Lehm raus, Keller auf

Die Agenda ist Lehm aus den Wänden holen und im Keller eine neue Wand hochziehen.

Im Hof blüht der Birnenbaum. Schon allein für den Baum hat sich der Hauskauf gelohnt 😉 Die Birnen sind klein und suboptimal, was das Verhältnis Fruchtfleisch und Kerngehäuse angeht – aber sie schmecken super. Tantchen I. weckt sie jedes Jahr in industriellem Maßstab ein.

Die eingeweckten Birnen sind die wichtigste Zutat für Bernhütes (= Birnenklöße). Das sind Hefeklöße, aber statt Rotkraut und Fleisch gibt es dazu eine süße Soße aus diese Birnen. Es ist super lecker, man isst immer zwei Teller mehr, als eigentlich vernünftig ist und danach fällt man ins Fresskoma.

Beim Schornstein in der Küche wird es interessant. Der steht frei im Raum, an den jetzt freigelegten Wänden klebt noch alte Tapete. Der Schornstein wurde also erst nachträglich gemauert.

Mit dem vom letzten Mal eingeweichten Lehm verschmiert T. die Schlitze, die ich beim Kabel rausrupfen hinterlassen habe.

Derweil geht es der Wand vom ehemaligen Klo zu Leibe.

Langsam hab ich den Dreh raus und es geht halbwegs zügig voran.

Einzig das langsam überhand nehmende Chaos nervt mich ein wenig. Eine Ecke ist für Lehm, Säcke mit Tapetenresten stehen rum, wohin der alte Ofen soll ist noch unklar, Werkzeug und Kabel treten sich auf dem Boden fest…

Im Keller hat Z. sich inzwischen komplett durch die Wand gearbeitet, man kann den abgeschlossenen Bereich dahinter jetzt betreten.

Wir legen als erstes die Position der zukünftigen Mauer fest. Wir erinnern uns: der Gewölbekeller steht 1.5m aus dem Haus heraus und soll etwas abgetragen werden. Damit das Gewölbe sicher stehen bleibt und wir keine unschönen Abbruchkanten haben, wollen wir erst von innen die neue Mauer hochziehen und dann den überstehenden Keller abtragen.

Dafür messen wir von außen entlang über den Flur bis in den Keller mit Disto, Zollstock und Winkel. Wir wollen ja eine Mauer schaffen, die wirklich exakt mit der Außenwand des Hauses abschließt. Erst wenn die Mauer steht und wir den überstehenden Teil des Gewölbekellers abgetragen haben, werden wir wissen, ob wir richtig gemessen haben. Wir messen lieber nochmal nach…

Irgendwann sind wir uns sicher genug. Die Kante des Brettes ist die Außengrenze des Hauses. Dort muss die äußere Mauerseite hin.


Fundstücke (1): Tantchen I. mistet aus und hat lauter Glückwunschkarten zur Silberhochzeit ihrer Eltern gefunden.

Fundstücke (2): handgeschmiedete Nägel / Haken. Nicht super interessant, aber mich verblüfft immer die Tatsache, dass die Dinger handgeschmiedet sind und wie viele davon in dem Haus verbaut wurden. Zeit war früher eine Ressource, die scheinbar im Überfluss vorhanden war.