Krabi (2)

Krabi

Ich erkunde die sehr übersichtliche Innenststadt und versuche mich dabei nicht zu verlaufen 😉 Ich werde nur von Thais angesprochen, die mir etwas verkaufen möchten. Bei einem muss ich mehrfach nachfragen, was er mir überhaupt anbieten möchte. Ich verstehe immer etwas wie „sexy“, das passt aber nicht zur Situation und zur seinem äußeren. Irgendwann fragt er dann, wo ich hin möchte und mir wird langsam klar, dass er mir nur ein „täcksi“ anbietet.

Krabi

Ich versuche größere Autovermietungen zu finden, doch wirklich groß sind hier nur die Motorradhändler. Ich frage dort nach, so richtig verständlich kann ich mich aber nicht machen.
„With Insurance“ bedeutet hier wohl, dass man im Falle eines Unfalls 15.000 Bath bekommt, das zählt aber scheinbar nur für körperliche Schäden. Erst zurück im Hotel finde ich im Phrasenwörterbuch einen Satz mit „Vollkaskoversicherung“, aber es gibt wahrscheinlich sowieso keinen Vermieter hier im Ort der soetwas anbietet. Das ist zumindest der Konsens meiner kleinen Umfrage unter den verschiedenen Vermietern, die halbwegs gut Englisch sprechen.

Nachdem ich mir den Wanst mit einem leckeren Curry vollgeschlagen habe, bin ich weichgekocht. Die schönen Erinnerungen an den Trip nach Pai, die andauern in meinem Kopf spuken, und die Unternehmungslust siegen. Ich zahle 200 Bath, lasse meinen Personalausweis als Pfand da und mache mich auf zu einem Tempel nahe der Stadt.

Es ist 17.00 Uhr, bis zum Sonnenuntergang könnte ich es zum Gipfel schaffen, im Anhalter steht etwas von 1200 Stufen.
Ich finde den Tempel, er leuchtet mich vom Gipfel des Berges an. Am Fuße ist eine Art Neubau in den Berg gebaut. Ich frage einen Mönch, wo die Treppe ist, er deutet auf das Gebäude. Drinnen glänzt der Boden vom vielen Wischen, unzählige Buddhastatuen stehen an der Wand. Ich frage eine Frau, die den Boden wischt, wo die Treppe ist, sie deutet auf die Wand. Eine kleine Treppe führt in den Fels. Natürlich ist das nicht DIE Treppe, ich lande lediglich in der „Tigerhöhle“, die hier auch angepriesen wird.
Auf dem Weg zurück stoße ich mir den Kopf und frage die freundliche Putzfrau nochmal. Dieses Mal deutet sie nach draußen. Sie schenkt mir noch ein Armbändchen und ein Tuch, das bringt wohl Glück.

Draußen finde ich eine weitere Treppe, die führt aber nur zu einem Pavillion und von dort auf der anderen Seite des Felsens wieder nach unten, in ein Stück Regenwald. Oben im Pavillion sitzen ein paar junge Thais und begrüßen mich mit „Hello“. Mein “Savadthii Kap“ löst heftiges Kichern aus.

Unten im Regenwald sieht man ab und zu kleine Mönchsbehausungen am Fuße des Felsens stehen. Den Kopf im Nacken erkunde ich weiter die Gegend entlang des markierten Pfades. Hier herrscht ein unheimlicher Krach, alle Tiere versuchen sich zu übertönen. Es zirpt und krakehlt um mich herum. Ein Tier klingt wie eine Kreissäge. Sowol was Frequenz als auch die Lautstärke angeht. Das erste Mal, als ich das gehört habe, dachte ich nur „Welcher Arsch macht hier solchen Krach?“ Es hat eine Weile gedauert, bis ich kapiert habe, dass wirklich ein Tier zu solchen Geräuschen in dieser Lautstärke fähig sein muss.

Ich finde einen größeren Altarplatz auf dem Mönche, von Standventilatoren gekühlt, beten. Dahinter weist ein Schild zum „Big Tree“ und zu einer Höhle. Die Höhle ist prinzipiell interessant, sie ist beleuchtet und man kann sich wohl von Höhle zu Höhle vortasten und dabei zur anderen Seite gelangen. Allerdings dämmert es draußen schon, außerdem ist der Eingang zur ersten Höhle so klein, dass ich kriechen müsste.
Ich habe keine Lust alleine durch den Dreck zu robben und schaue mir lieber noch eine Weile den Wald an. Entlang des Pfades ist ein riesiger Umgestürzter Baum zu sehen, den ich versuche abzulichten.

Ich genieße noch etwas die Stimmung im Wald. Die Geräusche und die Hitze, allein dafür hat es sich gelohnt. Bei dem Krach wird mir erstmal bewusst, dass ich in ganz Thailand fast keinen ruhigen Ort gefunden habe. Einzig die Stunde am Stausee in Chiang Khong war angenehm ruhig. Sonst ist man einem ständigen Geräuschpegel ausgesetzt. Irgendwo läuft immer ein Motor, selbst in der Nacht um drei fahren die Mopeds über die Dörfer. Auch hier im Wald ist die Tierwelt darum bemüht, möglichst viel Krach zu machen.

Ich gebe die Suche nach der richten Treppe auf, ich würde es keinesfalls bis zum Sonnenuntergang zum Tempel schaffen. Statt dessen fahre ich zurück nach Krabi und treffe mich wieder mit Ralf und Mod.

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