Juni

Heute werden die neuen Fenster eingesetzt.

Zack, fertig. Die Holzwürmer fangen gleich mit der Fassade an. Die genaue Einteilung der Bretter ist eine Wissenschaft für sich.

Wichtiges Detail: Insektenschutz

Die Schwalben sind mäßig begeistert von den neuen Fenstern.

Der Gasanschluss ist zwar zurückgebaut, der Zähler hängt aber noch. Mitnehmen wollte ihn die Baufirma nicht („andere Abteilung…“), einfach abbauen darf ich ihn aber auch nicht, weil das wiederum ins Themenfeld „Erschleichung von Leistungen“ fällt.

Probesitzen im neuen Esszimmer. Noch etwas rustikal, der Ausblick ist aber super.

Die Wand sieht schon prima aus, allerdings sind noch Heizungsrohre entlang der Fußleiste verlegt. Bonus: es sind noch Wasserreste drin.

Ich bin so kluk! Druckluft drückt das Wasser aus den Rohren…

Allerdings landet nicht alles davon im Eimer.

Lecker.

Die Rohre sind schnell weggeflext, dann wird weiter Putz abgehackt.

Für gutes Internet auf der Baustelle strapse ich einen Access Point bei uns an den Schornstein. Es sind ja nur ~150m Luftlinie, da bekommt man ohne große Mühe genug Bits durch die Luft.

Der Heizungsbauer hat inzwischen die beiden Heizkessel auf die Baustelle liefern lassen. Eigentlich wären die noch gar nicht dran, aber da eine Preiserhöhung vom Hersteller droht, wurden die jetzt schon bestellt und kosten von nun an wertvollen Platz in der Scheune.

Warum eigentlich zwei Kessel? Wir haben viel und lange darüber nachgedacht. Zur Auswahl stehen bei uns Gas, Holz oder Strom.

Holz ist bei uns eigentlich gesetzt. Wir haben Wald, kommen sehr günstig an Holz. Deswegen war früh klar, dass wir einen Holzvergaserkessel wollen. Auch wenn der die Verbrennung automatisch regelt, muss er immer manuell bestückt werden. Wir sind jedoch auch mal im Urlaub, ich bin gelegentlich dienstlich unterwegs oder auch einfach mal faul. Wir brauchen also eine Automatiklösung.

Wenn man neu baut (und sich keine Gedanken macht), nimmt man vermutlich eine Wärmepumpe. Das kommt aber bei uns nicht in Frage, unser Wärmebedarf ist höher als ein KfW70 Neubau und letztendlich heizt man mit Strom. Gas als fossiler Energieträger kommt für uns aus Prinzip nicht in Frage – wir haben deswegen ja gerade den Gasanschluss zurückbauen lassen. Dann bleiben eigentlich nur noch Pellets. Eine Pelletheizung abeitet automatisch (gelegentlich verlangt sie die Leerung des Aschekastens), allerdings braucht man Platz für das Pelletlager. Hinzu kommt, dass man Pellets besser lokal bezieht. Es macht keinen Sinn, in Russland Wälder abzuholzen, die zu Pellets zu verarbeiten und dann mit einem LKW nach Deutschland zu fahren.

Wir haben dank des Scheitholzkessels erheblichen Platzbedarf, der Kessel erzeugt nämlich so viel Wärme, dass ein Pufferspeicher nicht ausreicht und man zwei braucht. Wenn dazu jetzt noch das Pelletlager kommt, können wir quasi sämtlichen Platz im Erdgeschoss für die Heizung verplanen. Nachdem aber T. noch eine sehr gute Idee zur Raumaufteilung im Erdgeschoss hatte, konnten wir zumindest auf dem Papier alles so anordnen, dass genug Platz für Pelletlager, Puffer und Heizkessel vorhanden ist.

Unschönes Detail: der Fensterbauer hat die Fensterbretter zu schmal angefertigt.

Jetzt ragen die Abschlussprofile unter dem Holz der Laibung hervor. Das wäre mir gar nicht aufgefallen, aber die Holzwürmer haben gleich auf das eigentliche Problem hingewiesen: Wenn Wasser von oben kommt, läuft es über das Abschlussprofil hinter die Fassade. Den Fensterbauer alle Fensterbretter nochmal bauen lassen wäre etwas übertrieben. Zum Glück hat er dann auch die rettende Idee: es werden andere – schmalere – Abschlussprofile verwendet, so dass das Wasser von der Laibung auf das Fensterbrett tropfen kann.

Z. war fleißig und hat das alte, mit Lehmsteinen zugemauerte Fenster „richtig“ zugemauert.

Stillleben.

Die Fassade ist im OG jetzt dran und 10 cm mehr hätten es bei dem Kabel schon sein können. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn ich versuche hier eine Lampe anzuschließen…

Noch so ein Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin: wohin mit dem Antennenmast. Das Tantchen hat einen Fernseher, also muss eine SAT-Antenne auf’s Dach. Ich will aber auch noch LTE-Antenne und ein bis drei Outdoor-Router montieren. Also kommt der Antennenziegel neben das Fenster vom Arbeitszimmer. Er wird so positioniert, dass ich von innen gut ran komme. Dass wir dann immer die Rückseite der SAT-Antenne angucken, geht mir auch erst auf, als ich nochmal länger drüber nachdenke.

Kurzer Test mit der alten Antenne bestätigt: es sieht scheiße aus 🙂

Erstmal Dielen im zukünftigen Kinderzimmer von dem ganzen Schmoder befreien, der im Laufe der Jahre drauf geklebt wurde.

So langsam erkennt man, was es mal werden soll.

Das Rohr für die KWL-Abluft sitzt jetzt auch.

Rettende Idee von Z.: warum kommt der Antennenziegel nicht eigentlich neben die Ausstiegsluke für den Schornsteinfeger? Gesagt getan.

Das Ergebnis ist um Längen besser. Ich kann vernünftig stehen, komme viel einfacher an den Mast und der Blick aus dem Arbeitszimmer wird nicht durch die SAT-Antenne getrübt.

Zwischendurch bastle ich etwas mit 1wire Sensoren. Zum Glück gibt’s bei Voltus lila Kabel, so komme ich mit meiner Nomenklatur nicht durcheinander.

Trockentest um das Lüftungsgitter für die KWL außen zentriert zu montieren.

Zack. Vier Schrauben und ordentlich Silikon – hält.

Die Fassade der unteren Etage ist auch fast fertig. Wir haben die Fassade im östlichen Viertel des Hauses auch im Erdgeschoss als Holzfassade geplant. So sieht es von jeder Seite anders aus. Von den Nachbarn sieht man die Natursteinwand des Gewölbekellers, von der Straße die geputzte Fassade, von Hof und Garten sieht man alles: Putzfassade, Holzfassade und den Gewölbekeller.

Derweil geht es in der schwarzen Küche weiter. Das Problem bei sanierten Häusern ist die Dichtigkeit. Wenn man einen Kaminofen aufstellt, ist der Schornsteinfeger sehr darauf bedacht, dass genug Zuluft vorhanden ist und dass es z.B. durch eine Dunstabzugshaube nicht zur Situation kommen kann, dass Abgase in den Wohnraum geraten. Weil ich keine Lust auf Diskussionen mit dem Schornsteinfeger habe, habe ich den Ofen raumluftunabhängig geplant. Das heißt aber, dass wir jetzt in der schwarzen Küche stehen und überlegen, wie wir das 125er KG-Rohr verlegen können, durch das mal die Zuluft für den Ofen im Wohnzimmer vom Tantchen strömen soll.

Das Ziel ist die andere Seite des Raumes, dort hat Z. schon mit dem Kernbohrgerät ein Loch gebohrt.

Der abgelaufene Boden bestand aus Ziegelsteinen, die letztendlich nur in den Dreck gelegt wurden. Bevor wir Beton drüber kippen, nehmen wir die Steine lieber raus und verlegen sie später an anderer Stelle.

Hier ist jetzt etwas genauere Planung angesagt. In der Ecke, wo die Türen stehen soll mal ein Bad hin. Ein Bad braucht Abwasserrohre. Und Wasser fließt nur in eine Richtung. Wir müssen also das Zuluftrohr für den Ofen so tief verlegen, dass wir mit dem kreuzenden Abwasserrohr gut drüber hinweg kommen…

Der grobe Plan für die Badwände.

Das nächste Problem: Wir brauchen für die Schlafzimmerfenster im Dachgeschoss einen französischen Balkon. Die Maße der Fassadenbretter sind so ungünstig, dass keine Fertigware von Amazon passt. Ich rufe beim Schmied zwei Dörfer weiter an. „Nee, keine Zeit, alles voll“. Verflixt, das Gerüst ist bald weg und wir finden keinen Schmied…

Z. sitzt plant und zeichnet. „Das machen wir selbst!“.

Stahl gekauft, das Rohmaterial zugeschnitten und damit geht es dann zum Bekannten S., der hat ein Spezialschweißgerät mit dem das noch etwas besser geht.

Und kurze Zeit später steht ein französischer Balkon auf der Baustelle ❤️ Er muss nur noch verzinkt werden.

Leider sind die Holzwürmer schon fertig und bauen das Gerüst ab 🙁

Allerdings sehen wir das Haus jetzt erstmalig in einem (zumindest von außen) fast fertigen Zustand. Das ist schon relativ beeindruckend, insbesondere, wenn man weiß wie es vorher mal aussah. Plötzlich kommen (mir wildfremde) Menschen vorbei und gratulieren zur Fertigstellung und „da könnt Ihr ja bald einziehen!“. Ich lächle und verdränge die Gedanken an den Innenausbau für einen Moment.

Nachdem wir uns gefreut haben, stellt Z. fest, dass in der Scheune ein Balken gebrochen ist. Unsereins wäre das vermutlich nie aufgefallen… Nach kurzer Diagnose und Erörterung der Optionen läuft die Therapie auf ein Exoskelett hinaus. D.h. es wird eine Stahlkonstruktion gebaut, die den gebrochenen Balken stützt. Das ist einfacher als den Balken zu wechseln oder anderweitig zu sanieren.

Kleinere Anpassungsarbeiten…

Schon sitzt alles wie es soll.

Zwischendurch planen wir super professionell die Küche und legen Zollstöcke als Möbel aus.

Der Französische Balkon wurde ins Zinkbad getaucht und funkelt uns an. Wir grübeln noch, wie wir ihn ohne Gerüst in 9m Höhe montieren können.

Fortschritt derweil in der schwarzen Küche: das Zuluftrohr für den Ofen liegt. Blöderweise ist mir ein 2m Stück KG-Rohr umgefallen und hat ein Loch davongetragen. Wir tapen es mit Gaffa – es muss ja nur Luft durch’s Rohr, kein Abwasser.

So sieht das Zuluftrohr draußen aus. Es kommt in einem 1m breiten Stück zwischen unserem Haus und einem kleinen Schuppen der Nachbarn raus. Hinten im Bild: Die Rolle Rundstahl, die mal die Erdung für unseren Elektroanschluss werden soll. Es müsste ihn nur noch mal jemand verbuddeln…

So langsam müssen wir uns für eine Konkrete Aufteilung von Küche und Bad entscheiden, damit das Abwasser gelegt werden kann.

Zusammen mit den Leerrohren für Elektro soll hier auch das Abwasser entlang gelegt werden.

Erstmal müssen ein paar der alten Fundamentsteine weg.

Wir gucken uns die Treppenstufen zum Gewölbekeller an. Die würden unterm Beton verschwinden. Wäre eigentlich schade.

Als ich mich das nächste Mal umdrehe ist die „Operation Hinkelstein“ schon in vollem Gange. Z. und Kind 2 operieren die oberste Stufe unter Anwendung der Helbegesetze und mit den Tricks aus dem alten Ägypten Richtung Haustür.

Die nächste Stufe ist ein anderes Kaliber. Mindestens doppelt so groß und garantiert mindestens doppelt so schwer. Wir schätzen 400-500kg bringt der Stein auf die Waage.

Wir bauen erstmal eine Art Gerüst darüber.

Vierfach hält besser.

Trommelwirbel

Tataaa! Physik fetzt.

Jetzt noch vorsichtig drehen und dann Zentimeter für Zentimeter Richtung Tür bugsieren.

Aber wir wollten ja eigentlich Abwasser verlegen. Das graue Rohr führt Richtung Hof, dort ist die Klärgrube. 2006 wurde die Straße erneuert inclusive Kanalisation. Es gibt auch im Hof ein Rohr an das wir direkt anschließen könnten, aber der Ort selbst hängt noch nicht am Klärwerk. Wenn der große Tag X kommt, müssen wir theoretisch nur im Hof an der richtigen Stelle ein Loch buddeln und das Rohr zur Klärgrube Richtung Straße umleiten.

Was man auf dem Bild nicht so gut erkennt: das PVC-Rohr mündet in ein größeres Steinzeugrohr. Verbunden sind beide mit einer „Zementplombe“. Z. kann sich auch noch genau erinnern, wie er das zusammen mit Onkel W. in den 80ern gemacht hat. Leider war er schon damals sehr gewissenhaft und hat sicherheitshalber eine Kelle Zement mehr genommen.

Der Versuch das PVC-Rohr sauber zu entfernen schlägt fehl. Wir würden nur das Steinzeugrohr beschädigen.

Wir sind also pragmatisch und weiten das PVC-Rohr etwas um dann neues KG-Rohr dort direkt anzuschließen.

Fundstücke: Ein Stück von einem Schrank, an dessen Rückseite ein Stück einem Postformular (?) von 1905 klebt.

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