Pai

Ein Wort zum Verkehr, auch um mitlesende besorgte Mütter zu beruhigen: Es geht generell sehr gemütlich zu. Trotz voller Straßen in den Städten bleiben alle gelassen, die europäische Agressivität gibt es hier nicht. Es wird viel gehupt. In Deutschland bedeutet hupen „Ich werde Dich töten und Deine Leiche verprügeln!“. Hier ist die Aussage „Achtung, jetzt komme ich!“ (Douglas Adams hat das gleiche schon mal für den Chinesischen Fahrradverkehr festgestellt).
Es gibt selten öffentliche Busse. In Chiang Mai sollte ein Busnetz eingeführt werden, das ist aber an der mafiösen Tuk Tuk Lobby gescheitert. Es gibt noch eine Art Sammeltaxi, das sind überdachte Pickups mit zwei Bänken auf der Ladefläche, dort passen 8 Farangs oder 16 Thais rein 😉 Man fragt den Fahrer, ob das Ziel auf seiner Route liegt und falls nicht, fragt man das nächste Sawngthaew. Die Mehrheit entscheidet und pro Nase zahlt man 15 bis 20 Bath.

Pai ist gemütlich. Wie im Anhalter versprochen, hat diese Stadt nichts aufregendes zu bieten, bis auf die Freundlichkeit der Leute und die schöne Landschaft ringsrum.
Es sind die vielen kleinen Dinge. Die Schilder an der Straße, die im freundlichen Englisch daran erinnnern, bitte auf der linken Seite der Straße zu fahren. Die extrem freundlichen Polizisten. Die Langsamkeit. Man sieht viele Backpacker und „Hängengebliebene“.

Als ich am Abend zum Loi Krathong Festplatz in Pai möchte, parke ich mein Moped vor der Touristeninformation. Ein Polizist winkt mich heran und weist mich freundlich darauf hin, dass hinter dem Gebäude ein spezieller Mopedparkplatz ist. Ich stelle mein Moped ab und frage noch nach dem nächsten Internetcafé. Es gibt vorgefertigte Stadtpläne, auf denen dem verirrten Farang die gewünschte Lokalität eingezeichnet wird. Toll: Quality Assurance auf Thailändisch! Ich darf in einem Buch eintragen, wie zufrieden ich mit dem Service war.

Ich erliege dem Charme der Stadt ebenfalls. Es regnet am Morgen, trotzdem beschieße ich meinen Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Meine Klamotten kann ich waschen lassen, die Akkus von Kamera und Zahnbürste sind noch voll. Ich bin etwas von meiner Sehnsucht nach Stränden geheilt. Zum einen hängen hier die Wolken zwischen den Bergen und ich will den Augenblick genießen. Zum anderen scheint es schwierig zu sein, einen Ort im Süden zu finden, der nicht total vom Tourismus versaut ist.
Ich lese im Anhalter über Ko Pha-Ngan. Drogenschwangere Rave-Parties am Strand sind nicht nach meinem Geschmack, außerdem ist die „Vorsicht!“-Spalte ziemlich lang.

Also noch einen Tag Pai. Es ist wolkig, aber der Regen hat inzwischen aufgehört. Ich werde mich aufs Moped schwingen und zu den heißen Quellen fahren, genau das richtige bei diesem Wetter 🙂

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