Ko Lanta

Am Abend frage ich Andrew, den sehr netten Hotelbetreiber, ob er mir etwas für Ko Lanta empfehlen kann, er sagt mir zu, eine Tour zusammenzustellen. Derweil gehe ich mit Mod und Ralf etwas essen, der Anhalter spricht vom besten Restaurant in ganz Krabi. Es liegt etwas außerhalb und wir sind nicht sicher, ob wir laufen oder ein Mietgefährt nehmen sollen.
Im Gegensatz zu anderen Städten ist es hier recht schwierig ein Sammeltaxi oder ein Tuk Tuk zu bekommen. Nach 5 Minuten finden wir endlich ein Sammeltaxi, das uns die Fahrt für 20 Bath pro Nase anbietet. Das ist uns für einen Kilometer reichlich viel und so fragen wir das nächste, hier soll es ebenfalls 20 Bath kosten. Inzwischen hält ein Mopedfahrer und bietet den gleichen Preis. Wir geben auf und schwingen uns aufs Moped, Ralf und Mod auf das eine, ich auf das andere, was noch schnell herangewunken wurde.
Die Fahrt ist länger als gedacht, der Preis war also gerechtfertigt. Mod lässt sich für den Rückweg die Telefonnummer des Fahrers geben.

Das Essen ist wirklich gut, aber wie alles in Thailand einen Tick anders als man erwartet. Es gibt z.B. das Mark der Kokospalme (also nicht der Nuss, sondern des Baumes), dazu geräucherten Fisch. Außerdem ein Fischcurry und eine chön charfe Suppe.
Nach dem Essen wird der Fahrer wieder angerufen, er nimmt uns zurück in die Stadt. Am Ziel angekommen, beträgt der Preis plötzlich 30 Bath pro Person, angeblich, weil es schon so spät ist.
Wir gehen noch in eine Rastabar auf ein Getränk. Kocktailkarten stellen für mich eine größere Herausforderung als die Besteigung des K2 dar. Ich kann mich nie entscheiden und scheitere selbst mit dem Ausschlussprinzip kläglich. Bevor ich großes Unheil anrichte, gehe ich auf Nummer sicher und bestelle Baileys auf Eis. Das löst eine fünfminütige Diskussion zwischen Mod und dem Kellner aus. Er will wissen, wie viel ich möchte und deutet dabei die Menge an, die in ein 0.5er Bierglas passen würde. Scheinbar gibt es hier keine kleinen Gläser. In der Karte wird auch ein Cocktail „Mind Eraser“ angeboten, aber etwas in dieser Richtung hatte ich eigentlich nicht vor. Als wir dem Kellner endlich begreiflich machen können, was ich möchte, ist der Baileys alle. Ich hätte mal besser etwas einfaches bestellt 😉

Krabi at night

Im Hotel breitet Andrew Prospekte vor mir aus, er will mich auf eine Schnorcheltour und in ein bestimmtes Hotel auf Ko Lanta schicken. Die Schnorcheltour würde auch an dem „The Beach“ Strand halten, aber ich fürchte die Menschenmassen, die sich dort um den letzten freien Fleck Sand prügeln. Außerdem ist schnorcheln zu meiner Kamera inkompatibel. Ich hatte mich nach Unterwassergehäusen umgesehen, die brauchbaren kosten 900 Euro und mehr 🙁
Also erstmal nur Ko Lanta. Andrew preist ein Hotel ganz besonders an, es ist auch nicht so teuer, 400 Bath pro Nacht. Ich kann mich nicht entscheiden und vertage das auf den Morgen.

Im Zimmer begrüßt mich ein 4cm großes Insekt (ohne Fühler), das wie eine Kakerlake aussieht. Ich schnipse es vom Bett, bin zu weichherzig es zu zertreten, darauf hin flüchtet es unter den Schrank. Na toll, ich sehe das Viech schon in der Nacht über mein Gesicht kriechen.
Es scheint nur einen Eingang unter dem Schrank zu geben, vor dem ich mein Moskitospay großzügig verteile. Vielleicht lässt sich der ungebetene Gast davon wenigstens eine Nacht lang abschrecken.

Am morgen gibt es dann thailändisches Frühstück: Reis mit Fisch, Kürbis und Huhn. Ich verabschiede mich danach von Ralf und Mod, die beiden fliegen nochmal hoch nach Chiang Rai um Mods Sachen zu holen, die sie mit nach Deutschland nehmen will und um sich von ihren Eltern zu verabschieden.

Inzwischen ist es halb zehn, ich weiss immer noch nicht, in welchem Hotel ich in Ko Lanta bleiben soll und lasse mich zu dem von Andrew angepriesenen breitschlagen.
Der Transfer zur Fähre ist im Preis von 300 Bath wohl inbegriffen und so holt mich wenige Minuten später ein Pickuptaxi ab, in dem schon zwei weitere Touristinnen sitzen. Wir werden an einem Pier ausgekippt, an dem sofort 10 Thais auf uns zustürmen um immer wieder die gleichen Fragen zu stellen: wo man hinmöchte, ob man schon ein Zimmer hat und übrigens hier in dem Hotel ist es ganz besonders schön bzw. billig (ich bin unrasiert und bekomme öfters billig angeboten). Inzwischen treffen mehr Touristen ein und irgendwann geht ein Thai rum und brüllt „Ko Lanta, Ko Lanta“. Es geht aber nicht auf ein Schiff, sondern in einen Bus, der uns zu einem anderen Pier bringt. Nach einer kurzen Wartezeit und dem nochmaligen Umtauschen des Tickets in ein anderes Ticket geht es schliesslich auf die Fähre.

Die zweieinhalbstunden Fahrt kann man ganz gut mit in der Sonne liegen rumbekommen. Das nutzen einige und so bin ich umgeben von Leuten, deren Hauptziel im Urlaub eine dunkle Hautfarbe ist. Es gibt zwei Zwischenstops auf dem offenen Meer, Longtailboote machen an der Fähre fest und es werden Passagiere ausgetauscht.
Auf der Fähre sind mitfahrende Thais dabei fleißig Prospekte von Hotels auf Ko Lanta zu verteilen. „Meins“ ist auch dabei und ich bekomme langsam ein schlechtes Gefühl dabei. Welches gute Hotel hat es schon nötig so intensiv beworben zu werden. Der Werber setzt sich auch zu mir, preist sein Hotel an und bewundert meine Bändchen. Er möchte unbedingt eins davon haben („Friendship, you know…“) und kann gar nicht glauben, dass die dauerhaft befestigt sind. Ich schenke ihm statt dessen das Bändchen aus der Tiegerhöhle und lehne seinen Ring dankend ab.

In Ko Lanta auf dem Pier geht es zu wie auf einer Viehauktion. Werber für Hotels schreien sich die Kehle aus dem Hals. Ich muss diverse Werber abwimmeln und rufe erstmal Andrew an. Ich habe die im Voraus bezahlten 400 Bath für das Hotel schon abgeschrieben, frage aber trotzdem ob ich die Buchung canceln kann. Es ist wohl kein Problem, ich kann ja auf dem Rückweg den Voucher vorbeibringen und bekomme das Geld zurück.

Soweit erstmal beruhigt setze ich mich um ein neues Hotel zu finden. Ständig kommen Thais an und fragen ihre Fragen. Ich entscheide mich für das Garden Home, Ralf hat es empfohlen. Ein Fahrer bietet mir an, mich für 30 Bath dort hinzubringen. Ich bin dreist und frage, ob die Fahrt zum Hotel nicht üblicherweise kostenlos ist (So sagt es der Anhalter). Tatsächlich ist die Fahrt kostenlos, ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen und frage den Fahrer nach seiner Telefonnummer, falls ich mal ein Taxi brauche.

Die Dame an der Rezeption ist sehr freundlich und bietet mir gleich an, dass ich umziehen kann, falls das Zimmer für 300 Bath frei wird. Das Zimmer für diese Nacht kostet wohl 600, aber für mich – Spezialangebot – 500. Als ich erwähne, dass mir ein Freund das Hotel empfohlen hat, bekomme ich noch die Fernbedienung für die Klimaanlange in die Hand gedrückt, die würde sonst auch 100 Bath kosten. Von so viel Entgegenkommen bin ich fast sprachlos.

Es gibt hier auch einen Mopedverleih und als ich frisch geduscht mir ein Gefährt mieten möchte, fängt es an zu regnen. Also mache ich das, was ich immer mache, wenn es regnet: bloggen 😉

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