Wie steigere ich meinen Konzernumsatz, Teil 42

Das letzte was ich bei einem Mobiltelefon (-vertrag) brauche, ist die Mailbox. Ich schalte sie grundsätzlich ab, wer etwas wirklich wichtiges will, ruft halt nochmal an oder schickt eine SMS.
Das ist praktisch für mich (keine Kosten durch Abfragen der Mailbox) und für den Anrufer, denn die Auskunft, dass ich temporary not available bin ist bisher kostenlos.

Vodafone steigert nun dem Umsatz, in dem es diese kostenlos Ansage in eine kostenpflichtige umwandelt. Der Angerufene bekommt eine SMS über die entgangenen Anrufe, sofern die Rufnummernübermittlung des Anrufers aktiviert ist. Der Anrufer hört eine Ansage, dass der Angerufene benachrichtigt wird. Diese Ansage wird wie ein Gespräch ins Mobilfunknetz abgerechnet.

Das wäre alles nicht besonders schlimm, wenn Vodafone nicht diesen Dienst für alle Kunden, die ihre Mailbox ausgeschaltet haben, freischalten würde. Denen wird nachträglich wieder die Funktion einer Mailbox aufgedrängt. Natürlich besteht die Möglichkeit den Dienst zu deaktivieren, die wenigsten Kunden werden diese Möglichkeit allerdings wahrnehmen.

Das ganze funktioniert deshalb, weil der Mobilfunkanbieter für das Gespräch ins eigene Netz dem „anrufenden“ Netzbetreiber (z.B. der Telekom) einen gewissen Betrag in Rechnung stellt. Er verdient also mit jedem eingehenden Anruf.
Jetzt überlegen wir mal kurz, wie viele Millionen Mal am Tag der Spruch „the person you have called is temporary not available“ erklingt, und was das für Vodafones Bilanz bedeutet.

Feldpost

Es fing damit an, dass das Blatt zwei Briefe von im Irak stationierten Soldaten erhielt, in denen sie in begeistert patriotischem Ton über das erfolgreiche Fortschreiten ihrer Mission berichten. Merkwürdig daran: Bis auf die Unterschrift war der Text der Briefe identisch.
Immer mehr US-Soldaten im Irak fragen sich: „Wer hat meinen Brief geschrieben ?“.

Blick über den Tellerrand

Wer Windows und Linux langweilig findet, sollte sich mal auf der AS/400 von Holger Scherer umsehen. Im August 2001 rief er ursprünglich einen Wettbewerb ins Leben, seine AS/400 zu hacken. Nach zwei Jahren war kein echter Angriff gelungen, das Interesse an der AS/400 aber enorm gestiegen. Aus diesem Grund bietet Holger jedem Interessierten einen kostenlosen Zugang auf dem System, sowie ein sehr umfangreiches Manual für AS/400 Einsteiger an.

Jagdfieber in Berlin

„Die als Zeugen vernommenen Eltern berichten über Gerüchte vom Hörensagen, widersprechen sich selbst und gegenseitig oder mutmaßen sich durchs Verfahren. Auch die befragten Vorgesetzten, Schulleiter Gey, Oberschulrätin Gottfried, haben dies und jenes gehört, schildern Eindrücke aus Gesprächen, aber niemand liefert Beweise. Niemand bringt Schmick zu Fall, obwohl es so viele versuchen, immer wieder, Juristen, Politiker, Eltern, sie kriegen ihn nicht.

Bei einer Elterninitiative in Berlin ist das Jagdfieber ausgebrochen. Die Akte bläht sich auf über 2000 Seiten, die jedoch keinen Beweis für den Vorwurf ‚Rechtsradikale Äußerungen‘ enthalten. Die Hysterie-Maschinerie läuft aber bereits auf Hochtouren, übereifrige Eltern betreiben Lobby-Arbeit, die angestachelte Springer-Presse bringt die Schulverwaltung in Zugzwang, schliesslich will sich niemand nachsagen lassen, rechte Propaganda in Berliner Schulen zu dulden.

Löchrige Propaganda

Kondome haben Löcher, durch die das AIDS-Virus schlüpfen kann. Über die Märchenstunde bei Onkel Paul kann ich nicht wirklich lachen, zu ernst ist die Lage, zu viel Macht hat diese Firma, zu tödlich ist die Propaganda.
So mitleiderregend der alte Tattergreis auch sein mag, ich gönne ihm den Friedensnobelpreis ebenfalls nicht.

Spaß am Gerät

Die Infoscreen-Geräte in den Hamburger U-Bahnen waren bis vor kurzem so unzulänglich gesichert, dass man mit relativ einfachen Mitteln Inhalte manipulieren konnte. Heise berichtete , auf Symlink.ch findet sich ein detaillierterer Bericht. Mehr Bilder vom U-Bahn hack finden sich hier.

Die Hamburger haben es gut, die können Tagesschau sehen. In Berlin müssen wir die News der B.Z. ertragen 🙁

Tell Todd …ehrm… Toll Ted !

In der Faz hat Xyll einen sehr guten Artikel zu Toll Collect gefunden:

„Ausgerechnet der Weltkonzern Daimler-Chrysler, der mindestens dreißig Monate für die Entwicklung eines neuen Lkws benötigt, unterschrieb als Gesellschafter von Toll Collect im September 2002 einen Vertrag für ein System, das weitaus komplexer ist als jeder Lkw. Entwicklungszeit: 15 Monate. Von diesen 15 Monaten ließ man sich von der Politik auf elf herunterhandeln und bekam im Ausgleich vier Monate Zusatzzeit, in der eine Verspätung noch keine Vertragsstrafe kostet – jener Punkt also, über den jetzt alle zetern. […] Als aussichtsreichster Konkurrent galt bei der Vergabe des Auftrags das Ages-Konsortium (Vodafone, BP/Aral, Shell/Dea); es wurde unter anderem deswegen ausgeschlossen, weil es die Terminvorgaben von Anfang an als „unhaltbar“ bezeichnete.“

Diese Strategie ist eine Krankheit, die vorzugsweise Sales-Mitarbeiter und führende Manager befällt. Dem Kunden wird erst eine eierlegende Wollmilchsau in kürzester Zeit versprochen um den Vertrag an Land zu ziehen. Danach wird die frohe Kunde als Prio-1 Projekt durch die Firma gepeitscht, wobei klar ist, wer den Schlamassel ausbaden darf.

Nettes Detail am Rande: Michael Rummel, Toll-Collect Geschäftsführer saß bis gestern im Aufsichtsrat des Unternehmens OMP. Das ist die Firma, die die Ausschreibung für die Software von 400.000 On Board Units gewonnen hat. Vetternwirtschaft vom Feinsten.

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