Bangkok, Tag zwei

Nach dem Fruehstueck habe ich mir eine andere Unterkunft organisiert. Das alte Zimmer hatte eine Klimaanlage der Polarstufe 5 und es war trotz drittklassiger Hinterhoflage extrem laut. Das jetzige Zimmer ist noch abgewrackter, hat aber einen Ventilator und in der Ladengasse scheint morgends weniger los zu sein.

Bangkok floodings

Im Anhalter steht, die schoenste Methode sich durch die Stadt zu bewegen, ist auf dem Wasser. In der Tat ist das sehr erfrischend, schnell und saubillig, 13 bzw. 18 Bath im kleinen oder grossen Chao Phraza Tourist Boat. Das haben wir gleich fuer eine kleine Rundfahrt genutzt um danach in einem sehr kleinen Restaurant irgend etwas sehr scharfes zu verspeisen. Meistens gibt es noch eine verwinkelte Treppe, die ein oder mehrere der oberen Ebenen zugaenglich macht oder gleich bis auf die Dachterasse fuehrt. Auf einer solchen haben wir gestern bei einem Singha Beer auch den Abend genossen.

Suses Hinweis, ich soll mir Klopapier einstecken, ist Gold wert. Klopapier scheint hier Mangelware zu sein, im Guesthouse gibt es maximal eine halbe Rolle duennes, auf dem Klos im Koenigspalast gar keins. Bestens vorbereitet, kann ich den Besuch ohne hygienische Komplikationen beenden.

The Grand Palace, Bangkok

Ich trage natuerlich meinen lustigen Hut aus Wacken, das bringt mir regelmaessig „Hello Cowboy“-Sprueche ein. Ueberhaupt, man wird hier alle Nase lang angequatscht. Heute stiefel ich so durch die Gruenanalge neben dem Koenigspalast (Prima Drachenwiese btw., aber es gab nur Einleiner zu sehen) und fotografiere einen Menschen der Tauben fuettert. Prompt kommt ein Thai an und moechte mir einen Beutel Taubenfutter (Mais?) verkaufen. Eher quatscht er mich zu und steckt mir mehrere Futterbeutel fast in die Tasche. Das nervt ein wenig, laueft aber noch lange nicht so agressiv ab wie z.B. in Tunesien, hier genuegt drei bis funf Mal „nein“.

Feeding the pigeons

Eine lustige Zusammenkunft gab es ein paar Meter weiter. Ein junger Thai mit seiner Freundin wuenscht mir viel Glueck, weil ich gerade vor der Anlage mit dem Gluecksbuddha stehe. Wir quatschen ein bisschen und er erklaert mir die Highlights. Ich lasse im Gegenzug eine Visitenkarte springen mit dem Versprechen, dass er dort bald tolle Thailandfotos findet. Als ich meinen Anhalter zwecks einer Strassenkarte zuecke, geraet der junge Herr richtig in Fahrt und zeichnet mir die genannten Orte auf der Karte ein. Ich bleibe gelassen und bete, dass er aufhoert die Strassennamen unkenntlich zu machen – ich bin schon so fast orientierungslos in der Stadt. Ok, er hoert auf, winkt aber ein Tuk-Tuk heran um fuer saubillige 30 Bath eine Tour zu den genannten Monumenten an. Der Preis ist ok, aber ich will eigentlich nur ein bisschen rumlatschen und kein Speed-Sightseeing machen. Das versteht keiner der beiden, ist doch so weit, ueberhaupbt scheint Laufen hier sehr unpopulaer zu sein.

Die gestern erworbene SIM-Karte hat noch eine nette Nebenwirkung: via Cell Broadcast bekommt man lustige Sprueche auf das Display gebeamt. Ich kann die dann mit OK bestaetigen. Ich habe Mod gefragt, was das ist. Es bedeutet z.B. „Wenn Du Dein heutiges Horoskop erfahren moechtest, druecke OK (9 Bath)“. Oh, so eine Art Jamba fuer Thais. Kein Wunder, dass die Karte so schnell leer ist 🙂

Richtig warm werde ich mit der Stadt nicht, sie ist immer noch dreckig, laut und chaotisch. So langsam ueberwinde ich aber meine Fotohemmung. Gestern habe ich nur drei Bilder gemacht, weil mich alles angenervt hat und ich nichts interessantes gesehen habe oder wenn, dann zu schuechtern war fuer ein Bild. Heute im Koenigspalast konnte man die groesste Ansammlung des Landes an digitalen Spiegelreflexkameras bewundern und ich hatte nach einer Weile auch keine Hemmungen mehr mein grosses Spannertele raufzuschrauben.

Ralf und Mod sind heute Richtung Norden abgeflogen und ich bin jetzt auf mich allein angewiesen. Das ist auch gut so, wenn man jemanden dabei hat, der perfekt Thai spricht, kommt man selbst nicht aus dem Knick. So muss ich maulfaules Stueck auch mal selbst mit den Menschen interagieren 🙂

Zum nächsten Kapitel: Bangkok, Tag 3 »
Zum ersten Kapitel: Bangkok »

Eine Antwort auf „Bangkok, Tag zwei“

  1. Hi Melle,

    bist offensichtlich gut angekommen. Viel Spaß und schreib fleißig weiter. Ist spannend…

    Gruß
    Thomas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.