Post aus der Provinz

Die Provinz wird auch nach längerem Hinsehen nicht zur Weltstadt. Irgendetwas fehlt zwischen den Vororten und der Shoppingmeile. Die innere Leere versuche ich mit Arbeit auszufüllen. Auch wenn ich inzwischen das Gefühl habe, etwas für mein Geld zu tun, wird die Arbeit davon nicht interessanter.

Die Freizeitgestalung beschränkt sich mangels Notebook auf umherlatschen und fotografieren. Wenn es nicht regnet, ist es sehr kalt, meine Euphorie wird dadurch deutlich gedämpft, viele Fotos, die im Kopf schon belichtet sind, bleiben unrealisiert.

Beim Italiener werde ich höflich ignoriert. Ich zupfe an der Schürze der sehr attraktiven, jungen Kellnerin und frage vorsichtig nach der Karte. Den Salat stopfe ich schweigend in mich hinein.

Heute morgen habe ich jemanden gesehen, der sich im Auto während der Fahrt mit einer Stromzahnbürste die Zähne geputzt hat. Nach einem Unfall gibt das bestimmt ein merkwürdig Bild ab. Bis zum Rachen reingeschoben rührt die Zahnbürste fröhlich summend das Blut um. Ich sollte mir das mit dem Wein abends nicht angewöhnen.

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