf Nummer Sicher gehen. Nach der Reinigung versenkt Z. mit teurem Spezialmörtel von Fischer diverse Gewindestangen in den Steinen.

Eine Mutter drauf und dann …

Bewehrung. Ist ja klar, dass wir keine halben Sachen machen.

Beton drauf:

Schön glatt bügeln:

Fertig:

Natürlich muss der Buckel schön gegossen werden, damit er gut abbindet.

Was sonst noch geschah: Ich habe die restlichen Ziegelsteine halbwegs ordentlich in die Scheune gestapelt. Die an der Stelle gelagerten „nagelneuen“ Betondachziegel hat sich inzwischen der Nachbar abgeholt, irgendwann kommen die auf seine Scheune.

Wir haben aus dem Nachbarort eine Restmenge Gasbeton geholt, der wird einfach davor gestapelt. Es ist noch nicht so ganz klar, wofür wir die Steine brauchen können, aber einem geschenkten Barsch…

Kind 1 und Kind 3 können sich stundenlang mit Hammer, Nagel und altem Holz beschäftigen.

Kind 2 zerlegt fachmännisch altes Mobiliar.

Zack.

Erstmal ’ne schöne Mauer faken

So, die alte Kellerwand aus Natursteinen ist weg und wir können erstmals prüfen, ob wir die neue Wand im Kellergewölbe richtig gesetzt haben. Wie es aussieht, hat sich das dreimal nachmessen gelohnt, die neue Wand steht an der richtigen Stelle.

Allerdings sehen die neuen Steine äußerst hässlich aus. Anstatt dort einfach Putz draufzuschmieren hat Z. eine bessere Idee: Recycling.

Wir haben noch genug alte Ziegel. Die werden erstmal schön saubergemacht. Das ist eine Schweinearbeit, hier macht sich T. verdient.

Dann werden sie schön aufgereiht…

Und dann vor die eigentliche Mauer gemauert 🙂

Sieht dufte aus:

Die großen haben sich aus Ziegeln und Bohlen Tische gebaut und bauen Kastanienfiguren.

Während ich meine Energie an den Sauerkrautplatten an den Wänden der Waschküche auslasse…

Kellerabriss

Wenn wir schon mal so einen schönen Container auf dem Hof haben, können wir doch gleich mal den überstehenden Gewölbekeller abtragen. Gesagt – getan. Erstmal muss alles runter, was kein Stein ist. Das ist ziemlich viel Dreck und Müll. Unter anderem ein Backtrog, in der schon Z. und Onkel W. in ihrer Kindheit in der Jüchse Boot gefahren sind. Natürlich ist klar, was der Plan der Kinder ist.

Langsam ist aller Unrat / Dreck und Müll weg.

Da einem jetzt ziemlich große und schwere Steine auf den Fuß fallen können, werden die Kinder zum Entnageln der anfallenden Bretter abkommandiert. Die Ausdauer ist durchwachsen.

Die Brocken werden größer (links im Bild).

Die Technologie ist simpel aber effektiv: Brechstange und Spitzhacke („Bickel“). Nach ein viel Ächzen und Fluchen heisst es schliesslich: Durchbruch!

Weil ich mal zwischendurch etwas einfaches brauche, nehme ich mir die Wand zwischen Stall und Waschküche vor. Aus diesen beiden Räumen soll irgendwann man der Eingangsbereich und Heizraum / Technikraum / „der Raum, in dem die Waschmaschine steht“ werden.

DESTROY!!!1!

Done. Noch im Bild: der alte Waschkessel.

Nicht mehr im Bild: der alte Waschkessel.

Der Keller besteht aus Natursteinen, dazwischen ist Lehm. Wenn es regnet, wird es echt ziemlich mistig. Da hilft nur ein notdürftiges Dach:

Derweil wird klar, dass Gewölbe und die abschließende Mauer des Kellers getrennte Bauwerke sind.

Der Container ist voll, wir müssen die Steine und den Dreck erstmal irgendwo deponieren. Zu meinem Unmut gibt es noch einen Stapel „Aufheben, kann man bestimmt nochmal irgendwie gebrauchen“-Steine.

In der Waschküche geht es den Sauerkrautplatten an der Decke an den Kragen, darunter kommt die eigentlich Decke zum Vorscheinen.

Die Sauerkrautplatten kommen auch erstmal auf den Dreckhaufen. Hinten im Bild: verbesserte Version des provisorischen Daches. Wenn der Gewölbekeller Regen abbekommt, wird der Lehm zwischen den Steinen weich und das wollen wir unbedingt vermeiden.

Die Lampe aus dem Stall ist gesäubert und wird gleich in mein KNX-Testsetup eingebunden.

Fundstücke:

Botschaften auf Steinen (Seifert ist der Teil der Familie, von dem das Haus stammt):

Ein alter Schlüpper.

Schornsteinabriss

Der Sommer war nicht besonders produktiv, einmal weil Urlaubssaison war und andererseits weil wir noch keine Kreditzusage haben um Fremdfirmen zu beauftragen.

Es gibt aber Dinge, die wir schon selbst machen können: den Schornstein abreißen. Das Haus hat zwei davon, leider genau verkehrt herum: der Süd-Schornstein hat zwei Züge (wir brauchen einen), der Nord-Schornstein hat einen Zug (wir brauchen zwei). Da über den Nord-Schornstein die Heizungsanlage und ein Wohnzimmerkamin laufen sollen, muss dieser definitiv erneuert werden.

Wir fangen oben an und bevor wir uns umgucken, hat Z. schon den sauschweren Schornsteinkopf abgetrennt und durch die super-kleine Dachluke gewuchtet.

Der Schornstein ist mit Kalkmörtel gemauert. Es braucht nur einen leichten Schlag mit dem Hammer um die Steine zu lösen, mitunter schafft man es auch mit der Hand.

Das Loch im Dach wird mit alten Dachziegeln verschlossen. Vom Dachdecken von vor 40 Jahren gibt es noch ca. 500 „nagelneue“ Betondachziegel in der Scheune. Auf dem Dachboden selbst liegt auch noch einiges an Ersatzmaterial rum.

Auf der nächsten Ebene werden die Ziegel erstmal aufgeschichtet, dann werden in der Ebene Dachziegel rausgenommen, damit man die Ziegelsteine direkt in den Container werfen kann.

Wir haben extra einen großen Container bestellt. Links im Bild: der sauschwere Schornsteinkopf aus Beton.

In der nächsten Etage können wir die Schuttrutsche benutzen.

Es ist ein super Gefühl, wenn Kinder auf der Baustelle rumspringen und man solche Löcher im Boden hat. Wir decken das Loch erstmal mit einer Tür ab.

Fast geschafft:

Es lichtet sich

Inzwischen habe ich so viel Lehm die Schuttrutsche runter rutschen lassen, dass ich ein zweites Lehmlager aufmachen muss. Zum Glück ist noch Platz in der Scheune.

Ich kann die Lehmberge auch nicht mehr sehen.

Geschafft

Und schon wieder ganz schön voll, das neue Lehmlager…

Die Kinder wollen natürlich alle mithelfen.

Top-Beschäftigung: Der Baustaubsauger. „Saugt doch mal den Dreck aus den Ritzen…“ wirkt wunder

Kind 1 ist mit vollem Körpereinsatz dabei.

Bretter entnageln ist auch super.

Zu Hause baue ich noch ein wenig an meinem KNX-Testsetup und bringe erfolgreich ein paar LED-Spots am DALI-Bus zu laufen. Die Bibel sagt: KNX ist super, DALI etwas billiger. Also muss natürlich das komplizierte Setup erstmal getestet werden. Der Frickelfaktor ist unübertroffen:

Natürlich muss das „richtig“ getestet werden und so baue ich mit Z.s Hilfe eine Behelfskonstruktion im Hauswirtschauftsraum, um den Präsenzmelder und die LED-Spots unter alltäglichen Bedingungen zu testen.

Fundstücke: Ostgeld, von als es noch keinen Osten gab:

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