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Artikel Tagged ‘Linux’

OpenLDAP Replikation mit syncprov

9. März 2010 melle Keine Kommentare

Für einen neuen Server in unserer Rootserver-Kommune brauche ich eine Replik unseres LDAP-Servers. Wie sich herausstellte, ist das ziemlich einfach und in der umfangreichen Dokumentation exzellent erklärt.

Im zu replizierenden LDAP-Server (“Provider”) muss man lediglich dafür sorgen, dass das syncprov-Modul in der slapd.conf geladen wird:

modulepath      /usr/lib/ldap
moduleload      back_hdb
moduleload      syncprov

Im Zielserver (“Consumer”), wird so eine 1:1 Replikation des Quellservers konfiguriert:

# replication settings
syncrepl rid=001
    provider=ldaps://ldaps.yourdomain.de:636
    type=refreshAndPersist
    searchbase="dc=yourdomain,dc=de"
    schemachecking=on
    type=refreshAndPersist
    retry="60 +"
    bindmethod=simple
    binddn="cn=replicator,dc=yourdomain,dc=de"
    credentials=assword

Natürlich müssen im Quellserver entsprechende Credentials hinterlegt werden. Durch das Keyword refreshAndPersist bleibt die Verbindung dauerhaft bestehen und Änderungen im Quellserver werden sofort auf dem Zielserver repliziert.

Achtung: im Zielserver müssen natürlich die gleichen Schemata geladen sein, wie im Quellserver. Schaut euch also die Include-Section entsprechend an, sonst hagelt es Fehler.

Mit dieser Methode kann man den LDAP-Server super-komfortabel umziehen, einfach Replikation einschalten, DNS-umschwenken und dann die Replikation auf dem Zielserver ausschalten.

How to enable Server Name Indication (SNI) on Debian Lenny

9. November 2009 melle Keine Kommentare

Server Name Indication (SNI) on Debian Lenny is easy to implement. OpenSSL is already SNI-capable, only the Apache Webserver is a bit outdated. So lets backport Apache >= 2.2.12 to Lenny. Here is my little step-by-step howto:

Install a compiler an the debian dpkg-Development Environment:

$ sudo aptitude install dpkg-dev build-essential fakeroot

To build apache, you will nee libcap2-dev and autoconf too:

$ sudo aptitude install libcap2-dev autoconf

…and the build dependencies for apache2:

$ sudo apt-get build-dep apache2

Download the Apache 2.2.14 sources for the current testing release from http://packages.debian.org/source/squeeze/apache2:

$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/a/apache2/apache2_2.2.14-1.dsc
$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/a/apache2/apache2_2.2.14.orig.tar.gz
$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/a/apache2/apache2_2.2.14-1.diff.gz

Extract the source packages:

$ dpkg-source -x apache2_2.2.14-1.dsc

Compile the package:

$ cd apache2-2.2.14/
$ dpkg-buildpackage -us -uc -rfakeroot

(-us and -uc supresses the digital signature, fakeroot allows to set the ownership of the archived files to root, even if you are not root currently)

Install the desired apache packets:

$ cd ../
$ dpkg -i apache2_2.2.14-1_i386.deb apache2.2-bin_2.2.14-1_i386.deb apache2.2-common_2.2.14-1_i386.deb apache2-mpm-prefork_2.2.14-1_i386.deb apache2-suexec_2.2.14-1_i386.deb apache2-utils_2.2.14-1_i386.deb

Finally, remove the packages you installed to build the apache2-packages.

Surfterminal mit Linux

1. November 2009 melle Keine Kommentare

Wenn man einen Rechner im öffentlichen Raum als Browserterminal bereitstellen will, gibt es hauptsächlich die Anforderung, dass die User keine privaten Daten hinterlassen und am System so wenig wie möglich verstellen.

Es gibt verschiedenste Lösungen für diesen Zweck, fertige Linux-Distributionen oder spezielle Internet-Café Software, die Windows-Rechner so abschottet, das man noch nicht mal einen Explorer aufbekommt.

Für die beiden vom Freifunk betriebenen Surfterminals habe ich eine extrem simple Lösung gewählt. Die Rechner verrichten seit etlichen Monaten ohne Probleme ihren Dienst, obwohl es in den Kneipen schon etwas rauher zugeht.

Zunächst wird auf den Rechner die Linux-Distribution der Wahl installiert. Ich verwende Ubuntu, aber darauf kommt es nicht an. Es werden zwei Benutzer eingerichtet: ein administrativer (“tresen”) und ein unpreviligierter (“gast”). Achtung, bei Ubuntu ist der erste, bei der Installation eingerichtete User ein previligierter User (mit sudo-Rechten). Also erst “tresen” und dann “gast” einrichten und hinterher nochmal die /etc/sudoers überprüfen.

Man loggt sich zunächst als “gast” ein und richtet den Browser so ein, wie man es gerne für die Gäste hätte: Adblocker, keine Cookies und Passwörter speichern, Startseite ect. Die Startseite für den Browser zeigt in unser Wiki, die Kneipengäste können dort dann eigene Links ablegen und so die Startseite etwas nach ihren Bedürfnissen anpassen. Der Webbrowser wird als Autostart-Applikation eingerichtet (System -> Preferences -> Sessions -> Startup Programs). Dann loggt man sich als “tresen” ein und richtet den Anmeldungsmanager so ein, dass “gast” beim Rechnerstart automatisch eingeloggt wird.

Jetzt kommt der interessante Teil: das Script pack_guest.sh verpackt das Home-Verzeichnis vom Gastuser in eine .tar-Datei:

#!/bin/sh
#
# Erstellt ein neues Template (gast_home.tar.gz) aus dem aktuellen gast
# Homeverzeichnis. Dieses Script sollte nur ausgeführt werden, wenn die
# Änderungem am gast-User dauerhaft gespeichert werden sollen.
#
# siehe http://wiki.freifunk-potsdam.de/index.php?title=Olga-Surfstation
if [ `whoami` != "root" ]; then
  echo "Du musst root sein, um das Script auszufuehren! Schau Dir bitte die"
  echo "Doku auf unserer Webseite an:"
  echo "http://wiki.freifunk-potsdam.de/index.php?title=Olga-Surfstation"
  exit 1
fi
 
#
DATE=`date +%Y%m%d_%H%M%S`
TARGET=/home/tresen/Surfstation/gast_home.tar.gz
 
# backup vom alten $HOME anlegen...
if [ -e $TARGET ]; then
  mv -v $TARGET  /home/tresen/Surfstation/gast_home_$DATE.tar.gz
fi
 
cd /
tar czf /home/tresen/Surfstation/gast_home.tar.gz /home/gast

Dieses Script ruft man einmalig auf und findet dann in /home/tresen/Surfstation die Datei gast_home.tar.gz. Dieses Template kann nun immer ausgepackt werden, wenn der Rechner startet. Das erledigt das Script unpack_guest.sh:

#!/bin/sh
#
# stellt den gast-user aus dem vorgefertigten Template (gast_home.tar.gz)
# wieder her. Das ist das Standard-Script, das bei jedem Booten ausgefuehrt
# wird. siehe
# http://wiki.freifunk-potsdam.de/index.php?title=Olga-Surfstation
#
if [ `whoami` != "root" ]; then
  echo "Du musst root sein, um das Script auszufuehren! Schau Dir bitte die"
  echo "Doku auf unserer Webseite an:"
  echo "http://wiki.freifunk-potsdam.de/index.php?title=Olga-Surfstation"
  exit 1
fi
 
rm -rf /home/gast
cd /
tar xzf  /home/tresen/Surfstation/gast_home.tar.gz
 
# falls das Passwort zurueck gesetzt wurde...
echo "gast:gast" | chpasswd

Jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass dieses Script bei jedem Bootvorgang ausgeführt wird. Eine Zeile in /etc/rc.local genügt:

/home/tresen/Surfstation/unpack_guest.sh

[Update] (12.11.09): Mir ist gerade aufgefallen, dass es mit Upstart zu einer Race-Condition kommt. Es ist einfach nicht definiert, wann das Script unpack_guest.sh ausgeführt wird und das führt zu sehr merkwürdigen Effekten.

Wenn man also eine Distribution mit Upstart verwendet (z.B. Ubuntu 9.10 “Karmic Koala” oder später), muss man den Aufruf des unpack_guest.sh Scriptes im Upstart-System vor den gdm legen. Entweder man definiert einen eigenen Dienst oder man fügt das Script als pre-start Script in /etc/init/gdm.conf ein:

pre-start script
    # unpack the guest account home directory
    /home/tresen/Surfstation/unpack_guest.sh
end script

[/Update]

Mir gefällt an diese Lösung, dass wir damit absolut keine Arbeit haben. Die einzigen Probleme sind Hardwareschäden, also wenn wiedermal Bier über die Tastatur gekippt wurde. Das System an sich läuft aber nahezu wartungsfrei. Man muss sich halt alle paar Monate (idealerweise remote) einloggen und die fälligen Updates einspielen.