Januar

Erwacht aus dem Weihnachtsfresskoma ist klar, dass wir wohl die kompletten Innenwände im Erdgeschoss erneuern müssen. Das ist erheblicher Aufwand, aber ohne die verfaulten Schwellen haben wir auch keine Stabilität.

Die Stützen werden mehr, die Wände weniger.

Die Schwelle vom Flur in die schwarze Küche ist in ähnlichem Zustand wie die zwischen Schlafzimmer und schwarzer Küche: außen bombenfest und die zubetonierte Seite ist weggefault.

Draußen derweil knackiger Frost.

Drinnen wachsen die Eisblumen.

Ich nehme erstmal die Lehmgefache in der Flurwand raus. Von unten ist es ganz einfach, die Schwerkraft ist dabei behilflich.

Für den Ofen klein schneiden oder gleich in die Feuerschale?

Das wird mal das Wohnzimmer.

Top Trick beim Fachwerk zerlegen: zuerst die Holznägel rausklopfen. Dann muss man überhaupt nichts zersägen.

Ich nehme eine alte Maschinenschraube mit einer Mutter am Ende. Holznägel sind konisch, wenn man von der richtigen Seite klopft geht es auch relativ einfach.

Die Wand Flur / Wohnzimmer ist geschafft, jetzt ist das Stück zur schwarzen Küche bis zum Schornstein dran.

Top Idee: die alten Fenster erstmal in die neuen Fensterlöcher setzen. Zieht nicht so und im Frühling hält es die Schwalben draußen.

Pfusch am Bau. Die Dachdecker haben eine Falte in die Plane gebaut, an der das Wasser an die Fassade läuft. Kein großer Schaden, aber das müssen wir erstmal reparieren.

Weiter geht’s im Flur. Putz ab, Lehm raus, Balken zurückbauen.

Das Lehmlager füllt sich weiter. Mit der Schubkarre die schmale Bohle hoch ist auch ein Riesenspaß.

Stück für Stück.

Draußen ist auch schön.

Hier sieht man den ganzen Schlamassel sehr schön: die Eichenschwelle war rechts einbetoniert und ist dort weggefault. Unter der Last vom Haus hat sie sich langsam weggedreht und die Wand ist ebenfalls nach rechts gewandert. Also, auch wenn sich Eichenschwellen super fest anfühlen, wenn sie schräg liegen, stimmt etwas nicht. Im Zweifel einfach mal eine Probebohrung machen.

Jetzt kann eingeschalt werden, hurra. Die Fundamentsteine können liegen bleiben, so lange genug Überdeckung der Bewehrungsmatte sichergestellt ist.

Das sieht doch schon ganz gut aus.

Die Bewehrung wird auch nicht einfach reingeknallt, sondern so geschnitten, dass man sie räumlich biegen kann. D.h. an der Seite der Matten wird noch ein Bein nach unten gebogen, das gibt mehr Festigkeit.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Schnittplan, den Z. anfertigt. Damit können wir die 6m x 2.3m große Matte gleich beim Abholen so zuschneiden, dass möglichst kein Verschnitt entsteht.

Zwischendurch finalisiere ich die Beleuchtung der Scheune.

Das schwarze Alu-Erdkabel kommt vom Haus, darunter ist die Abzweigdose, aus der Steckdose und Lampen gespeist werden. Dieses Bild bitte gut merken, das wird später noch wichtig…

Zack, Licht in der Scheune. Tantchen I.: „Super! Das hat uns schon immer gestört, dass man da Abends nichts mehr drin gesehen hat.“. Nunja, ich freue mich auch, wenn ich nicht mehr im Dunkel über den ganzen Kram stolpere, der dort so herumsteht.

Äußerst wichtiges Detail: Trapezleisten. Das frische Holz schwindet etwas. Wenn man einfach so ein Feld ausmauert, wackelt nach 1-2 Jahren die Mauer, weil dank des Holzwschwundes das Loch größer geworden ist. Die Trapezleisten halten den Mörtel fest und dann wackelt es nicht.

Trapezleisten reinnageln ist so eine richtig schöne Trottelarbeit. Ich haue jeden zweiten der 30mm Nägel krumm, die Quote steigt noch beim über Kopf Nageln…

Nichts hält länger als ein Provisorium.

Zack, weg damit!

Fundstück: Ein Hühner(?)knochen.

Eine Holzrolle, war vermutlich die Umlenkrolle um eine Luke für die Hühner im Stall zu öffnen.

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