Mittwoch ist also Krieg

Ein Krieg der je nach Wetterlage mal gegen Massenvernichtungswaffen, Terroristen, Diktatoren oder für die Demokratie angezettelt werden soll.

Noch nie wurden in der Abrüstung des Iraks so grosse Fortschritte wie in den vergangenen Monaten erzielt. Natürlich ist das unbestritten auf die starke Militärpräsenz zurückzuführen. Jetzt jedoch dieses Land mit dem Argument des Besitzes von Massenvernichtungswaffen zu überfallen entbehrt jeder Logik.

Natürlich hat der Irak diese Waffen bereits eingesetzt und die Gefahr eines erneuten Einsatzes gegen Nachbarländer besteht, ein Angriff auf Europa oder Amerika erscheint aber mehr als unwahrscheinlich. Herr Bush sollte nicht vergessen, dass die USA auf dem grössten Arsenal von einsatzfähigen Massenvernichtungswaffen sitzen und diese in der Vergangenheit auch eingesetzt haben: Hiroshima und Nagasaki sind die berühmtesten Beispiele. Ein zukünftiger Einsatz von sogenannten Mini-Nukes wurde bereits öffentlich durchdacht.

Wenn der Irak noch irgendwo ein paar Fässer Antrax lagert, dürfte das Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen sein. Genau wie Lebensmittel sind Biowaffen nicht ewig haltbar. Die vor dem Golfkrieg produzierten Bestände dürften also längst vergammelt sein. Die Möglichkeiten zur Herstellung wurden nach 1991 zum grössten Teil zerstört. Dieses ganze Massenvernichtungsgetöse ist nichts weiter als plumpe Kriegspropaganda.

Der einzige Grund, warum gerade jetzt alle diplomatischen Bemühungen für gescheitert erklärt werden, ist dass es im Hochsommer schlicht zu warm für einen Wüstenkrieg ist.

Die Presse zieht aus dem Irak ab, die Berichterstattung der kommenden Monate wird also aus dem Ministerium für Desinformation erfolgen. Gestern im Deutschland Radio erklärte ein ZDF-Journalist, dass alles was demnächst aus dem Irak berichtet wird, für falsch angesehen werden muss.

Heute morgen in den Gazetten: Markus Deggerich schreibt über seinen bewegenden Abschied von Bagdad, die Taz diagnostiziert den Krieg außerhalb des Völkerrechts. Japan und Polen reihen sich in die Garde der Arschkriecher ein. Robin Cook tritt zurück und in mir steigt die Hoffnung auf, das ihm viele viele Menschen in der Britischen Regierung folgen werden.

Ein ehemaliger Alkoholiker wird seine Mannen so oder so in den Irak einmarschieren lassen. „selbst für den Fall, dass Saddam zurücktreten sollte, würden die USA nach Aussage von US-Außenminister Colin Powell in Irak einmarschieren, um die Zerstörung der dort vermuteten Massenvernichtungswaffen zu überwachen…“.
Es ist schon merkwürdig, dass ein einzelnes Land die UNO so herumkommandiert und nachdem es festellt, dass es seine eigenartigen Wünsche nicht durchsetzen kann, es als das Versagen der UNO darstellt.

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