Debian Etch auf einem Rootserver mit Raid-1 und LVM

Es gibt zwar viele gute Anleitungen (wie z.B. diese) zur Einrichtung eines Rootservers mit RAID-1, howtos, wie man dort noch LVM ins Spiel bringt, sind jedoch spärlich gesäht. Deswegen nun die rundum-sorglos copy&paste-Anleitung zur Einrichtung von

Debian Etch auf einem Rootserver mit Raid-1 und LVM


Der Hoster in diesem Beispiel ist Hetzner, das kann man aber auch auf andere Systeme übertragen. Ausgestattet ist die Kiste mit 2x160GB SATA Platten. Das Ziel ist, ein System aufzusetzen, dass die SATA-Platten im RAID-1 spiegelt und darauf ein LVM betreibt.

/etc/network/interfaces

Zunächst wird das default-System gebootet und die /etc/network/interfaces gesichert. Die brauchen wir später.

Partitionierung

Da scheiden sich die Geister, vorgeschlagen wird folgende Aufteilung der Platten:

Die auf /dev/sda eingerichtete Partitionstabelle kann nun auf /dev/sdb gespiegelt werden:

Jetzt muss ggf neu gebootet werden, weil der Kernel sonst noch mit der alten Partitionstabelle arbeitet. Danach kann man den

Swap einrichten

Die Swap-Partition ist nicht gespiegelt, über die Sinnhaftigkeit kann man streiten.

Raid erzeugen

/boot

/

(LVM)

Am besten wartet man jetzt die 20 Minuten, bis das Raid synchronisiert ist:

/boot und / formatieren

LVM anlegen

Zuerst wird /dev/md2 als physical volume angelegt:

Dann wird die Volumegroup „mainvg“ darauf erzeugt:

Jetzt die Volumes anlegen:

Das ganze nochmal prüfen:

/usr /var /home und /backup formatieren

Mount

Damit ergibt sich folgendes Mountschema:

Das wird im Rescue-System erstmal alles nach /mnt gemountet.

Kontrolle:

Ok, dann kann man ja eine /mnt/etc/fstab mit folgendem Inhalt erzeugen:

Das neue System ist jetz soweit, dass wir mit der

Installation des Basissystems

beginnen können. Zunächst sollten die apt-Sourcen auf dem Rescuesystem korrigiert werden

In der /etc/apt/sources.list wird der Mirror von Hetzner eingetragen (das spart Traffickosten):

Jetzt kann man apt aktualisieren und debootstrap installieren:

debootstrap ist das Tool der Wahl, wenn man aus dem Nichts debian installieren will. Wir wollen Debian etch in das Verzeichnis /mnt installieren und tippen dafür:

Danach brauchen wir noch ein paar Mounts:

So, jetzt kann man in das neue System chrooten:

Grundlegendes im neuen System

Als erstes das root-pwd setzen:

Die /etc/network/interfaces von vorhin kann nun wieder hergestellt werden.
Dann müssen die Sourcen (/etc/apt/sources.list) angepasst werden. Wir nehmen natürlich wieder den Hetzner-Mirror:

Nach einem herzlichen

Ist alles in Butter. Dann kann ein wenig Software installiert werden, z.B. ssh, mdadm, ntpdate ect. Der knifflige Teil folgt in Form der

Kernel und Boot-Konfiguration

Das ist nur für Magier ab Stufe 9. Erstmal die /etc/fstab in Ordnung bringen. Sie sollte ungefähr so aussehen:

Ok, jetzt kommt der spannenden Teil.

Kernel & Grub

Nicht ungesehen übernehmen, hinterher sollte man nochmal mtab inspizieren!

Da unser /boot unter /dev/md0 liegt, lassen wir grub-install darauf los

Dann grub Konsole starten:

/boot liegt auf (hd0,0) (d.h. sda1/sdb1), also liegt der Kernel hier: (hd0,0)/vmlinuz-2.6.18-4-k7 . Deswegen sagen wir in der grub shell:

Dann noch die /boot/grub/menu.lst updaten:

Obacht: das Root-Filesystem liegt auf dem array md1, deswegen root=/dev/md1!

Dann kann die chroot-Umgebung mit

verlassen werden. Dann kann man vor dem Altar niederknien und sogleich laut und deutlich

aussprechen und hoffen, dass die Scheisskiste endlich bootet. Falls nicht hilft LARA.

Fertig?

Das System sieht jetzt so aus:

Im LVM stehen eta 145 GB zur Verfügung. Knapp 40 Sind davon noch frei.

Damit haben wir ein funktionierendes Grundsystem.

Aus dem Rescue-System auf die Host-Platten zugreifen

Wenn man im unwahrscheinlichen Falle eines Falles vom Rescue-System Gebrauch machen möche, kann man die Partitionen so mounten:

Credits

Geholfen bei der Einrichtung des Servers haben mir diese beiden Tutorials:

Über Feedback freue ich mich natürlich.

Zum nächsten Teil: FTP-Backup: Speicherplatz nutzen »